Lästige SPAM-Anrufe sind längst kein saisonales Problem mehr – sie haben sich zu einer ganzjährigen Plage entwickelt. Ob Krypto-Betrug, Energieverträge oder angebliche Gewinnspiele: Die Methoden werden immer raffinierter. Doch ihr müsst euch nicht hilflos fühlen. Mit den richtigen Router-Einstellungen könnt ihr den Großteil dieser Nervensägen dauerhaft blockieren.
Ihr sitzt gemütlich beim Kaffee, das Telefon klingelt, die Nummer ist euch unbekannt. Neugierig nehmt ihr den Anruf an und werdet entweder mit einem unmoralischen Angebot, einer unerwünschten Werbung oder Stille begrüßt. Das mag bei einem Anruf noch verschmerzbar sein. Spätestens, wenn die selbe Nummer mehrfach anruft, wird es Zeit, diese im Router zu sperren.
SPAM-Anrufe 2026: Neue Dimensionen
Die Situation hat sich in den letzten Jahren drastisch verschärft. Moderne Call-Center nutzen KI-gestützte Systeme, die eure Stimme analysieren und sogar euer Verhalten bewerten. Reagiert ihr höflich, landet ihr auf der „freundliche Opfer“-Liste und bekommt noch mehr Anrufe. Die Bundesnetzagentur verzeichnete 2025 über 120.000 Beschwerden wegen unerlaubter Werbeanrufe – Tendenz steigend.
Besonders perfide: Viele SPAM-Anrufer nutzen inzwischen Call-ID-Spoofing. Dabei werden seriöse deutsche Rufnummern vorgetäuscht, um euer Vertrauen zu gewinnen. Auch das Phänomen „Ping-Calls“ hat zugenommen – kurze Anrufe, die euch zum teuren Rückruf verleiten sollen.
Router als erste Verteidigungslinie
Der Router fungiert neben vielen anderen Aufgaben auch als Telefonzentrale. Damit laufen die Anrufe auch zuerst am Router auf und werden dann an die Endgeräte weitergegeben. Bei einer Fritz!Box können Sie diese Weiterleitung beeinflussen, auch wenn das nicht ganz intuitiv möglich ist, bei anderen Routerherstellern geht das meist auf ähnlichem Weg.

Fritz!Box: Schritt-für-Schritt Anleitung
- Klickt auf Telefonie > Anrufe, dann sucht die zu sperrende Rufnummer aus der Anrufliste heraus.
- Klickt dann auf das Symbol mit dem Adressbuch ganz rechts neben der Rufnummer.
- Achtet dann darauf, dass Ihr statt auf Telefonbuch auf Rufsperren klickt. Anrufe von den dort aufgenommenen Rufnummern werden gar nicht mehr an die Telefone weitergeleitet, sondern direkt verworfen. Solange die Anrufer ihre Rufnummer nicht variieren, habt Ihr Ruhe.
Erweiterte Sperr-Optionen nutzen
Moderne Fritz!Box-Modelle (ab Fritz!OS 7.50) bieten erweiterte Filteroptionen. Ihr könnt Rufnummernbereiche sperren – praktisch bei Call-Centern, die systematisch Nummernblöcke durchprobieren. Auch internationale Vorwahlen lassen sich komplett blockieren, falls ihr keine Auslandsanrufe erwartet.
Besonders effektiv ist die „Unbekannte Anrufer“-Sperre. Diese leitet nur Anrufe weiter, deren Nummern in eurem Telefonbuch stehen. Zwar etwas radikal, aber bei massiven SPAM-Problemen goldwert.
Andere Router-Hersteller
Telekom Speedport-Router bieten unter „Telefonie“ > „Rufbehandlung“ ähnliche Funktionen. Bei Vodafone-Routern findet ihr die Optionen unter „Telefoneinstellungen“. O2-HomeBox-Nutzer schauen unter „Telefon“ > „Anrufschutz“.
Profi-Tipps für maximalen Schutz
Ein bewährter Trick: Bei unbekannten Nummern abhebt, aber schweigt. Die meisten automatisierten SPAM-Systeme beenden den Anruf nach wenigen Sekunden Stille und markieren eure Nummer als „nicht erreichbar“. Das reduziert die Anruffrequenz deutlich.
Alternativ könnt ihr eine „Freischaltung“ einrichten: Unbekannte Anrufer hören eine Ansage wie „Drücken Sie die 1, um verbunden zu werden“. Echte Anrufer machen das, Spam-Roboter nicht.
Apps als Ergänzung
Für Smartphones sind Apps wie „Truecaller“ oder „Clever Dialer“ sinnvolle Ergänzungen. Diese Apps nutzen Community-basierte Spam-Datenbanken und warnen vor bekannten SPAM-Nummern. Allerdings solltet ihr die Datenschutz-Einstellungen sorgfältig prüfen.
Rechtliche Handhabe
Unerlaubte Werbeanrufe könnt ihr bei der Bundesnetzagentur melden (bundesnetzagentur.de). Bei wiederholten Verstößen drohen den Anrufern Bußgelder bis zu 300.000 Euro. Führt am besten ein kleines „Spam-Tagebuch“ mit Datum, Uhrzeit und Nummer – das hilft den Behörden bei der Verfolgung.
Fazit
SPAM-Anrufe komplett zu eliminieren ist unmöglich, aber mit den richtigen Router-Einstellungen und etwas Disziplin könnt ihr 90% der Belästigungen stoppen. Investiert die zehn Minuten Setup-Zeit – eure Nerven werden es euch danken.
Zuletzt aktualisiert am 20.02.2026