Ein Handyverbot an Schulen könnte aus vielen Gründen sinnvoll sein

von | 21.02.2024 | Digital

Ein Handyverbot an Schulen ist ein kontroverses Thema, das sowohl Befürworter als auch Gegner hat. In meinen Augen überwiegen die Vorteile, wenn Handys ausgeschaltet bleiben müssen.

Handyverbot an der Schule? Das muss für alle Kinder und Jugendliche wie eine Zumutung klingen. Das verstehe ich sogar. Wir haben doch fast alle unser Handy heute immer mit dabei. Offiziell, um jederzeit erreichbar zu sein – oder um uns in Pausen abzulenken, mit einem Game, ein bisschen Social Media, wenn wir ehrlich sind.

Lernen im geschützten Raum

Aber Schule ist ein besonderer Ort. Im Idealfall lernen die Schüler hier, konzentriert und ungestört. Sie tauschen sich im Unterricht und in den Pausen aus. Lachen. Spielen. Ärgern sich auch mal gegenseitig. Aber: Im direkten Austausch.

Doch sobald auch nur ein Kind sein Handy zückt, ist der Spaß vorbei. Immer mehr Kinder wenden sich dann ihren Smartphones zu und voneinander ab. Es ist ein Domino-Effekt.

Das gilt selbstredend erst recht für den Unterricht. Natürlich ist es in der Regel verboten, die Geräte dort einzuschalten. Doch – oh Wunder –, es passiert doch. Regelmäßig werden Fotos oder Videos von Lehrern gemacht. Oder die Kids ärgern sich über WhatsApp und auf Social Media. Und dann – und nicht nur dann – gibt es Diskussionen, die den Unterricht stören. Und, je nach Schule, Unterricht unmöglich machen.

Studie: Bloße Anwesenheit eines Handys stört

Eine Studie der Universität Paderborn belegt: Die bloße Anwesenheit eines Smartphones wirkt sich ungünstig auf die Produktivität aus, selbst wenn es nicht zu einer Interaktion mit dem Gerät kommt. Die Tatsache, dass das Handy in Sichtweite ist – sogar wenn es ausgeschaltet ist – stört die menschliche Aufmerksamkeit.

Ein Handyverbot an Schulen kann das verhindern. Alle Handys zu Schulbeginn abgeben und am Schulende oder in Notfällen wieder abholen.

Das ist ein notwendiger Schritt, um eine konzentrierte, gesunde und gerechte Lernumgebung zu gewährleisten. Es ist an der Zeit, dass wir erkennen, dass der ununterbrochene Zugang zu mobilen Geräten nicht ein Recht, sondern ein Privileg ist, das in der Schule sorgfältig abgewogen werden muss gegenüber dem Recht aller Schüler auf Bildung und persönliches Wachstum.

Im Folgenden finden Sie eine Liste guter Argumente, die für ein Handyverbot an Schulen sprechen.

Argumente für ein Handyverbot an Schulen

  1. Ablenkungsreduzierung: Handys sind eine Quelle ständiger Ablenkung für Schüler. Sie können den Lernprozess unterbrechen, wenn Schüler Nachrichten senden, soziale Medien nutzen oder Spiele spielen, anstatt dem Unterricht zu folgen.
  2. Förderung sozialer Interaktion: Ein Handyverbot ermutigt Schüler, in Pausen und Freistunden direkte Gespräche zu führen, anstatt in ihre Bildschirme vertieft zu sein. Dies stärkt soziale Fähigkeiten und fördert die persönliche Interaktion.
  3. Verbesserung der psychischen Gesundheit: Soziale Medien können zu Neid, Unzufriedenheit und Angstzuständen bei Jugendlichen führen. Ein Handyverbot kann den Druck verringern, ständig online zu sein und sich mit anderen zu vergleichen.
  4. Datenschutz und Sicherheit: Handys können unbeabsichtigt zur Verbreitung von Fotos und Videos beitragen, die die Privatsphäre von Schülern und Lehrern verletzen. Ein Verbot schützt vor solchen Verletzungen der Privatsphäre.
  5. Förderung der kognitiven Fähigkeiten: Die Beschränkung des Handygebrauchs ermutigt Schüler, sich auf traditionelle Lernmethoden wie das Lesen von Büchern und handschriftliche Notizen zu konzentrieren, was die kognitiven Fähigkeiten verbessern kann.
  6. Gleichheit: Nicht alle Schüler haben Zugang zu den neuesten oder leistungsfähigsten Handys. Ein Verbot verhindert, dass Unterschiede in der Geräteausstattung zu sozialen Spannungen oder Benachteiligungen führen.

 

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