BKA entdeckt 500 Mio. Datensätze mit Zugangsdaten

von | 08.07.2017 | Internet

Cyberkriminelle werden immer raffinierter: Regelmäßig entdecken Ermittler gigantische Sammlungen geklauter Zugangsdaten. Wie ihr prüft, ob ihr betroffen seid – und was dann zu tun ist.

Immer wieder stoßen Fahnder und Sicherheitsexperten auf riesige Datenbanken mit gestohlenen Zugangsdaten – E-Mail-Adressen, Benutzernamen und Passwörter in Millionenfacher Ausführung. Allein 2025 wurden mehrere Mega-Leaks mit hunderten Millionen Datensätzen aufgedeckt. Die Dunkelziffer dürfte noch weitaus höher liegen.

Wie kommen Cyberkriminelle an eure Daten? Die Methoden sind vielfältig: Schwachstellen in Webservern werden ausgenutzt, schlecht gesicherte Datenbanken geknackt oder Nutzer fallen auf Phishing-Mails und gefälschte Websites herein. Auch Malware spielt eine große Rolle – sogenannte Infostealer-Trojaner sammeln systematisch Passwörter aus Browsern und anderen Programmen.

Besonders perfide: Viele Nutzer verwenden identische Passwörter für mehrere Dienste. Haben Hacker erst einmal Zugangsdaten erbeutet, probieren sie diese automatisiert bei anderen populären Plattformen aus – von Online-Banking über Shopping-Portalen bis zu sozialen Netzwerken. Diese Technik nennt sich „Credential Stuffing“ und ist erschreckend erfolgreich.

So prüft ihr, ob eure Daten kompromittiert sind

Die gute Nachricht: Ihr könnt relativ einfach überprüfen, ob eure E-Mail-Adresse in bekannten Datenlecks auftaucht. Der bewährte Identity Leak Checker des Hasso-Plattner-Instituts durchsucht kontinuierlich aktualisierte Datenbanken mit über einer Milliarde kompromittierter Accounts.

Alternativ bietet auch der internationale Service „Have I Been Pwned“ eine zuverlässige Überprüfung. Beide Tools sind kostenlos und vertrauenswürdig – sie speichern eure eingegebenen E-Mail-Adressen nicht dauerhaft.

Wichtig: Falls ihr einen Treffer landet, bedeutet das nicht automatisch, dass eure aktuellen Accounts gehackt sind. Es zeigt lediglich, dass eure E-Mail-Adresse in Verbindung mit einem Passwort irgendwann einmal kompromittiert wurde.

Das müsst ihr bei einem Treffer sofort tun

Sobald ihr erfahrt, dass eure Daten betroffen sind, heißt es schnell handeln:

  1. Passwort sofort ändern: Ändert umgehend das Passwort für alle Accounts, bei denen ihr die betroffene E-Mail-Adresse verwendet.

  2. Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren: Richtet überall wo möglich 2FA ein. Selbst wenn Hacker euer Passwort kennen, kommen sie ohne den zweiten Faktor nicht rein.

  3. Passwort-Manager nutzen: Verwendet für jeden Dienst ein einzigartiges, starkes Passwort. Tools wie Bitwarden, 1Password oder der integrierte Browser-Manager helfen dabei.

  4. Aktivitäten überwachen: Checkt eure Account-Aktivitäten und Kontoauszüge auf verdächtige Bewegungen.

Moderne Bedrohungen erfordern neue Strategien

2025 und 2026 haben gezeigt: Klassische Passwort-Sicherheit allein reicht nicht mehr. Immer mehr Anbieter setzen daher auf passwortlose Authentifizierung mit Passkeys – einem neuen Standard, der biometrische Daten oder Hardware-Schlüssel nutzt. Apple, Google und Microsoft haben ihre Systeme bereits entsprechend ausgerüstet.

Auch KI spielt eine wachsende Rolle – sowohl bei Angreifern als auch bei der Verteidigung. Cyberkriminelle nutzen maschinelles Lernen, um gezielteren Phishing-Angriffe zu fahren oder Passwort-Muster zu erkennen. Gleichzeitig helfen KI-basierte Sicherheitstools dabei, verdächtige Aktivitäten früher zu erkennen.

Präventive Maßnahmen für maximalen Schutz

Um erst gar nicht Opfer zu werden, solltet ihr einige Grundregeln befolgen:

  • Nutzt starke, einzigartige Passwörter für jeden Account
  • Aktiviert Zwei-Faktor-Authentifizierung wo immer möglich
  • Haltet Software und Browser stets aktuell
  • Seid skeptisch bei E-Mails mit Links oder Anhängen
  • Nutzt vertrauenswürdige Antivirus-Software
  • Prüft regelmäßig eure Accounts auf verdächtige Aktivitäten

Die Bedrohung durch gestohlene Zugangsdaten wird nicht verschwinden – im Gegenteil. Mit den richtigen Vorsichtsmaßnahmen und einem bewussten Umgang mit euren digitalen Identitäten könnt ihr das Risiko jedoch erheblich minimieren. Regelmäßige Checks mit Tools wie dem Identity Leak Checker sollten dabei zur Routine werden.

Zuletzt aktualisiert am 02.04.2026