DeMail startet Ende August

E-Mails sind zwar praktisch, aber nicht besonders sicher. Jeder kann beim Versenden einer E-Mail eine beliebige  Absenderkennung verwenden. Ein ernsthaftes Problem, weil man sich überhaupt nicht darauf verlassen kann, dass der angebliche Absender auch der tatsächliche Absender ist.

Iim Privatbereich einfach nur blöd,  im Geschäftsleben ein Unding. Hier gibt es Bereiche, da ist man zwingend darauf angewiesen, sich darauf verlassen zu können, dass ein Absender auch stimmt. Bei Vertragsfragen zum Beispiel, oder wenn es um vertrauliche Dinge geht. Auch im Bereich der öffentlichen Verwaltung wäre es sinnvoll, wenn sich die Echtheit eines Absenders ermitteln ließe.

Darum wurde die De-Mail auf den Weg gebracht, die zur „sicheren, vertraulichen und nachweisbaren Kommunikation im Internet“ dienen soll.  Vorteil: E-Mails und Dokumente lassen sich hier verschlüsselt verschicken. Abhörsicher. Doch der viel größere Pluspunk: Absender und Empfänger müssen sich bei der Einrichtung ihres De-Mail-Postfachs identifizieren (etwa mit Personalausweis) und bei jeder(!) verschickten E-Mail ausweisen. Dadurch soll die De-Mail im Gegensatz zur regulären E-Mail weitgehend fälschungssicher sein. Man kann der Absenderangabe vertrauen.

Realisiert wird De-Mail aber von privaten Unternehmen, den sogenannten De-Mail-Providern bzw. De-Mail-Anbietern wie Telekom und 1&1. Die beiden Unternehmen haben heute (23.08.2012) gemeinsam Details zur De-Mail vorgestellt. Ende August, rechtzeitig zur IFA (Internationale Funkausstellung), startet der schlicht De-Mail getaufte Service, der rechtsverbindliche E-Mails ermöglicht. Rund 40 Partner machen von Anfang an mit, darunter Versicherungsunternehmen und Banken, die naturgemäß ein großes Interesse an rechtsverbindlichen E-Mails haben.

Kunden von Telekom und 1&1 sollen ab nächster Woche vertrauliche Dokumente an Behörden und Firmen verschicken können, auch der Empfang ist möglich. Das Versenden einer solchen sicheren E-Mail ist allerdings mit Kosten verbunden: In der Regel kostet die De-Mail 39 Cent. Für viele Firmen ist das trotzdem sehr interessant, schließlich kostet ein Brief mindestens 55 Cent, wer auch noch Papier, Druck, Umschlag etc. dazu rechnet, ist schnell bei 70 Cent. Das Einsparpotenzial ist daher erheblich.

Die De-Mail ist ein großes Geschäft – und dürfte für die Post zu einem erheblichen Problem werden. Knapp zehn Milliarden Euro geben die Deutschen pro Jahr für Porto aus. Schätzungen zufolge lassen sich rund 80 Prozent davon elektronisch abwickeln, wenn Versand und Empfang nur sicher sind. Darum brachte die Deutsche Post bereits vor zwei Jahren den E-Postbrief auf den Markt. Der E-Postbrief ist mit 55 Cent allerdings deutlich teurer als die De-Mail und setzt nach wie vor auf Papier.

Wer von Anfang an bei der De-Mail mitmachen will: Ab sofort kann sich jeder bei der Telekom für die De-Mail registrieren. Bis Ende des Jahres sind monatlich 50 De-Mails kostenlos enthalten, danach nur noch drei De-Mails pro Monat, jede weitere wird dann mit 0,39 Euro berechnet. Bei 1&1 sieht es ganz ähnlich aus. Hier können sich auch Geschäftstreibende registrieren, wenn sie im großen Stil De-Mails empfangen und verschicken wollen.

Es geht also los mit der De-Mail. Das ist auch dringend nötig. Denn zwar reden alle vom papierlosen Büro, doch wenn es ernst wird, wenn wir etwas erledigen wollen, was relevant ist, kommt man am Papier bislang nicht vorbei. Das könnte die De-Mail ändern. Sie funktioniert zwar bislang nur innerhalb Deutschlands, ist aber ein interessanter Anfang. Noch ist die De-Mail weitgehend unbekannt. Ob sich das ändert, wird vor allem davon abhängen, wie viele Unternehmen und Behörden mitmachen. Je mehr man online elektronisch erledigen kann, um so interessanter wird der neue Service.

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