Metadaten und Copyright von Fotos herausfinden

von | 08.09.2017 | Digital

Bildrechte sind eine ernste Angelegenheit. Deshalb ist es wichtig, sich vor der Nutzung eines Bildes zu informieren, wer die Rechte an dem Bild hat. Die meisten Bilder, vor allem Fotos von Profifotografen, haben Metadaten mit allen relevanten Informationen im Bild gespeichert.

Um an diese Informationen zu gelangen, hilft euch beispielsweise die Seite Metapicz.com. Hier könnt ihr das Bild ganz einfach hochladen, über das ihr Informationen benötigt. Sind in der Bilddatei Metadaten hinterlegt, werden diese in einer Tabelle auf der Seite angezeigt. Im besten Fall findet ihr hier unter anderem Daten zum Rechteinhaber, den ihr kontaktieren könnt.

Außerdem aufgeführt sind Angaben zur Kamera, mit der das Bild aufgenommen wurde, sofern es sich um ein Original handelt. Das Abrufen der Metadaten funktioniert allerdings nur, wenn der Ersteller des Fotos diese auch in die Datei eingefügt hat.

Moderne Browser-Tools für Metadaten

Mittlerweile bieten auch Browser-Erweiterungen wie EXIF Viewer Pro für Chrome oder EXIF Data Viewer für Firefox die Möglichkeit, Metadaten direkt im Browser anzuzeigen. Einfach rechtsklick auf das gewünschte Bild – die Erweiterung zeigt dann alle verfügbaren EXIF-Daten an.

KI-Tools verraten ihre Herkunft

Bei KI-generierten Bildern haben sich neue Standards etabliert. Adobe, OpenAI und andere große Anbieter integrieren seit 2025 standardmäßig C2PA-Metadaten (Coalition for Content Provenance and Authenticity) in ihre generierten Bilder. Diese enthalten Informationen über das verwendete KI-Modell, den Prompt und den Zeitstempel der Erstellung.

Tools wie Adobe Content Authenticity oder Microsoft Responsible AI können diese speziellen Metadaten auslesen. Das hilft dabei, KI-Bilder von echten Fotos zu unterscheiden – ein wichtiger Punkt für Journalisten und Content-Ersteller.

Smartphone-Apps für unterwegs

Für Smartphones gibt es mittlerweile ausgereifte Apps: PhotoMeta (iOS) und EXIF Eraser (Android) zeigen nicht nur Metadaten an, sondern können diese auch gezielt entfernen oder hinzufügen. Besonders praktisch, wenn ihr selbst Urheberrechts-Informationen in eure Bilder einbetten wollt.

Reverse Image Search wird smarter

Google Lens und TinEye haben ihre umgekehrte Bildersuche 2025 deutlich verbessert. Sie erkennen jetzt auch bearbeitete oder beschnittene Versionen von Originalbildern zuverlässiger. Kombiert das mit der Metadaten-Analyse – so bekommt ihr oft ein vollständiges Bild über die Herkunft und Rechte.

Blockchain-basierte Bildrechte

Ein neuer Trend sind NFT-ähnliche Systeme für Bildrechte. Plattformen wie Kodak One und Copytrack verwenden Blockchain-Technologie, um Bildrechte nachverfolgbar zu machen. Fotografen können ihre Werke dort registrieren – die Informationen werden dann automatisch in die Metadaten eingebettet.

Vorsicht bei Social Media

Wichtig zu wissen: Instagram, Facebook und TikTok entfernen standardmäßig alle Metadaten beim Upload. Bilder von dort haben also keine EXIF-Daten mehr. Hier hilft nur die umgekehrte Bildersuche, um den ursprünglichen Urheber zu finden.

Rechtliche Entwicklungen

Die EU-KI-Verordnung von 2024 verpflichtet KI-Anbieter dazu, ihre generierten Inhalte zu kennzeichnen. Das vereinfacht die Rechteklärung erheblich. Bei unklaren Bildrechten solltet ihr immer den Grundsatz befolgen: Im Zweifel nicht verwenden oder professionelle Rechtsberatung einholen.

Trotz aller technischen Hilfsmittel lohnt es sich, diese Informationen zu suchen und zu verstehen, um eine unrechtmäßige Verwendung zu vermeiden. Die Kombination aus Metadaten-Analyse und modernen Suchtools macht es heute einfacher denn je, Bildrechte zu klären.

Zuletzt aktualisiert am 01.04.2026