ChatGPT Deep Research: Neuer Dokument-Viewer im Test

von | 19.02.2026 | KI

OpenAI macht ernst mit der Professionalisierung von ChatGPT. Nach dem Start von Deep Research im Dezember legt das Unternehmen jetzt nach: Ein neuer Full-Screen-Report-Viewer soll umfangreiche Analyseberichte übersichtlicher und professioneller darstellen. Schluss mit dem Scrollen durch endlose Chat-Verläufe – ab sofort könnt ihr eure Recherche-Ergebnisse in einer separaten Dokument-Ansicht öffnen.

Das Update richtet sich klar an professionelle Nutzer, die ChatGPT für komplexe Recherchen einsetzen. Studenten, Analysten und Journalisten bekommen damit ein Tool, das sich mehr wie eine echte Research-Plattform anfühlt. Aber hält der neue Viewer auch, was er verspricht?

So funktioniert der neue Dokument-Viewer

Der Full-Screen-Report-Viewer erscheint automatisch, sobald ChatGPT Deep Research einen umfangreichen Analysebericht erstellt hat. Rechts oben im Chat-Fenster seht ihr dann ein neues Symbol – ein kleines Dokument-Icon. Ein Klick darauf öffnet euren Report in einer separaten Vollbild-Ansicht.

Die neue Darstellung erinnert stark an Google Docs oder Microsoft Word Online. Links findet ihr eine Navigationsleiste mit allen Kapiteln eures Reports. Die Hauptfläche zeigt den Inhalt sauber formatiert an – mit Überschriften, Absätzen und sogar Quellenangaben am Ende jedes Abschnitts.

Besonders praktisch: Ihr könnt zwischen der Chat-Ansicht und dem Dokument-Viewer hin- und herwechseln. Habt ihr noch Rückfragen zu eurem Report, geht ihr zurück ins Chat-Interface. Wollt ihr den fertigen Text lesen oder weiterleiten, nutzt ihr den professionellen Dokument-Modus.

Die Ladezeiten sind dabei erfreulich kurz. Auch bei Reports mit mehreren tausend Wörtern öffnet sich der Viewer binnen Sekunden. OpenAI hat hier offensichtlich an der Performance gearbeitet.

Deep Research wird erwachsen

Mit dem neuen Viewer macht OpenAI einen wichtigen Schritt weg vom reinen Chatbot hin zu einer professionellen Research-Plattform. Deep Research war bereits ein Quantensprung gegenüber normalen ChatGPT-Anfragen – die KI recherchiert dabei selbstständig im Internet, sammelt Informationen aus verschiedenen Quellen und erstellt daraus strukturierte Berichte.

Das Problem bisher: Diese oft sehr umfangreichen Berichte wurden im normalen Chat-Interface angezeigt. Das bedeutete endloses Scrollen, schlechte Übersicht und wenig professionelle Optik. Wolltet ihr einen Report weiterleiten oder präsentieren, musstet ihr ihn erst mühsam kopieren und in ein anderes Programm einfügen.

Der neue Dokument-Viewer löst diese Probleme elegant. Reports sehen jetzt aus wie echte Dokumente – mit klarer Struktur, lesbarer Typografie und professioneller Formatierung. Das macht einen gewaltigen Unterschied, wenn ihr die Ergebnisse mit Kollegen oder Kunden teilen wollt.

Gleichzeitig signalisiert OpenAI damit eine klare Richtung: ChatGPT soll nicht nur plaudern, sondern echte Arbeitstools liefern. Der Viewer ist ein erster Schritt hin zu einer vollwertigen Office-Alternative mit KI-Unterstützung.

Praxis-Test: Wo der Viewer punktet

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In unserem Test haben wir den neuen Dokument-Viewer mit verschiedenen Research-Aufgaben ausprobiert. Das Ergebnis: Für längere Analysen ist er ein echter Gamechanger. Marktanalysen, Konkurrenzvergleiche oder akademische Recherchen lassen sich deutlich besser lesen und navigieren.

Besonders praktisch ist die Kapitel-Navigation links im Viewer. Bei einem 15-seitigen Report über KI-Trends konnten wir problemlos zwischen den einzelnen Abschnitten springen. Das spart Zeit und macht die Arbeit mit den Ergebnissen deutlich effizienter.

Auch die Quellenangaben sind im neuen Format besser zu überblicken. Statt im Chat-Verlauf versteckt zu sein, stehen sie jetzt sauber formatiert am Ende jedes Kapitels. Das erleichtert die Überprüfung und macht eure Reports wissenschaftlich sauberer.

Ein weiterer Pluspunkt: Die Druckfunktion funktioniert einwandfrei. Reports lassen sich direkt aus dem Viewer heraus als PDF speichern oder ausdrucken – mit korrekter Formatierung und Seitenumbrüchen.

  • Bessere Lesbarkeit durch professionelle Formatierung
  • Schnelle Navigation durch Kapitel-Übersicht
  • Saubere Quellenangaben am Ende jedes Abschnitts
  • Problemloses Drucken und PDF-Export
  • Einfaches Teilen ohne Copy-Paste-Chaos

Wo noch Luft nach oben ist

Trotz der Verbesserungen gibt es noch einige Schwächen. Die größte: Ihr könnt die Reports im Viewer nicht bearbeiten. Wollt ihr Änderungen vornehmen, müsst ihr zurück ins Chat-Interface und dort nachfragen. Eine direkte Bearbeitungsfunktion wäre hier wünschenswert.

Auch die Sharing-Optionen sind noch begrenzt. Zwar könnt ihr Reports als PDF exportieren, aber direkte Links zum Teilen gibt es nicht. Andere Nutzer können eure Dokumente also nicht direkt im Browser öffnen – sie brauchen immer eine Kopie.

Die Suchfunktion innerhalb der Reports könnte ebenfalls besser sein. Bei längeren Dokumenten ist es manchmal mühsam, bestimmte Begriffe oder Abschnitte zu finden. Eine Volltextsuche würde hier helfen.

Unser Urteil: Wichtiger Schritt vorwärts

Der neue Dokument-Viewer macht ChatGPT Deep Research deutlich professioneller und nutzerfreundlicher. Wer regelmäßig umfangreiche Recherchen durchführt, wird die bessere Übersicht und Formatierung zu schätzen wissen. Besonders in Business-Umgebungen wirken die Reports jetzt viel seriöser.

Klar ist aber auch: Das ist erst der Anfang. OpenAI wird nachziehen müssen mit Bearbeitungsfunktionen, besseren Sharing-Optionen und mehr Anpassungsmöglichkeiten. Der Viewer zeigt aber bereits jetzt, wohin die Reise geht – weg vom simplen Chatbot, hin zur vollwertigen KI-Arbeitsplattform.

Für Plus-Nutzer ist das Update ein klarer Gewinn. Wer ChatGPT hauptsächlich für kurze Fragen nutzt, wird den Unterschied kaum merken. Aber alle, die auf Deep Research setzen, bekommen ein deutlich besseres Arbeitsinstrument.