DJI Drohnen: Höhenlimit von C0 auf C1 erweitern – Anleitung 2026

von | 11.11.2024 | Hardware, Tipps

Das Drohnenfliegen ist seit der EU-Drohnenverordnung stark reguliert – oft zu Recht. Doch die festprogrammierten Höhenbegrenzungen der Hersteller können euch beim Fliegen in bergigen Gebieten ausbremsen. Hier zeigen wir euch, wie ihr bei DJI-Drohnen legal die technischen Limits anhebt.

Die EU-Drohnenverordnung 2026: Was hat sich geändert?

Seit 2024 gilt die EU-Drohnenverordnung vollumfänglich, und 2025 wurden die Kontrollen nochmals verschärft. Drohnen werden in die Kategorien C0 bis C4 eingeteilt, wobei die meisten Consumer-Modelle in der offenen Kategorie fliegen dürfen. Die aktuellen Bestimmungen des Luftfahrt-Bundesamts zeigen die Details auf.

Besonders wichtig: Seit 2025 ist für alle Drohnen ab 250g eine Versicherung Pflicht, und die digitale Fernidentifizierung (Remote ID) wird schrittweise eingeführt. 2026 soll sie für alle neuen Modelle Standard sein. Wer seinen Drohnen-Führerschein noch nicht hat, sollte das schnell nachholen.

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EU-Drohnenkategorien im Überblick

Das Problem mit starren Höhenbegrenzungen

Hier wird es knifflig: C0-Drohnen wie die DJI Mini 4 Pro oder die neue DJI Neo sind auf 120 Meter über dem Startpunkt limitiert. Das bedeutet: Startet ihr im Tal und fliegt einen Berg hinauf, kann die Drohne schnell an ihre Grenzen stoßen, obwohl sie noch weit unter 120 Meter über dem Boden fliegt.

C1-Drohnen haben hier einen Vorteil: Bei ihnen bezieht sich die 120m-Grenze auf den jeweils nächsten Punkt der Erdoberfläche. Das macht sie flexibler in bergigem Gelände. Genau hier setzt DJIs Kategoriewechsel an.

Von C0 zu C1: DJIs Kategoriewechsel Schritt für Schritt

DJI bietet seit 2023 die Möglichkeit, C0-Drohnen in C1 umzuklassifizieren. Damit steigt nicht nur die technische Höhenbegrenzung auf 500m, sondern auch die rechtliche Flexibilität. Wichtig: Das ändert nichts an den gesetzlichen 120m-Limit ohne Genehmigung!

2026 hat DJI den Prozess weiter vereinfacht. Hier die aktuelle Anleitung:

  • Meldet euch auf der DJI Service-Seite mit eurem Konto an
  • Wählt Class ID Label Application (früher „My Class Identification Applications“)
  • Erstellt ein neues Ticket für euer Drohnenmodell
  • Ladet eine Kopie eures EU-Kompetenz-Nachweises (A1/A3-Zeugnis) hoch – das ist seit 2025 Pflicht

DJI schickt euch binnen 10-14 Tagen (früher 20 Tage) ein Paket mit neuen Aufklebern. Die Installation ist etwas fummelig, aber machbar.

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Neues DJI-Interface für Kategoriewechsel

Aufkleber richtig anbringen: So geht’s

Die physische Umrüstung erfordert Präzision:

  • Seitlicher Aufkleber: Der neue C1-Aufkleber kommt an die linke Seite der Drohne. Den alten C0-Aufkleber am Akkufach entfernt ihr vorsichtig.
  • Batteriefach-Aufkleber: Hier wird es tricky. Der schwarze, geschwungene Aufkleber im Batteriefach muss komplett entfernt werden. Nutzt einen Föhn, um den Kleber zu erwärmen.
  • Profi-Tipp: Formt den neuen Aufkleber zu einem „U“, setzt ihn in die mittlere Nase des Batteriefachs und arbeitet euch dann zu den Seiten vor. So vermeidet ihr Luftblasen.
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Korrekte Platzierung der neuen Aufkleber

Freischaltung und neue Features 2026

Nach dem Aufkleben macht ihr hochauflösende Fotos aller Aufkleber und ladet sie in eurem DJI-Ticket hoch. Die KI-gestützte Prüfung von DJI dauert meist nur 24-48 Stunden. Früher waren es mehrere Tage.

Sobald die Freischaltung erfolgt ist, müsst ihr in der DJI Fly App unter „Sicherheit“ > „Drohnenkategorie“ die neue Einstellung aktivieren. Ein Firmware-Update ist meist nötig.

Was ihr beachten müsst

Der Kategoriewechsel hat Konsequenzen: C1-Drohnen dürfen nicht mehr über Menschenansammlungen fliegen und benötigen größere Abstände zu unbeteiligten Personen. Außerdem müsst ihr euren A2-Führerschein machen, wenn ihr die Drohne in der A2-Unterkategorie fliegen wollt.

Die gute Nachricht: 2026 hat DJI auch die Software verbessert. Die neue „Terrain Following“-Funktion in der DJI Fly App nutzt präzise Höhendaten und warnt euch rechtzeitig vor kritischen Situationen. Das macht das Fliegen in bergigem Gelände deutlich sicherer.

Denkt daran: Auch mit C1-Status sind die 120m über Grund ohne Ausnahmegenehmigung gesetzlich vorgeschrieben. Der Kategoriewechsel gibt euch nur mehr technische Flexibilität für legale Flüge in schwierigem Gelände.

Zuletzt aktualisiert am 16.02.2026