Wer eine eigene Website baut oder einen Onlineshop oder Blog betreibt, möchte viele Besucher anziehen. Einer der wichtigsten Erfolgskriterien ist das Ladetempo – „PageSpeed“ genannt.
Der sogenannte „PageSpeed“ – also das Tempo, mit dem eine Webseite komplett geladen und auf dem PC oder im Mobilgerät angezeigt wird, ist ein wichtiger Faktor, der zum Erfolg deiner Website beiträgt.
Das Ladetempo (Pagespeed) ist entscheidend
Nicht nur, weil eine schneller geladene Webseite das Nutzungserlebnis verbessert (User sind heute ungeduldig, und wenn es zu lange dauert, ziehen sie weiter…). Nein, vor allem, weil das Ladetempo einer Webseite auch für die Beurteilung durch Google (und andere Suchmaschinen) eine große Rolle spielt. Was schneller geladen wird, wird besser bewertet – und dann auch mehr Menschen angezeigt.
Googles Core Web Vitals sind seit 2024 noch strenger geworden. Die drei Hauptmetriken – Largest Contentful Paint (LCP), Interaction to Next Paint (INP) und Cumulative Layout Shift (CLS) – entscheiden maßgeblich über euer Ranking. INP hat dabei das alte First Input Delay (FID) abgelöst und misst die gesamte Interaktionslatenz, nicht nur die erste Eingabe.
Die gute Nachricht: Die Pagespeed bzw. die Seitenladezeit lässt sich durchaus beeinflussen. Jeder kann mit einigen Kniffen und Werkzeugen die Ladezeit seiner Webpräsenz verbessern.
Niemand wartet gerne darauf, dass eine App oder Webseite reagiert
Was ist die Seitenladezeit eigentlich?
Die Seitenladezeit ist die Zeitdauer in Millisekunden, die von deinem Webbrowser benötigt werden, um eine Webseite vollständig zu laden. Es gibt verschiedene Metriken: Time to First Byte (TTFB), First Contentful Paint (FCP) und Complete Load Time.
Eine moderne Website sollte einen LCP-Wert von unter 2,5 Sekunden erreichen, um als „gut“ zu gelten. Für mobile Geräte gelten inzwischen noch strengere Maßstäbe – hier sind unter 2 Sekunden das Ziel.
Das offizielle Tool von Google heißt PageSpeed Insights und wurde 2025 nochmals überarbeitet. Damit können Webentwickler und Seiteninhaber innerhalb von Sekunden feststellen, wie schnell die eigenen oder andere Webseiten vom Browser geladen werden.
Finden kann man das Google Tool hier:
https://pagespeed.web.dev/
Angezeigt wird eine Leistung zwischen 0 und 100 Punkten. Eine gute Website sollte mindestens 90 Punkte erzielen – sowohl für Desktop als auch Mobile. Mobile First ist dabei längst Standard, da über 60% aller Webseitenaufrufe von Mobilgeräten kommen.
Die Wahl des CMS und moderne Technologien
Die meisten Websites verwenden heutzutage ein sogenanntes CMS (Content Management System). WordPress bleibt der Standard, hat aber 2025 mit WordPress 6.8 nochmals deutliche Performance-Verbesserungen erhalten. Das neue Block-System ist optimiert und lädt schneller.
Alternativ sind Static Site Generators wie Next.js, Nuxt oder Astro extrem schnell geworden. Diese generieren statische HTML-Seiten, die blitzschnell laden.
Bei WordPress-Themes solltet ihr auf moderne, schlanke Themes setzen: GeneratePress, Astra oder das neue Twenty Twenty-Six Theme von WordPress selbst sind optimiert. Vergesst Page Builder wie Elementor oder Divi – die blähen eure Seite unnötig auf.
PageSpeed von schieb.de: Gute Ergebnisse
Bilder: WebP, AVIF und moderne Kompression
Bilder sind nach wie vor die größten Performance-Killer. Aber hier hat sich einiges getan:
Moderne Bildformate: WebP ist Standard, AVIF wird immer wichtiger. Beide Formate sind deutlich kleiner als JPEG bei gleicher Qualität. WordPress unterstützt seit Version 6.5 AVIF nativ.
Lazy Loading: Ist inzwischen Standard und lädt Bilder erst, wenn sie im Viewport erscheinen.
Responsive Images: Mit srcset werden je nach Gerät unterschiedliche Bildgrößen geladen.
Für die Komprimierung gibt es neue Tools:
– Squoosh von Google (squoosh.app) – kostenlos und sehr gut
– TinyPNG unter https://tinypng.com/ – bewährt und zuverlässig
– ImageOptim für Mac-User
WordPress-Plugins wie ShortPixel oder Smush komprimieren automatisch beim Upload.
Hosting: Edge Computing und CDN
Der Hostinganbieter ist entscheidender denn je. 2026 solltet ihr auf folgende Features achten:
Edge Computing: Anbieter wie Cloudflare, Vercel oder Netlify servieren eure Inhalte von weltweiten Edge-Servern.
HTTP/3 und QUIC: Das neue Protokoll ist schneller als HTTP/2.
Server-Side Rendering (SSR): Seiten werden auf dem Server vorgerendert.
Im deutschsprachigen Raum empfehlen sich:
– Raidboxes (speziell für WordPress)
– All-Inkl (günstig mit guter Performance)
– Hetzner Cloud (für Entwickler)
– Cloudflare Pages (für statische Seiten)
WordPress Optimierung: Die wichtigsten Plugins 2026
Bei WordPress-Plugins hat sich einiges getan:
Caching-Plugins:
– WP Rocket bleibt Spitzenreiter, kostet aber Geld
– LiteSpeed Cache ist kostenlos und sehr gut (wenn euer Host LiteSpeed unterstützt)
– W3 Total Cache für Profis
Bild-Optimierung:
– ShortPixel (automatische WebP/AVIF-Konvertierung)
– Smush (kostenlose Basis-Version)
Database-Optimierung:
– WP-Optimize räumt die Datenbank auf
– Advanced Database Cleaner für tiefere Reinigung
Was ihr vermeiden solltet:
Zu viele Plugins! Jedes Plugin verlangsamt eure Seite. Prüft regelmäßig mit Query Monitor, welche Plugins Performance kosten.
Core Web Vitals verstehen und optimieren
Largest Contentful Paint (LCP): Der größte sichtbare Content sollte in unter 2,5 Sekunden laden. Optimiert große Bilder und verwendet moderne Bildformate.
Interaction to Next Paint (INP): Misst, wie schnell eure Seite auf Klicks reagiert. Reduziert JavaScript und nutzt moderne Frameworks.
Cumulative Layout Shift (CLS): Verhindert, dass Inhalte beim Laden springen. Gebt Bildern feste Dimensionen und ladet Fonts mit font-display: swap.
Mobile Performance: Der entscheidende Faktor
Mobile Performance ist 2026 wichtiger denn je. Googles Mobile-First-Index bewertet primär die mobile Version eurer Seite.
Tipps für mobile Optimierung:
– Verzichtet auf große Hero-Images
– Nutzt System-Fonts statt Custom Fonts
– Minimiert JavaScript
– Implementiert Progressive Web App (PWA) Features
– Nutzt Service Workers für Offline-Funktionalität
Monitoring und kontinuierliche Optimierung
Performance-Optimierung ist kein einmaliger Vorgang. Nutzt diese Tools für kontinuierliches Monitoring:
- Google Search Console: Zeigt Core Web Vitals eurer gesamten Website
- GTmetrix: Detaillierte Performance-Analyse
- WebPageTest: Professionelle Ladezeit-Tests
- Lighthouse: Integriert in Chrome Developer Tools
Warum die Ladezeit bei Webseiten optimieren?
Die Zahlen sprechen für sich: Eine Verzögerung von nur 100 Millisekunden kann die Konversionsrate um 7% senken. Amazon verliert bei einer Sekunde Verzögerung 1,6 Milliarden Dollar Umsatz pro Jahr.
Für SEO ist PageSpeed ein direkter Ranking-Faktor. Google bevorzugt schnelle Seiten und straft langsame ab. Mit den Core Web Vitals als offiziellem Ranking-Signal ist Performance wichtiger denn je.
Zudem verbessert sich die User Experience dramatisch. Nutzer bleiben länger auf schnellen Seiten, die Bounce-Rate sinkt und die Wahrscheinlichkeit für Conversions steigt.
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026