Mit Cubbit eine private Cloud einrichten

von | 14.07.2021 | Digital

Der Komfort einer Cloud-Lösung aber die Sicherheit einer privaten Datenspeicherung: Das ist für viele die ideale Art, Dokumente und Daten zu speichern. Es gibt verschiedene Lösungen, die sich da anbieten. Eine ist Cubbit – und dahinter verbirgt sich ein interessantes Konzept der dezentralen Datenspeicherung.

Die meisten von uns sind beim Thema Cloud-Speicher hin- und hergerissen: Auf der einen Seite ist es unbestreitbar ungemein praktisch, Dokumente oder Fotos in der Cloud abzulegen – und jederzeit und von überall darauf zugreifen zu können.

Auf der anderen Seite beschleicht viele von uns aber auch ein mulmiges Gefühl: Sind die Daten bei Google, Microsoft, Amazon, Apple, Dropbox und Co. wirklich so gut aufgehoben? Besonders seit den neuen EU-Datenschutzregeln und verstärkten Diskussionen über Datenhoheit stellt sich diese Frage noch drängender. Will man seine sensiblen Dateien unbedingt den großen Tech-Konzernen anvertrauen?

Mit allen Geräten auf Cubbit zugreifen

Private Cloud: Alles unter Kontrolle

Doch es gibt Alternativen. Eine ist, die persönlichen Dokumente zu Hause oder im Büro auf einer eigenen Festplatte zu speichern. Wer geschickt ist, kann die externe Festplatte an den eigenen Router anschließen – und so dann auch aus dem Internet darauf zuzugreifen. Nur ist das nicht sonderlich komfortabel und darüber hinaus auch nicht besonders sicher, denn schnell haben Laien die falschen Einstellungen gewählt – und dann könnten die sensiblen Dokumente in fremde Hände geraten.

Doch es gibt noch einen anderen Weg. Eine geschickte Kombination aus Festplatte zu Hause und Cloud. Cubbit bietet die Vorteile einer Cloud – und ist trotzdem privat. Die Lösung kommt aus Italien und setzt auf Peer-to-Peer-Networking. Ein dynamischer Verbund von Rechnern im Netzwerk, die permanent untereinander Daten austauschen. Aus diesem bewährten Konzept haben die Italiener eine dezentrale Cloud-Lösung gemacht.

Es funktioniert so: Man kauft einmal Hardware, einen kleinen schwarzen Kasten namens „Cubbit Cell“. Die aktuellen Modelle gibt es mit 1 TB für rund 399 EUR oder 2 TB für etwa 599 EUR. Das Gerät wird direkt mit dem Router(!) verbunden, per Ethernet-Kabel – schon ist man Mitglied in der Cubbit-Cloud. Eine dezentrale Cloud ohne monatliche Gebühren, die seit 2026 auch mit Wi-Fi 6E arbeitet.

Ein Peer to Peer Network sorgt dafür, dass die Daten verteilt gespeichert werden

Automatische Backups und KI-Integration

Nach der Installation ist erst mal alles, wie man es von anderen Cloud-Diensten auch kennt: Wer mag, legt seine Dateien, Dokumente und Fotos in der Cloud ab. Hier aber in der privaten Cloud. Zu Hause erfolgt der Zugriff blitzschnell, da die Daten ja in dem kleinen Gerät gespeichert sind, das am Router hängt.

Doch auch unterwegs stehen alle Daten zur Verfügung. Die Cubbit-App gibt es mittlerweile für alle gängigen Plattformen – iOS, Android, Windows, macOS und Linux. Seit 2025 ist auch eine Integration in gängige Produktivitäts-Apps wie Microsoft 365 und Google Workspace verfügbar.

Wer mag, kann einzelne Dokumente auch weitergeben, mit Hilfe eines Links. Etwa, damit Kollegen auf Dokumente zugreifen können, die in der privaten Cloud gespeichert sind. Die Sharing-Funktionen wurden deutlich ausgebaut: Zeitlich begrenzte Links, Passwort-Schutz und sogar Wasserzeichen für sensible Dokumente sind möglich.

Neu ist auch die KI-basierte Suchfunktion, die seit Ende 2025 verfügbar ist. Sie kann Inhalte in Dokumenten, Bildern und sogar Videos erkennen und durchsuchbar machen – alles lokal verarbeitet, ohne dass Daten das eigene Netzwerk verlassen.

Das Peer-to-Peer-Prinzip im Detail

Der Trick ist: Dem Nutzer steht nur die Hälfte der gekauften Speicherkapazität zur Verfügung. Die andere Hälfte ist für andere Nutzer der Cloud reserviert. Diese Daten sieht man aber nicht, denn sie sind mit AES-256-Verschlüsselung gesichert. Die eigenen Daten werden auf dieselbe Art und Weise auf den Boxen anderer User im Netzwerk gespeichert. Ebenfalls verschlüsselt – verteilt auf viele Boxen.

Das System wurde kontinuierlich weiterentwickelt: Mittlerweile nutzt Cubbit auch Redundanz-Algorithmen, die sicherstellen, dass eure Daten auch dann verfügbar bleiben, wenn mehrere Knoten im Netzwerk gleichzeitig ausfallen. Die Daten werden in kleine Fragmente zerlegt und über das gesamte Netzwerk verteilt.

Mit der Private Cloud Energie und Kosten sparen

Kluges Konzept. Auf diese Weise hat man zum Beispiel immer ein vollständiges Backup aller Daten – und kann gleichzeitig von überall auf seine Daten zugreifen. Das Netzwerk ist mittlerweile auf über 10.000 aktive Knoten in Europa angewachsen.

Darüber hinaus lässt sich eine Menge Energie sparen: Das dezentrale Cloud-System von Cubbit verbraucht laut Hersteller 90% weniger Energie als ein klassisches Rechenzentrum. Weil ungenutzte Ressourcen wie Bandbreiten von DSL-Anschlüssen genutzt werden. Bei steigenden Energiekosten ein nicht zu unterschätzender Vorteil.

Besonders interessant für Unternehmen: Seit 2025 gibt es auch Business-Pakete mit erweiterten Funktionen wie Team-Management, erweiterte Backup-Optionen und sogar eine Hybrid-Cloud-Lösung, die lokale Cubbit-Speicher mit verschlüsselten Cloud-Backups kombiniert.

Die Einrichtung ist denkbar einfach: Cell anschließen, App herunterladen, Account erstellen – fertig. Binnen weniger Minuten ist die private Cloud einsatzbereit. Wer mehr Speicher braucht, kann weitere Cells hinzufügen oder auf größere Modelle upgraden.

Für alle, die Wert auf Datenschutz und Kontrolle über ihre Daten legen, aber trotzdem den Komfort einer modernen Cloud-Lösung wollen, ist Cubbit eine durchaus interessante Alternative zu den großen Anbietern geworden.

Zuletzt aktualisiert am 24.02.2026