Bund stellt Autobahn-App vor – aber wozu bloß?

von | 22.07.2021 | Digital

Die Autobahn-App des Bundes ist auch 2026 noch ein Paradebeispiel für misslungene Digitalisierung: Echte Navigation fehlt, der Nutzen tendiert gegen Null – und Datenschützern bereiten die 1.000 Webcams weiterhin Kopfschmerzen. Dabei zeigen moderne Verkehrs-Apps längst, wie es richtig geht.

Deutsche Autobahnen genießen weltweit einen legendären Ruf – zumindest bei Autofans, die von unbegrenztem Tempo und ordentlicher Infrastruktur träumen. Doch über ein Projekt wird man sich international eher totlachen: unsere staatliche Autobahn-App, die auch Jahre nach ihrem Start noch nicht so recht weiß, wozu sie eigentlich da ist.

Übersicht über Störungen auf dem Autobahnnetz

Staumeldungen ohne echten Mehrwert

Die App zeigt zwar brav Staumeldungen und Verkehrsbehinderungen an und kann theoretisch auch Routen planen – aber das war’s dann auch schon. Eine echte Navigationsfunktion? Fehlanzeige. Stattdessen könnt ihr geplante Routen an Google Maps oder Apple Maps weiterreichen. Nur: Wozu diese Umwege?

Während sich die Verkehrspolitik in Deutschland noch immer schwertut mit sinnvoller Digitalisierung, haben private Anbieter längst vorgelegt. Apps wie Waze nutzen Crowdsourcing und Echtzeitdaten, Google Maps integriert mittlerweile sogar KI-basierte Verkehrsprognosen, und selbst Spotify zeigt euch an, wo die nächste Tankstelle ist. Die Autobahn-App hingegen wirkt wie ein Relikt aus der digitalen Steinzeit.

Zuletzt aktualisiert am 24.02.2026