Homey ist die kleine Technikkugel, die zentral die meisten Smarthome-Geräte auslesen und steuern kann. Der Vorteil: Ihr braucht nicht dutzende verschiedene Apps installieren, die dann auf die jeweiligen speziellen Sensoren zugreifen. Homey Pro macht dies durch die integrierten Hardware-Sender und Empfänger (WLAN, Bluetooth, Z-Wave, ZigBee, Infrarot, Thread, Matter) mit praktisch allen Smarthome-Komponenten möglich. Auch IP-Kameras sind längst vollständig in die Homey-Welt integriert.
Die Zeiten, in denen Kamera-Support nur rudimentär verfügbar war, sind lange vorbei. Homey Pro (Early 2023) und der neuere Homey Pro (2024) bieten vollständige Kamera-Integration mit fortschrittlichen Features wie KI-basierter Objekterkennung, Gesichtserkennung und intelligenter Alarmfilterung. Diese Funktionen werden direkt auf der Homey-Hardware verarbeitet – eure Kamerabilder verlassen nicht das lokale Netzwerk.
Die Anbindung der Kameras erfolgt über spezialisierte Apps im Homey App Store. Die große Community hat mittlerweile über 300 kamerabezogene Apps entwickelt, die kontinuierlich aktualisiert werden. Unterstützt werden praktisch alle relevanten Hersteller: von ONVIF-kompatiblen IP-Kameras über proprietäre Lösungen wie Arlo, Ring, Nest, Reolink bis hin zu professionellen Überwachungssystemen von Hikvision oder Dahua.

Besonders praktisch: Die neue Camera Timeline zeigt euch alle Ereignisse aller angeschlossenen Kameras in einer chronologischen Übersicht. KI-Filter sortieren automatisch relevante von irrelevanten Bewegungen – Katzen, Schatten oder Äste lösen keine Fehlalarme mehr aus. Die Objekterkennung unterscheidet zwischen Personen, Fahrzeugen, Tieren und Paketen.
Die Integration funktioniert sowohl über direkte IP-Verbindungen als auch über Cloud-APIs der jeweiligen Hersteller. Lokale Verarbeitung hat dabei Priorität – das bedeutet bessere Reaktionszeiten und mehr Privatsphäre. Homey kann gleichzeitig als NVR (Network Video Recorder) fungieren und Aufnahmen lokal auf einer angeschlossenen SSD oder NAS speichern.

In den erweiterten Flows zeigen Kameras ihre wahre Stärke. Moderne Automationen sind deutlich intelligenter geworden: Ein Bewegungsmelder löst nicht nur einen Snapshot aus, sondern kann basierend auf Tageszeit, anwesenden Personen (via Gesichtserkennung) und anderen Sensordaten entscheiden, welche Aktion erfolgt.
Beispiel: Bewegung im Garten nachts löst automatisch die Außenbeleuchtung aus, startet eine 30-Sekunden-Aufnahme und sendet nur dann eine Benachrichtigung, wenn die KI eine unbekannte Person erkennt. Bekannte Gesichter (Familienmitglieder) lösen keinen Alarm aus. Gleichzeitig können Kameras als Präsenzsensor fungieren und das Smarthome entsprechend steuern.
Neu ist auch die Integration mit Sprachassistenten: „Hey Google, zeige mir die Haustür-Kamera“ streamt das Live-Bild auf Chromecast oder Smart-Displays. Alexa kann ähnlich agieren, und auch Apples HomeKit wird über Homey Bridge unterstützt.
Die Einrichtung ist deutlich vereinfacht worden. ONVIF-Kameras werden automatisch im Netzwerk erkannt und können mit wenigen Klicks hinzugefügt werden. Auch die Konfiguration von Bewegungszonen, Aufnahmequalität und Streaming-Einstellungen erfolgt über eine intuitive Benutzeroberfläche.
Für ambitionierte Nutzer bietet Homey Pro sogar eine REST-API, über die sich eigene Anwendungen entwickeln lassen. Ihr könnt beispielsweise eine Webcam in ein professionelles Überwachungssystem integrieren oder Kamerabilder für Machine-Learning-Projekte nutzen.
Der größte Vorteil bleibt die zentrale Verwaltung: Statt fünf verschiedene Kamera-Apps zu jonglieren, habt ihr alles in der Homey-App. Benachrichtigungen, Live-Streams, Aufnahmen und Automationen – alles unter einem Dach, mit der gewohnten Homey-Benutzerfreundlichkeit.
Zuletzt aktualisiert am 04.03.2026
