Generation Z kann kein Excel – aber das ist lösbar

von | 17.07.2023 | Office

Die Generation Z erobert den Arbeitsmarkt – digital native, aber bei Excel hapert’s gewaltig. Während sie TikTok-Algorithmen verstehen und KI-Tools intuitiv nutzen, scheitern viele an Pivot-Tabellen und SVERWEIS-Formeln.

Die Zahlen sind eindeutig: Nur 35% der Generation Z beherrschen Excel souverän, zeigt eine aktuelle Analyse von Microsoft und LinkedIn aus 2025. Zum Vergleich: Bei den Baby Boomern sind es 58%, bei der Generation X immerhin 47%. Ein Paradox in einer Zeit, in der digitale Kompetenz wichtiger denn je ist.

Mit Excel lassen sich Tabellen verwalten und Kalkulationen erstellen

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Warum Excel für Gen Z zum Buch mit sieben Siegeln wird

Die Gründe sind vielschichtig. Erstens: Schulen haben Excel weitgehend aus dem Lehrplan gestrichen. Stattdessen dominieren Google Workspace und Canva den Unterricht – verständlich, aber problematisch für den späteren Berufsalltag.

Zweitens: Excel ist komplexer als TikTok oder Instagram. Während soziale Medien auf sofortige Befriedigung setzen, erfordert Excel Geduld und systematisches Denken. Die App-Generation ist gewohnt, dass alles intuitiv funktioniert – Excel aber folgt eigenen Gesetzen.

Drittens: Die Gen Z ist mit Cloud-basierten Tools wie Notion, Airtable und Google Sheets aufgewachsen. Diese sind optisch ansprechender und bieten moderne User Interfaces. Excel wirkt dagegen wie ein Dinosaurier aus den 90ern.

Viertens: KI-Tools wie ChatGPT und Claude können mittlerweile viele Berechnungen übernehmen. Warum Excel lernen, wenn man einfach fragen kann: „Berechne mir den ROI für diese Marketing-Kampagne“?

Das Problem wird zum Karriere-Killer

Trotz aller digitalen Alternativen: Excel ist in deutschen Unternehmen nach wie vor Standard. Eine Umfrage der Personalberatung Robert Half aus 2025 zeigt: 78% aller Stellenausschreibungen im kaufmännischen Bereich fordern Excel-Kenntnisse.

Besonders kritisch wird’s in diesen Bereichen:

  • Controlling und Finance (95% der Jobs erfordern Excel)
  • Marketing Analytics und Performance Marketing
  • Projektmanagement und Operations
  • Vertrieb und Sales Analytics
  • HR Analytics und Personalplanung
  • Supply Chain Management
  • Business Intelligence und Reporting
  • Consulting und Unternehmensberatung

Das führt zu absurden Situationen: Gen Z-Bewerber können komplexe Python-Scripts für Machine Learning schreiben, scheitern aber an einer simplen WENN-DANN-Formel in Excel.

Büro-Anwendungen wie Exceö gehören nichtzu den Lieblings-Apps den GenZ

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Was Unternehmen jetzt tun müssen

Smart Employers haben bereits reagiert. Diese Strategien funktionieren:

Micro-Learning statt Tagesschulungen: 15-minütige Excel-Häppchen via Teams oder Slack. Die Gen Z lernt lieber in kleinen Portionen als in 8-Stunden-Workshops.

Gamification: Apps wie Excel Exposure oder Spreadsheet Warriors machen das Lernen spielerisch. Leaderboards und Achievements motivieren.

KI-Integration: Zeigt, wie ChatGPT und Excel zusammenarbeiten können. Statt „entweder oder“ heißt es „sowohl als auch“.

Peer-to-Peer Learning: Lasst ältere Kollegen als Mentoren fungieren. Reverse Mentoring funktioniert: Gen Z bringt TikTok-Marketing bei, Millennials erklären Pivot-Tabellen.

Praxisrelevante Beispiele: Statt langweiliger Umsatztabellen lieber Instagram-Analytics oder Gaming-Statistiken als Lernmaterial nutzen.

Excel lernen 2026: So geht’s richtig

Für alle Gen Z’ler, die aufholen wollen:

YouTube ist euer Freund: Kanäle wie „ExcelIsFun“ oder deutsche Creator wie „Excelpedia“ erklären alles step-by-step.

Microsoft Learn: Kostenlose, interaktive Kurse direkt vom Hersteller. Perfekt strukturiert und immer aktuell.

Excel Labs: Das neue Add-In von Microsoft bringt Python-Integration und KI-Features. Brücke zwischen alter und neuer Welt.

Practice-Datasets: Arbeitet mit echten Daten aus euren Interessensgebieten. Spotify-Playlists, Gaming-Stats oder Social-Media-Metriken sind motivierender als Quartalszahlen.

Power Query lernen: Der Game-Changer für Datenimport und -transformation. Macht Excel deutlich mächtiger und moderner.

Die Zukunft: Excel meets KI

Microsoft investiert massiv in KI-Features für Excel. Copilot kann bereits Formeln schreiben und Daten analysieren. Trotzdem: Die Grundlagen müsst ihr verstehen, um die KI richtig zu nutzen.

Die Gen Z hat einen Vorteil: Ihr denkt bereits in Datenströmen und APIs. Diese Denkweise ist perfekt für modernes Excel mit Power Query, Power Pivot und Python-Integration.

Fazit: Nicht Excel ist das Problem

Die Generation Z ist nicht unfähig – sie braucht nur den richtigen Zugang. Excel muss entstaubt und in den Kontext moderner Workflows gestellt werden. Unternehmen, die das schaffen, bekommen die besten Nachwuchskräfte. Die anderen schauen in die Röhre.

Die Message ist klar: Excel ist nicht tot, es braucht nur ein Update für die TikTok-Generation. Wer das versteht und entsprechend handelt, gewinnt den War for Talents.

Zuletzt aktualisiert am 18.02.2026