iOS App-Berechtigungen: Welche App hat welche Rechte?

von | 22.12.2013 | iOS

Apps auf iPhone und iPad haben längst nicht mehr die Narrenfreiheit wie früher. Apple hat die Datenschutz-Schraube über die Jahre deutlich angezogen – und das ist auch gut so. Jede App muss euch um Erlaubnis fragen, bevor sie auf sensible Daten zugreift. Aber welche App hat eigentlich welche Rechte auf eurem Gerät? Und wie könnt ihr diese kontrollieren und bei Bedarf widerrufen?

Die gute Nachricht: iOS führt minutiös Buch über alle App-Berechtigungen. Ihr habt die volle Kontrolle und könnt jederzeit nachschauen, welche Apps Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Standort oder eure Kontakte haben.

Der Weg zu den App-Berechtigungen

Öffnet die „Einstellungen“ auf eurem iPhone oder iPad und scrollt nach unten bis zum Punkt „Datenschutz & Sicherheit“. Hier hat Apple alle datenschutzrelevanten Einstellungen gebündelt. Der Bereich wurde in iOS 15 umbenannt und erweitert – früher hieß er nur „Datenschutz“.

Tippt auf „Datenschutz & Sicherheit“ und ihr seht eine Liste aller verfügbaren Berechtigungen. Von „Standortdienste“ über „Kamera“ und „Mikrofon“ bis hin zu „Kontakte“ und „Kalender“ – jede Kategorie zeigt euch genau, welche Apps Zugriff haben.

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Berechtigungen im Detail prüfen

Tippt auf eine beliebige Kategorie, beispielsweise „Kamera“. Sofort seht ihr alle Apps aufgelistet, die Kamera-Zugriff angefragt haben. Grüne Schalter bedeuten: Zugriff erlaubt. Graue Schalter: Zugriff verweigert.

Besonders interessant sind die Standortdienste. Hier gibt es seit iOS 14 noch feinere Abstufungen: „Niemals“, „Bei Verwendung der App“, „Bei Verwendung der App oder Widgets“ und „Immer“. Viele Apps versuchen permanent auf euren Standort zuzugreifen, obwohl sie es nur bei aktiver Nutzung bräuchten.

Die wichtigsten Berechtigungskategorien

Standortdienste: Zeigt, welche Apps euren GPS-Standort verwenden dürfen. Hier solltet ihr besonders kritisch sein, da Standortdaten sehr sensibel sind.

Kamera: Listet Apps auf, die eure Kamera nutzen dürfen. Nicht nur Foto-Apps brauchen Kamera-Zugriff, auch QR-Code-Scanner oder Video-Chat-Apps.

Mikrofon: Welche Apps dürfen Ton aufnehmen? Sprachnotiz-Apps, Messenger oder Spiele mit Voice-Chat stehen hier.

Kontakte: Apps, die auf euer Adressbuch zugreifen. Soziale Netzwerke wollen oft eure Kontakte synchronisieren.

Kalender: Zeigt Apps, die Termine einsehen oder erstellen dürfen.

Erinnerungen: Apps mit Zugriff auf eure Erinnerungen-App.

Fotos: Welche Apps dürfen auf eure Foto-Mediathek zugreifen?

Neue Datenschutz-Features nutzen

Seit iOS 15 gibt es den „App-Datenschutzbericht“. Ihr findet ihn unter „Einstellungen“ > „Datenschutz & Sicherheit“ > „App-Datenschutzbericht“. Hier seht ihr, wie oft Apps in den letzten sieben Tagen auf sensible Daten zugegriffen haben. Ein echter Augenöffner!

Der Bericht zeigt auch, mit welchen Domains eure Apps Kontakt aufnehmen. So erfahrt ihr, ob Apps heimlich Daten an Tracking-Unternehmen senden.

App Tracking Transparency

Seit iOS 14.5 müssen Apps explizit um Erlaubnis fragen, bevor sie euch app-übergreifend verfolgen dürfen. Diese Einstellung findet ihr unter „Datenschutz & Sicherheit“ > „Tracking“. Hier könnt ihr das Tracking komplett deaktivieren oder für einzelne Apps steuern.

Berechtigungen clever verwalten

Geht regelmäßig eure App-Berechtigungen durch – am besten alle paar Monate. Fragt euch dabei:

  • Braucht diese App wirklich dauerhaft Standort-Zugriff?
  • Warum will eine Taschenlampen-App auf meine Kontakte zugreifen?
  • Nutze ich diese App überhaupt noch?

Ihr könnt Berechtigungen jederzeit widerrufen, indem ihr den entsprechenden Schalter umlegt. Die App fragt beim nächsten Zugriff erneut nach der Berechtigung.

Fazit: Mehr Kontrolle denn je

Apple hat den Datenschutz in iOS deutlich gestärkt. Ihr habt heute viel mehr Kontrolle über eure Daten als noch vor wenigen Jahren. Nutzt diese Möglichkeiten! Ein kritischer Blick auf App-Berechtigungen schützt eure Privatsphäre und kann sogar die Akkulaufzeit verlängern, wenn ihr unnötige Hintergrundaktivitäten unterbindet.

Die Übersicht in den Datenschutz-Einstellungen ist euer wichtigstes Werkzeug dafür. Schaut regelmäßig rein und räumt auf – eure Daten werden es euch danken.

Zuletzt aktualisiert am 19.04.2026