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Excel: Komma oder Punkt machen den Unterschied

von | 08.11.2023 | Office

Auch wenn wir internationaler geworden sind: Manche lokalen Gegebenheiten machen immer noch einen riesigen Unterschied. So beispielsweise macht es bei Excel einen enormen Unterschied, ob ihr einen Dezimalpunkt oder ein Komma verwendet – und das kann eure ganzen Datenanalysen durcheinanderbringen!

Excel ist nach wie vor die Standardsoftware für Datenverarbeitung und -präsentation. Allerdings gebt ihr in den seltensten Fällen die Daten direkt in Excel ein – meist kommen diese aus anderen Quellen. Zum Beispiel aus Textdateien, die ihr in Excel importiert, meist in Form von CSV-Dateien, oder aus modernen Datenquellen wie APIs, Cloud-Services oder Business Intelligence Tools.

Das leidige Zahlenformat – ein globales Problem

Excel orientiert sich mit den verwendeten Formaten immer noch an den Regionaleinstellungen des Windows- oder Mac-Systems. Dazu gehören Währungen, Datum, Uhrzeit und eben auch das Zahlenformat. Das unterscheidet sich weltweit erheblich: Deutschland und die meisten europäischen Staaten verwenden das Komma als Trenner zwischen ganzzahligem und Dezimal-Teil einer Zahl, während Großbritannien, die USA und viele andere Länder den Punkt verwenden.

Wenn ihr nun eine Datenquelle aus den USA habt, wird der Betrag 3,99 als 3.99 geliefert. In Zeiten von internationalen E-Commerce-Plattformen, globalen Finanzberichten oder multinationalen Projekten ist das ein alltägliches Problem geworden.

Das Problem: Excel macht aus 3.99 automatisch ein Datum – im Beispiel „März 99“. Nur da, wo es aus der Zahl kein sinnvolles Datum formen kann, legt es die Zelle als Zahl ab. Das bringt Datenreihen gehörig durcheinander und kann zu kostspieligen Fehlern in Berechnungen, Analysen oder Berichten führen.

Moderne Herausforderungen mit Excel 365 und Co.

Mit Excel 365 und der Cloud-Integration sind diese Probleme sogar noch komplexer geworden. Wenn ihr Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführt – etwa aus Power BI, SharePoint-Listen, oder direkt aus Online-Services – können unterschiedliche Zahlenformate aufeinandertreffen. Besonders kritisch wird es bei automatisierten Datenimporten oder wenn mehrere Personen aus verschiedenen Ländern an derselben Datei arbeiten.

Die neuen Dynamic Arrays und Funktionen wie XLOOKUP reagieren ebenfalls sensibel auf unterschiedliche Zahlenformate. Ein falsches Dezimaltrennzeichen kann dazu führen, dass komplexe Formeln nicht funktionieren oder falsche Ergebnisse liefern.

Umstellen des Zahlenformats in Excel – der richtige Weg

Ihr könnt das Zahlenformat, das Excel verwendet bzw. bei einem Import von Daten erwartet, gezielt umstellen. In Excel 365 und den neueren Versionen ist das Vorgehen etwas erweitert worden:

  • Klickt in Excel auf Datei > Optionen.
  • In den Kategorien klickt auf Erweitert und scrollt dann hinunter bis zu Bearbeitungsoptionen.
  • Im Standard ist hier Trennzeichen vom Betriebssystem übernehmen aktiviert.
  • Wenn ihr einen Wechsel des Dezimaltrennzeichens vornehmen wollt, deaktiviert diese Option.
  • Gebt unter Dezimaltrennzeichen und Tausendertrennzeichen das entsprechende Zeichen („,“ oder „.“) ein.
  • Wichtig: Klickt auf Für alle geöffneten Arbeitsmappen übernehmen, wenn ihr wollt, dass die Einstellung global gilt.
  • Bestätigt die Eingabe durch einen Klick auf OK.

Das neue Zahlenformat wird nun automatisch berücksichtigt. Ihr müsst nur darauf achten, auch bei manueller Eingabe das richtige Format zu verwenden!

Moderner Import von Daten in Excel – Power Query macht den Unterschied

Der klassische CSV-Import ist zwar noch verfügbar, aber Excel bietet heute deutlich mächtigere Tools. Power Query („Daten abrufen“) ist der moderne Weg für Datenimporte und bietet viel mehr Kontrolle über Zahlenformate:

  • Klickt auf Daten > Daten abrufen > Aus Datei > Aus Text/CSV.
  • Wählt eure Datei aus – Excel zeigt automatisch eine Vorschau mit erkannten Datentypen.
  • Klickt auf Daten transformieren für erweiterte Optionen.
  • Im Power Query-Editor könnt ihr für jede Spalte gezielt den Datentyp festlegen.
  • Bei Dezimalzahlen wählt Dezimalzahl und Excel erkennt automatisch das richtige Format.
  • Über Schließen & laden importiert ihr die Daten sauber formatiert.

Der große Vorteil: Diese Importschritte werden gespeichert. Wenn sich eure Quelldatei ändert, könnt ihr die Daten mit einem Klick auf Aktualisieren neu einlesen – mit den korrekten Formaten.

Profi-Tipps für den Alltag

Für den täglichen Umgang mit gemischten Zahlenformaten gibt es ein paar Tricks:

  • Nutzt die Funktion Text in Spalten (Daten > Text in Spalten), um bereits importierte Daten nachträglich zu korrigieren.
  • Die WERT()-Funktion kann Textzahlen mit falschem Dezimaltrennzeichen in echte Zahlen umwandeln.
  • Bei häufigen Importen aus derselben Quelle erstellt euch eine Excel-Vorlage mit den richtigen Formateinstellungen.
  • In Excel für Mac findet ihr die Optionen unter Excel > Einstellungen > Bearbeiten.

Die so erzeugten Tabellen solltet ihr im modernen Excel-Format (.XLSX) speichern, da dieses die Formatierungen zuverlässiger beibehält als das alte .XLS-Format.

Zuletzt aktualisiert am 17.02.2026

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