Es gibt Dutzende unterschiedlicher Videoformate. Nicht jedes Video lässt sich auf jedem Gerät anzeigen oder abspielen. Deshalb kommt es mitunter vor, dass man eine Videodatei konvertieren muss, um sie abspielen zu können. Moderne KI-gestützte Tools und Cloud-Services haben die Konvertierung deutlich vereinfacht.
Auf dem Markt heute gibt es unzählige Geräte, auf denen ihr Videos schauen könnt: Smartphones, Tablets, Smart-TVs, Gaming-Konsolen, VR-Headsets, Streaming-Sticks und natürlich PCs. Gleichzeitig existieren Videodateien in den unterschiedlichsten Formaten wie MP4, AVI, MKV, HEVC/H.265, AV1, WebM und vielen anderen.
Das Problem bleibt: Nicht jedes Gerät beherrscht alle Videoformate. Besonders neue, hocheffiziente Codecs wie AV1 oder HEVC werden von älteren Geräten oft nicht unterstützt. Auch unterschiedliche Auflösungen (4K, 8K, HDR) können Kompatibilitätsprobleme verursachen.
Die meisten modernen Geräte unterstützen heute MP4 mit H.264 oder H.265-Codec. Für beste Kompatibilität ist MP4 noch immer der Standard. Doch was, wenn ihr ein spezielles Format benötigt oder ein älteres Gerät habt?
In dem Fall hilft es, eine vorhandene Videodatei zu konvertieren, also in ein anderes Dateiformat zu „übersetzen“. Das erledigen Video Converter – heute oft auch direkt im Browser oder über Cloud-Services.
Moderne Converter nutzen Hardware-Beschleunigung (GPU) und KI-Algorithmen, um Videos schneller und in besserer Qualität zu konvertieren. Dabei lassen sich auch Auflösungen hochskalieren oder HDR-Inhalte anpassen.
Klassiker: Freemake Video Converter
Der Freemake Video Converter ist seit über 15 Jahren ein bewährtes Tool für Windows. Die Software punktet mit einer benutzerfreundlichen Oberfläche und unterstützt über 500 Eingabeformate.
Was Freemake auszeichnet: Die Software arbeitet zuverlässig, bietet Voreinstellungen für gängige Geräte und kann auch YouTube-Videos herunterladen (wobei ihr die Nutzungsrechte beachten solltet).
Installation und erste Schritte
Ladet das Programm herunter und installiert es auf eurem Windows-PC. Die Software läuft unter Windows 10 und 11. Ältere Versionen werden nicht mehr unterstützt.
Wichtig: Bei der Installation könnt ihr ablehnen, dass Freemake als Standard-Player für alle Mediendateien gesetzt wird, falls ihr euren gewohnten Player behalten wollt.
Nach dem Start seht ihr die Hauptoberfläche mit großen Buttons. Oben befinden sich die Schaltflächen „+ Video“, „+ Audio“, „+ DVD“ und „URL einfügen“ zum Hinzufügen von Dateien.
Die Software unterstützt über 500 Audio- und Videoformate für die Eingabe. Kopiergeschützte Dateien lassen sich allerdings nicht konvertieren – das wäre auch rechtlich problematisch.
Die Ausgabeformate sind überschaubarer, decken aber alle wichtigen ab: AVI, MP4, MKV, MPEG und weitere. Zusätzliche Optionen erscheinen über den Pfeil rechts.
Besonders praktisch: Fertige Konvertierungsprofile für populäre Geräte von Apple, Samsung, Sony und anderen Herstellern. Ihr müsst nur euer Gerät auswählen, und die Software wählt die optimalen Einstellungen.
Videos für jedes Gerät konvertieren
Um ein Video zu konvertieren, klickt auf +Video oder zieht die Datei per Drag & Drop ins Fenster. Für die Geräteanpassung wählt zunächst den Hersteller, dann das Modell aus dem Dropdown-Menü und klickt auf Konvertieren.
Standardmäßig landen die fertigen Videos im Ordner „Meine Videos“, ihr könnt aber jederzeit einen anderen Zielordner wählen.
Wenn euer Gerät nicht in der Liste steht, nutzt die Option benutzerdefinierte Voreinstellung. Dort könnt ihr Bildrate, Auflösung, Video- und Audio-Codecs manuell einstellen und als Profil speichern.
Bei Smart-TVs ist das Verfahren ähnlich. Achtet dabei besonders auf die unterstützten Codecs eures Fernsehers – diese Infos findet ihr meist im Handbuch oder den technischen Daten.
DVDs digitalisieren
Mit Freemake könnt ihr auch ungeschützte DVDs digitalisieren. Nutzt den +DVD-Button oder zieht den „VIDEO_TS“-Ordner ins Fenster. Bei mehreren Audio- oder Untertitelspuren wählt vor dem Rippen die gewünschten aus.
Der Konvertierungsvorgang läuft dann wie bei normalen Videodateien ab. Wählt euer Zielgerät oder -format und startet die Konvertierung.
YouTube-Videos herunterladen
Freemake kann auch YouTube-Videos herunterladen und konvertieren. Kopiert einfach die Video-URL, klickt auf URL einfügen und fügt den Link hinzu.
Wichtig: Beachtet die Nutzungsrechte und ladet nur Videos herunter, bei denen ihr dazu berechtigt seid. Kostenpflichtige YouTube-Inhalte können nicht heruntergeladen werden.
Videos bearbeiten
Freemake hat einen integrierten Video-Editor für grundlegende Bearbeitungen: Schneiden, Drehen, Zusammenfügen und Untertitel hinzufügen.
Zum Schneiden startet ihr den Editor über das Scheren-Symbol. Markiert mit den Scheren Anfang und Ende des zu entfernenden Bereichs, klickt den mittleren Button zum Löschen und bestätigt mit OK.
Zum Drehen nutzt ihr die Pfeil-Taste. Für das Zusammenfügen mehrerer Videos aktiviert ihr den Join-Schalter in der rechten oberen Ecke.
Untertitel in den Formaten SRT, ASS und SSA lassen sich ebenfalls hinzufügen. Die Formatierung ist allerdings begrenzt.
Moderne Alternativen
Neben Desktop-Software gibt es heute auch Online-Converter wie CloudConvert oder Convertio, die direkt im Browser funktionieren. Diese sind praktisch für gelegentliche Konvertierungen, haben aber meist Größenlimits.
Für professionelle Ansprüche bieten sich Tools wie HandBrake (kostenlos, Open Source) oder Adobe Media Encoder (kostenpflichtig) an. Diese unterstützen auch neueste Codecs wie AV1 und bieten mehr Einstellungsmöglichkeiten.
FFmpeg ist das Schweizer Taschenmesser für Video-Profis – allerdings nur über die Kommandozeile bedienbar.
Fazit
Freemake Video Converter bleibt eine solide Wahl für Windows-Nutzer, die gelegentlich Videos konvertieren müssen. Die Software ist benutzerfreundlich und deckt die meisten Anforderungen ab.
Für neueste Codecs oder professionelle Ansprüche solltet ihr aber moderne Alternativen in Betracht ziehen. Online-Tools sind praktisch für schnelle Konvertierungen unterwegs.
Wichtig bei allen Tools: Achtet auf die Qualitätseinstellungen. Eine zu starke Kompression verschlechtert die Bildqualität erheblich. Testet verschiedene Einstellungen, um das beste Verhältnis zwischen Dateigröße und Qualität zu finden.
Zuletzt aktualisiert am 06.03.2026




