Facebook-App-Verbindungen löschen und Daten schützen

von | 28.08.2020 | Tipps

Das Anmelden bei einer Website oder einem Service über das Facebook-Login ist bequem: Ihr meldet euch mit euren bekannten Kontodaten an, müsst kein weiteres Konto anlegen und Passwort ausdenken, und eure persönlichen Daten werden schon voreingetragen. Im Standard ist aber jede App oder Website, die die Authentifizierung via Facebook nutzt, erst einmal als aktiv gespeichert. Es macht also Sinn, die Zugänge wieder zu löschen.

Warum ihr Facebook-App-Verbindungen regelmäßig prüfen solltet

Viele von euch haben sich schon hunderte Male mit dem Facebook-Login bei verschiedenen Services angemeldet – oft nur einmalig, um etwas auszuprobieren. Das Problem: Facebook speichert jede dieser Verbindungen und gewährt den Apps dauerhaft Zugriff auf eure Daten. 2024 und 2025 gab es mehrere Datenschutzvorfälle bei kleineren Apps, die über Facebook-Login Zugriff auf Nutzerdaten hatten. Grund genug, regelmäßig aufzuräumen.

So findet ihr eure aktiven Facebook-App-Verbindungen

Wenn ihr das erste Mal die Anmeldung per Facebook bei einer neuen App oder Website vorgenommen habt, informiert euch Facebook darüber. Per Push-Nachricht, E-Mail und Benachrichtigung auf der Website. Ein Klick auf diese Benachrichtigung führt euch dann direkt zur Übersicht der aktiven Apps und Websites.

Alternativ klickt ihr auf Einstellungen & Privatsphäre > Einstellungen > Apps und Websites um in die Übersicht derjenigen zu kommen, die mit eurem Facebook-Konto gekoppelt sind. Meta hat diese Navigation 2024 leicht überarbeitet – der Menüpunkt ist jetzt prominenter platziert.

Berechtigungen einzelner Apps kontrollieren

Wenn ihr auf eines der App-Symbole klickt, zeigt euch Facebook alle Berechtigungen, die die App oder Website hat. Hier seht ihr auch, wann die App zuletzt auf eure Daten zugegriffen hat – ein wichtiger Indikator dafür, ob sie noch aktiv genutzt wird.

Hier könnt ihr für jedes Element, auf das Zugriff besteht, einzeln ein- oder ausschalten. Das Ausschalten kann natürlich dazu führen, dass bestimmte Funktionen nicht mehr funktionieren. Besonders kritisch sind Berechtigungen wie:

  • Zugriff auf eure E-Mail-Adresse
  • Freundesliste
  • Posts und Aktivitäten
  • Profilinformationen

Apps und Websites komplett entfernen

Markiert in der Übersicht einen Eintrag und klickt dann auf Entfernen, um den Zugriff der App oder Website komplett zu löschen. Besonders bei nur einmal verwendeten Anmeldungen solltet ihr dies direkt machen, dann vergesst ihr es später nicht mehr.

Neue Features für mehr Kontrolle

Seit Ende 2025 bietet Facebook zusätzliche Sicherheitsfeatures:

Automatische Bereinigung: Apps, die länger als 90 Tage nicht genutzt wurden, können automatisch entfernt werden. Aktiviert diese Option unter Einstellungen > Apps und Websites > Automatische Bereinigung.

Erweiterte Benachrichtigungen: Ihr könnt euch monatlich per E-Mail über alle aktiven App-Verbindungen informieren lassen. Das hilft dabei, den Überblick zu behalten.

Datenexport vor Löschung: Bevor ihr eine App-Verbindung löscht, könnt ihr prüfen, welche Daten ausgetauscht wurden. Ein Klick auf „Datenaktivität anzeigen“ zeigt euch eine detaillierte Übersicht.

Alternative zu Facebook-Login nutzen

Immer mehr Services bieten mittlerweile Alternativen zum Facebook-Login:

  • Apple Sign-In: Besonders datenschutzfreundlich, da Apple eure echte E-Mail-Adresse verbergen kann
  • Google Sign-In: Weit verbreitet und meist zuverlässig
  • Passkeys: Der neue Standard, der Passwörter komplett überflüssig macht
  • Dedicated Accounts: Manchmal ist es sinnvoller, ein eigenes Konto anzulegen

Regelmäßige Kontrolle als Routine

Macht die Überprüfung eurer Facebook-App-Verbindungen zur Routine. Einmal im Quartal solltet ihr durchgehen und alte, ungenutzte Verbindungen löschen. Das reduziert nicht nur euer Datenschutzrisiko, sondern kann auch die Performance eures Facebook-Accounts verbessern.

Besonders wichtig: Überprüft Apps von Anbietern, die ihr nicht mehr kennt oder denen ihr nicht mehr vertraut. Viele kleine Apps und Services verschwinden vom Markt, ihre Datenbank-Zugänge bleiben aber oft bestehen.

Durch diese regelmäßige Pflege behaltet ihr die Kontrolle über eure Daten und reduziert gleichzeitig die Angriffsfläche für potenzielle Sicherheitslücken.

Zuletzt aktualisiert am 28.02.2026