Wer im Internet Geld verdienen will, versucht es oft auf besonders schlechte Weise. Mit einer anscheinend harmlosen Browser-Erweiterung etwa. Die leitet dann ungewollt alle Such-Anfragen der Nutzer auf eine separate Seite um. Denn Klicks bringen oft Geld. Solche Add-Ons wieder zu löschen kann mühselig sein – aber es geht.
Neu ist das Problem nicht, aber es wird immer raffinierter: Bösartige Extensions für Chrome, Firefox und Edge verstehen sich darauf, die Startseite zu kapern und die Suchfunktion umzulenken. Moderne Malware-Extensions verstecken sich geschickt in der Browser-Oberfläche und verhindern sogar, dass ihr sie findet. Will der Nutzer nachsehen, schließt die Erweiterung den Tab einfach wieder oder leitet auf Fake-Seiten um.
Chrome: Extensions aufspüren und entfernen
Bei Chrome gibt es mehrere Wege zum Ziel. Der direkteste: Gebt chrome://extensions/ in die Adressleiste ein. Falls das nicht funktioniert, weil die Extension den Aufruf blockiert, öffnet ein neues Inkognito-Fenster (Strg+Shift+N) und versucht es dort erneut. Alternativ klickt ihr auf die drei Punkte rechts oben, dann auf „Weitere Tools“ und „Extensions“.
In der Extension-Liste seht ihr alle installierten Erweiterungen. Verdächtige Extensions erkennt ihr oft an merkwürdigen Namen, fehlenden Bewertungen oder unbekannten Entwicklern. Klickt auf „Entfernen“ bei allen Extensions, die ihr nicht bewusst installiert habt. Achtet besonders auf Extensions mit Namen wie „Search Manager“, „Quick Search“ oder ähnlich generischen Bezeichnungen.
Firefox: Abgesicherter Modus hilft
Firefox-Nutzer haben einen Trumpf im Ärmel: den Troubleshooting-Modus. Ruft die URL about:support auf und klickt auf „Im Troubleshooting-Modus neu starten“. Firefox startet dann ohne Add-Ons. Jetzt könnt ihr über about:addons oder das Menü unter „Add-ons und Themes“ die Liste aufrufen und den Schädling eliminieren.
Falls auch das nicht klappt, gibt es einen Notfall-Trick: Startet Firefox mit gedrückter Shift-Taste (Windows) oder Option-Taste (Mac). Das öffnet ebenfalls den abgesicherten Modus.
Edge: Microsofts Browser aufräumen
Bei Microsoft Edge tippt ihr edge://extensions/ in die Adressleiste oder geht über das Drei-Punkte-Menü zu „Extensions“. Edge zeigt euch alle installierten Erweiterungen an. Besonders praktisch: Edge warnt inzwischen vor potenziell unerwünschten Extensions und bietet an, sie automatisch zu deaktivieren.
Professionelle Hilfe: Anti-Malware-Tools
Manchmal reichen die Browser-eigenen Mittel nicht aus. Dann helfen spezialisierte Tools wie Malwarebytes Browser Guard, AdwCleaner oder das kostenlose Malwarebytes Anti-Malware. Diese Programme erkennen auch versteckte Browser-Hijacker und entfernen sie gründlich.
Das früher beliebte CCleaner hat seine Browser-Plugin-Funktion eingestellt, dafür gibt es aber bessere Alternativen. Tools wie RKill stoppen verdächtige Prozesse, während AdwCleaner sich auf Adware und Browser-Hijacker spezialisiert hat.
Vorbeugen ist besser als nachsorgen
Um solche Probleme von vornherein zu vermeiden, solltet ihr nur Extensions aus den offiziellen Stores installieren: Chrome Web Store, Firefox Add-ons oder Microsoft Edge Add-ons. Lest vor der Installation die Bewertungen und prüft, welche Berechtigungen eine Extension anfordert.
Besonders vorsichtig solltet ihr bei kostenlosen Downloads sein. Oft bündeln dubiose Download-Portale ihre Software mit unerwünschten Browser-Extensions. Ladet Programme immer direkt von der Herstellerseite herunter und achtet beim Installieren auf vorab angehakte Checkboxen.
Notfall-Reset: Browser zurücksetzen
Wenn gar nichts mehr hilft, bleibt der Browser-Reset. Chrome bietet unter „Erweitert“ → „Zurücksetzen und bereinigen“ die Option „Einstellungen auf ursprüngliche Standardwerte zurücksetzen“. Firefox hat unter „Hilfe“ → „Informationen zur Fehlerbehebung“ die Schaltfläche „Firefox zurücksetzen“.
Der Reset entfernt alle Extensions, zurück bleiben nur eure Lesezeichen und Passwörter. Das ist zwar radikal, aber oft der einzige Weg, hartnäckige Malware-Extensions loszuwerden.
Browser-Sicherheit im Jahr 2026
Die gute Nachricht: Moderne Browser sind deutlich sicherer geworden. Chrome, Firefox und Edge prüfen Extensions inzwischen automatisch und warnen vor verdächtigen Erweiterungen. Trotzdem solltet ihr regelmäßig eure Extension-Liste durchgehen und ungenutzte Add-Ons entfernen. Weniger ist oft mehr – und sicherer.
Zuletzt aktualisiert am 29.03.2026

