OpenAI macht ernst: ChatGPT bekommt Werbung. Für kostenlose Nutzer bedeutet das: Anzeigen zwischen den Chat-Antworten. Premium-Abonnenten bleiben verschont – gegen Aufpreis versteht sich. Das Geschäftsmodell folgt dem bewährten Muster: Kostenlos mit Werbung oder bezahlt ohne Störungen.
Die ersten Werbepartner sind bereits an Bord, und OpenAI verlangt stolze 60 Dollar pro 1000 Impressionen. Das ist deutlich mehr als bei klassischen Online-Anzeigen. Für euch als Nutzer stellt sich jetzt die Frage: Weitermachen mit Werbung oder upgraden? Und vor allem: Wie schützt ihr eure Daten vor zusätzlichem Tracking?
Premium-Anzeigen starten durch
OpenAI hat das neue Werbemodell bereits getestet und rollt es nun schrittweise aus. Die Premium-Anzeigen erscheinen direkt im Chat-Verlauf – nicht als störende Pop-ups, sondern integriert in die Unterhaltung. Das macht sie weniger aufdringlich, aber auch schwerer zu ignorieren.
Die ersten Partner kommen aus verschiedenen Branchen: Technologie-Unternehmen, Online-Services und E-Commerce-Anbieter haben bereits zugesagt. OpenAI verspricht relevante Werbung, die zum Kontext eurer Anfragen passt. Fragt ihr nach Programmier-Tipps, seht ihr Anzeigen für Developer-Tools. Sucht ihr Reise-Infos, kommen Hotel-Buchungsseiten.
Der Preis von 60 Dollar pro 1000 Impressionen liegt weit über dem Durchschnitt klassischer Display-Werbung. Zum Vergleich: Google Ads kosten oft nur 2-5 Dollar pro 1000 Impressionen. OpenAI rechtfertigt den hohen Preis mit der hohen Nutzeraufmerksamkeit und der gezielten Platzierung im Gesprächskontext.
Warum OpenAI jetzt auf Werbung setzt
Die Rechnung ist einfach: ChatGPT kostet OpenAI Millionen pro Tag. Jede Anfrage verbraucht Rechenpower, jede Antwort kostet Geld. Die Premium-Abos allein reichen nicht, um die enormen Betriebskosten zu decken. Werbung soll die Lücke schließen.
Gleichzeitig will OpenAI den kostenlosen Zugang erhalten. Ohne Werbung müsste das Unternehmen ChatGPT komplett kostenpflichtig machen oder die Nutzung stark einschränken. Die Werbeeinnahmen ermöglichen es, ChatGPT kostenlos anzubieten – zumindest mit Anzeigen.
Für euch bedeutet das: Ihr habt weiterhin die Wahl. Kostenlose Nutzung mit Werbung oder Premium-Abo ohne Störungen. Die meisten anderen KI-Dienste sind bereits komplett kostenpflichtig oder haben strenge Limits für kostenlose Nutzer.
So funktionieren die ChatGPT-Anzeigen
Die Werbung erscheint nicht bei jeder Anfrage. OpenAI zeigt Anzeigen kontextbezogen und in unregelmäßigen Abständen. Das soll verhindern, dass ihr euch zu sehr gestört fühlt. Die Anzeigen sind klar als Werbung gekennzeichnet und optisch vom normalen Chat-Inhalt abgegrenzt.
Besonders interessant: Die Anzeigen können interaktiv sein. Ihr könnt direkt im Chat mit Werbepartnern interagieren, ohne ChatGPT zu verlassen. Das macht die Werbung effektiver für Unternehmen und nahtloser für euch – aber auch schwerer zu umgehen.
OpenAI nutzt eure Chat-Verläufe, um passende Werbung auszuwählen. Das Unternehmen betont, dass keine persönlichen Daten an Werbepartner weitergegeben werden. Die Targeting-Algorithmen laufen intern ab. Trotzdem bedeutet das: OpenAI analysiert eure Gespräche noch genauer.
Premium-Abos bleiben werbefrei

Wer bereits ein ChatGPT Plus-Abo für 20 Dollar monatlich hat, sieht keine Werbung. Das gilt auch für die teureren Team- und Enterprise-Pläne. OpenAI verspricht, dass Premium-Nutzer auch in Zukunft werbefrei bleiben – zumindest bei den aktuellen Abo-Preisen.
Das Plus-Abo bietet neben werbefreier Nutzung auch schnellere Antworten, Zugang zu neuen Features und höhere Nutzungslimits. Für Vielnutzer lohnt sich das Upgrade schon allein wegen der besseren Performance. Die wegfallende Werbung ist ein zusätzlicher Bonus.
OpenAI könnte die Abo-Preise langfristig anpassen, wenn die Werbeeinnahmen nicht wie geplant fließen. Bisher gibt es aber keine Anzeichen dafür. Das Unternehmen will erst einmal testen, wie gut das neue Werbemodell ankommt.
So schützt ihr eure Privatsphäre
Mit Werbung kommt automatisch mehr Tracking. OpenAI muss eure Interessen analysieren, um passende Anzeigen zu zeigen. Ihr könnt aber gegensteuern und eure Privatsphäre besser schützen:
- Chat-Verlauf regelmäßig löschen: In den Einstellungen könnt ihr alte Gespräche entfernen. Das reduziert die Datenbasis für Werbetargeting.
- Weniger persönliche Details preisgeben: Vermeidet es, private Informationen wie Namen, Adressen oder spezifische Pläne zu teilen.
- Inkognito-Modus nutzen: Wenn verfügbar, verhindert dieser Modus die Speicherung eurer Chats.
- Datenschutz-Einstellungen prüfen: OpenAI wird wahrscheinlich neue Optionen zum Werbe-Tracking einführen. Schaut regelmäßig in die Einstellungen.
Denkt daran: Auch ohne Werbung sammelt OpenAI eure Daten für die Verbesserung der KI. Komplette Anonymität gibt es bei kostenlosen KI-Diensten nicht. Wer maximale Privatsphäre will, sollte auf lokale KI-Lösungen oder Premium-Dienste mit strikten Datenschutz-Versprechen setzen.
Unsere Einschätzung zur ChatGPT-Werbung
Die Einführung von Werbung war absehbar. OpenAI braucht mehr Einnahmen, und kostenpflichtige Abos allein reichen nicht. Das Werbemodell ist fair: Kostenlos mit Anzeigen oder bezahlt ohne. Ihr habt die Wahl.
Problematisch wird es, wenn die Werbung zu aufdringlich wird oder eure Privatsphäre zu stark einschränkt. Bisher klingt OpenAIs Ansatz vernünftig – kontextbezogen und klar gekennzeichnet. Die Praxis wird zeigen, ob das so bleibt.
Unser Tipp: Testet die Werbung erst einmal. Wenn sie euch zu sehr stört oder ihr ChatGPT intensiv nutzt, lohnt sich das Plus-Abo. 20 Dollar im Monat sind angesichts der gebotenen Leistung fair – und ihr bleibt werbefrei.
