Radio hören geht heute viele Wege: klassisches Radio, Autoradio, Satellit oder Internet. Doch DAB+ – das digitale Radio – wird immer wichtiger und beliebter. Zu Recht, denn es bietet klare Vorteile gegenüber herkömmlichem UKW-Radio. Zeit für einen Überblick über den digitalen Radiostandard, der das Radiohören revolutioniert.
DAB+ – was ist das eigentlich?
DAB+ steht für „Digital Audio Broadcasting Plus“ und ist digitales terrestrisches Radio. Das Programm wird über Sendemasten verteilt und kann im Sendegebiet überall empfangen werden – wie beim traditionellen Radio, aber komplett digital. Satellitenschüssel oder Kabelanschluss braucht ihr nicht, eine einfache Antenne reicht.
Der große Unterschied zu UKW: Bei DAB+ gibt es nur „ganz oder gar nicht“. Entweder kommt das Signal kristallklar an, oder es bleibt weg. Kein Knistern, kein Rauschen, kein nerviges Nachstellen der Frequenz. Zusätzlich überträgt DAB+ viel mehr Informationen: Interpret und Titel, Albumcover, Nachrichtenticker, Verkehrsinfos und sogar Bilder.

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Warum ist digital besser als analog?
Digitale Übertragung bedeutet verlustfreie Qualität. Wo UKW-Signale je nach Entfernung und Wetter schwächer werden, liefert DAB+ konstant hochwertigen Sound. Die modernen Audio-Codecs sorgen für CD-ähnliche Klangqualität, selbst bei niedrigeren Bitraten.
Besonders praktisch: Ein DAB+-Sender kann mehrere Programme gleichzeitig ausstrahlen. Wo früher eine UKW-Frequenz nur ein Programm übertrug, passen bei DAB+ bis zu zehn Sender rein. Das bedeutet mehr Vielfalt für euch.

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Die Entwicklung von DAB+
Digitales Radio ist kein neuer Trend. Die Idee entstand bereits 1981 beim Bayerischen Rundfunk, erste Testausstrahlungen starteten 1985. DAB+ als Weiterentwicklung gibt es seit 2011 und hat sich inzwischen als Standard durchgesetzt.
2026 ist DAB+ in Deutschland flächendeckend verfügbar – nicht nur auf Autobahnen, sondern auch in ländlichen Gebieten. Moderne Neuwagen haben DAB+-Radios serienmäßig an Bord. Im Urlaub funktioniert euer DAB+-Radio übrigens auch, ihr empfangt dann die lokalen digitalen Sender des jeweiligen Landes.
DAB+ vs. Internetradio – was ist der Unterschied?
Klar, Internetradio ist auch digital und bietet weltweite Senderauswahl. Aber es gibt entscheidende Unterschiede: DAB+ braucht keine Internetverbindung und verbraucht kein Datenvolumen. Gerade unterwegs oder in Gebieten mit schlechtem Mobilfunknetz ist das ein Riesenvorteil.
DAB+ ist komplett kostenlos – keine Abo-Gebühren, keine versteckten Kosten. Einmal ein DAB+-Radio kaufen, dann jahrelang kostenlos hören. Bei Internetradio können je nach Mobilfunktarif schnell Kosten entstehen.
DAB vs. DAB+ – wo liegt der Unterschied?
DAB+ ist die verbesserte Version von DAB, die seit 2011 Standard ist. Die Plus-Version nutzt modernere Audio-Codecs (HE-AAC v2 statt MP2) und bietet deutlich bessere Klangqualität bei geringerer Bandbreite.
Alte DAB-Geräte können DAB+-Programme nicht wiedergeben, moderne DAB+-Geräte aber beide Standards. Heute senden praktisch alle Stationen nur noch in DAB+, deshalb solltet ihr beim Gerätekauf unbedingt auf das Plus achten.

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Welche Sender gibt es über DAB+?
DAB+ ist ein Übertragungsweg, kein eigener Sender. Ihr findet die meisten bekannten UKW-Programme, plus exklusive Digital-only-Sender. Alle öffentlich-rechtlichen Programme sind dabei: ARD, ZDF, Deutschlandfunk und die regionalen Sender.
Besonders interessant sind die DAB+-Spartensender: 1LIVE diggi, MDR JUMP In The Mix, BR Puls, ENERGY Nürnberg oder Klassik Radio Movie. Diese Programme gibt es nur digital. Insgesamt empfangt ihr deutschlandweit über 300 DAB+-Programme – deutlich mehr als über UKW.
Die Sendervielfalt wächst kontinuierlich. 2025/2026 sind viele private Anbieter dazugekommen, von Lokalradios bis zu bundesweiten Themensendern.

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Kommt das UKW-Aus?
Mittelfristig ja, aber ohne Hektik. Deutschland plant die UKW-Abschaltung für Ende der 2020er Jahre, ein konkreter Termin steht noch nicht fest. Andere Länder sind weiter: Norwegen schaltete UKW bereits 2017 ab, die Schweiz folgt 2026 komplett.
Frankreich, Belgien und die Niederlande bereiten ebenfalls den Umstieg vor. Wer viel in Europa unterwegs ist, sollte jetzt schon auf DAB+ setzen.
Zusatzdienste bei DAB+
DAB+ kann viel mehr als nur Ton übertragen. Moderne Radios zeigen Albumcover, Liedtexte, Wetterkarten, Verkehrsmeldungen und Nachrichtenticker an. Manche Sender übertragen sogar Slideshow-Bilder parallel zur Musik.
Besonders praktisch sind die Traffic Message Channel (TMC) Dienste für Navigationsgeräte und die Emergency Warning Functionality (EWF) für Katastrophenwarnungen. Diese Zusatzdienste machen DAB+ zu mehr als nur einem Radiostandard.
DAB+-Geräte – was braucht ihr?
Fast alle modernen Radios unterstützen DAB+ – von kleinen Küchenradios bis zu Hi-Fi-Anlagen. Bei Autoradios ist DAB+ in Neuwagen seit 2021 EU-weit Pflicht. Nachrüstsätze für ältere Fahrzeuge gibt’s ab etwa 100 Euro.
Achtet beim Kauf auf das „DAB+“-Logo. Geräte mit nur „DAB“ ohne Plus sind veraltet. Gute DAB+-Radios gibt’s schon ab 50 Euro, Premium-Geräte mit Internet-Funktionen kosten 200-500 Euro. Smartphones können mit entsprechenden Apps und Zusatzhardware auch DAB+ empfangen.
Tipp: Viele moderne Smart-TVs haben DAB+-Tuner integriert – perfekt für Hi-Fi-Qualität über die TV-Lautsprecher oder die Soundbar.
Zuletzt aktualisiert am 08.03.2026
