Facebook-Daten herunterladen: So bekommt ihr eure kompletten Daten

von | 20.08.2017 | Internet

Wer wissen will, welche Daten das Soziale Netzwerk Facebook (heute Meta) im Laufe der Zeit über einen gesammelt hat, der kann dieses Informationspaket mit ein paar Klicks ganz einfach von Facebook selbst anfordern. Seit der DSGVO-Einführung 2018 ist das nicht nur möglich, sondern ein verbrieftes Recht.

So fordert ihr eure Facebook-Daten an:

  1. Loggt euch mit eurem Facebook-Konto ein.
  2. Klickt auf euer Profilbild rechts oben und wählt Einstellungen und Privatsphäre > Einstellungen.
  3. In der linken Seitenleiste findet ihr den Bereich Deine Facebook-Informationen.
  4. Klickt auf Deine Informationen herunterladen.
  5. Wählt den Datumsbereich (z.B. „Gesamte Zeit“ für alle Daten oder einen spezifischen Zeitraum).
  6. Bestimmt das Format: JSON für technisch versierte User oder HTML für bessere Lesbarkeit.
  7. Wählt die Medienqualität: Niedrig für kleinere Dateien oder Hoch für Originalqualität.
  8. Entscheidet, welche Datenkategorien ihr haben wollt – von Posts über Nachrichten bis hin zu Werbeinteraktionen.
  9. Klickt auf Download erstellen und gebt euer Passwort ein.
  10. Je nach Datenmenge kann die Verarbeitung zwischen wenigen Minuten und mehreren Tagen dauern.
  11. Ihr bekommt eine E-Mail mit dem Download-Link für eure ZIP-Datei.

Was steckt in euren Facebook-Daten?

Das Datenpaket ist oft größer als erwartet und enthält deutlich mehr als nur eure Posts und Fotos. Hier die wichtigsten Kategorien:

Basis-Inhalte:
– Alle Posts, Kommentare und Reaktionen
– Hochgeladene Fotos und Videos (auch die gelöschten!)
– Private Nachrichten und Gruppenchats
– Freundeslisten und blockierte Personen

Aktivitätsdaten:
– Suchverlauf (was ihr auf Facebook gesucht habt)
– Besuchte Seiten und Gruppen
– Verwendete Apps und Spiele
– Werbeanzeigen, auf die ihr geklickt habt

Tracking und Targeting:
– Werbe-Interessen, die Facebook euch zuordnet
– Informationen von Datenmaklern
– Off-Facebook-Aktivitäten (Websites mit Facebook-Pixel)
– Standortdaten und Check-ins

Besonders brisant: Off-Facebook-Aktivitäten

Seit 2020 zeigt Facebook transparenter, welche Daten von externen Websites und Apps gesammelt werden. Diese „Off-Facebook-Aktivitäten“ sind oft der größte Augenöffner: Hier seht ihr, welche Online-Shops, Nachrichtenseiten oder Apps eure Aktivitäten an Facebook weiterleiten – auch wenn ihr nicht eingeloggt seid.

Mobile App vs. Desktop

Auf dem Smartphone findet ihr die Download-Option in der Facebook-App unter: Menü (drei Striche) > Einstellungen und Privatsphäre > Einstellungen > Deine Facebook-Informationen.

Was tun mit den Daten?

Die heruntergeladenen Daten sind nicht nur zur Neugier da. Ihr könnt sie nutzen für:
Datensicherung vor Konto-Löschung
Umzug zu anderen Plattformen
Aufräumen: Alte Posts und Fotos gezielt löschen
Privatsphäre-Check: Ungewollte Datensammlungen entdecken

Tipp für Datenschutz-Bewusste:

Nutzt die Gelegenheit und überprüft gleichzeitig eure Privatsphäre-Einstellungen. Unter „Privatsphäre“ könnt ihr einstellen, wer eure Posts sehen kann, wie ihr gefunden werdet und welche Daten für Werbezwecke verwendet werden dürfen.

Besonders wichtig: Die „Off-Facebook-Aktivitäten“ könnt ihr löschen und die zukünftige Verknüpfung deaktivieren. Das reduziert deutlich, wie präzise Facebook euch für Werbung targeten kann.

Die Datenauskunft ist übrigens kostenlos und unbegrenzt oft möglich. Macht davon Gebrauch – es ist euer gutes Recht zu wissen, was Konzerne wie Meta über euch sammeln.

Zuletzt aktualisiert am 02.04.2026