Nicht nur in Corona-Zeiten, sondern auch allgemein ist das richtige Lüften von Räumen eine wichtige Sache: Je höher der CO2-Gehalt der Luft ist, desto weniger aufmerksam sind eure Teilnehmer. Nach einer bestimmten Zeit solltet ihr stoßlüften und damit wieder Sauerstoff in den Raum bekommen. Aber wann? Eine tolle Hilfe ist die CO2-Rechner App.
Die Frage ist immer: Wann solltet ihr sinnvollerweise lüften und wann müsst ihr es spätestens? Genau darauf gibt die App eine Antwort. Ladet sie kostenlos für iOS und Android im jeweiligen Store herunter. Nach der Installation und einer kurzen Einführung müsst ihr die Maße des Raumes in Form von Fläche in Quadratmetern und Höhe, die Länge des Meetings und die Zahl der Teilnehmer eingeben.
Die App berechnet nun die Zeit nach Meetingstart, in der ihr lüften solltet. Dazu gibt sie euch drei Werte an: Den Zielwert für den Infektionsschutz (bezogen auf die Aerosol-Problematik), den Endtermin guter Luftqualität und den Zeitpunkt, an dem ihr in niedrige Luftqualität kommt. Wenn ihr das möchtet, dann kann sie euch direkt durch einen Timer zum richtigen Zeitpunkt daran erinnern.
Warum CO2-Level so wichtig sind
Das Thema Raumluft hat durch die Pandemie an Bedeutung gewonnen, aber die Relevanz geht weit darüber hinaus. Studien zeigen, dass bereits bei 1000 ppm CO2 die Konzentrationsfähigkeit merklich nachlässt. Bei 1500 ppm wird es richtig problematisch – dann können sich Teilnehmer kaum noch fokussieren. In schlecht gelüfteten Besprechungsräumen werden oft Werte von 2000 ppm und höher gemessen.
Die Wissenschaft dahinter
Der CO2-Timer basiert auf der Pettenkofer-Zahl, benannt nach dem deutschen Chemiker Max von Pettenkofer. Diese besagt, dass Innenräume einen CO2-Gehalt von 1000 ppm nicht überschreiten sollten. Die App nutzt zusätzlich moderne Erkenntnisse zur Aerosolverteilung und berechnet, wie sich die Luftqualität mit der Zeit verschlechtert.
Dabei fließen verschiedene Faktoren ein: Die Atemfrequenz der Anwesenden, die Raumgröße, die Dauer der Veranstaltung und sogar die Art der Aktivität. Ein Workshop mit aktiven Diskussionen führt zu höherem CO2-Ausstoß als ein reiner Vortrag.
Praktische Tipps für bessere Raumluft
Neben der App gibt es weitere Strategien für optimale Luftqualität. Stoßlüften ist effektiver als Dauerlüften – fünf Minuten weit geöffnete Fenster tauschen die Raumluft komplett aus, ohne dass der Raum auskühlt. Bei längeren Meetings plant ihr am besten alle 45-60 Minuten eine Lüftungspause ein.
Luftfilter können eine sinnvolle Ergänzung sein, ersetzen aber nicht das Lüften. Sie reduzieren Partikel und Aerosole, können aber den CO2-Gehalt nicht senken. Nur frische Außenluft bringt wieder Sauerstoff in den Raum.
Moderne Alternativen und Ergänzungen
2026 gibt es bereits smartere Lösungen: CO2-Sensoren mit App-Anbindung messen kontinuierlich und senden Push-Nachrichten aufs Smartphone. Modelle wie der Aranet4 oder der TFA AirCO2ntrol kosten zwischen 150 und 300 Euro, liefern aber präzise Echtzeitwerte.
Viele moderne Bürogebäude haben inzwischen intelligente Lüftungsanlagen, die automatisch reagieren. Doch in normalen Besprechungsräumen oder Homeoffices bleibt bewusstes Lüften entscheidend.
Integration in den Arbeitsalltag
Der CO2-Timer lässt sich perfekt in euren Meeting-Rhythmus integrieren. Tragt die Lüftungszeiten direkt in den Kalender ein oder nutzt die Timer-Funktion der App. Bei Online-Meetings könnt ihr die Lüftungspausen als kurze Bildschirmpausen nutzen – auch das ist gesund.
Besonders in Schulen und Kindergärten hat sich gezeigt, wie wichtig regelmäßiges Lüften ist. Kinder sind noch sensibler gegenüber schlechter Luftqualität, ihre Aufmerksamkeit leidet schneller.
Fazit: Kleine App, große Wirkung
Der CO2-Timer ist ein praktisches Tool, das wissenschaftliche Erkenntnisse in alltagstaugliche Empfehlungen übersetzt. Die App kostet nichts, ist schnell eingerichtet und kann die Qualität eurer Meetings spürbar verbessern. Probiert es aus – eure Kollegen werden den Unterschied merken, auch wenn sie nicht wissen warum.
Zuletzt aktualisiert am 25.02.2026