Eco-Rating: Wie nachhaltig ist euer Smartphone wirklich?

von | 27.05.2021 | Hardware

Nachhaltigkeit wird beim Smartphone-Kauf immer wichtiger. Was vor Jahren als Öko-Initiative europäischer Mobilfunkanbieter begann, ist heute Standard: Eco-Ratings zeigen euch auf einen Blick, wie umweltfreundlich euer nächstes Handy wirklich ist.

Lange Zeit zählten nur Kamera-Qualität, Prozessor-Power und schickes Design beim Smartphone-Kauf. Doch seit 2021 hat sich einiges getan: Das Bewusstsein für Nachhaltigkeit ist deutlich gestiegen, und Umweltaspekte spielen eine immer größere Rolle bei der Kaufentscheidung.

Eco Rating: Verschiedene Kritierien

Eco-Rating ist heute etablierter Standard

Was 2021 als gemeinsame Initiative europäischer Mobilfunkanbieter startete, hat sich mittlerweile durchgesetzt: Das Eco Rating ist heute bei allen großen Providern wie Telekom, Vodafone und O2 Standard. Die Bewertung erfolgt nach fünf Hauptkriterien: Langlebigkeit, Reparierbarkeit, Recyclefähigkeit, Klimaverträglichkeit und Ressourceneffizienz.

Bis zu 100 Punkte können Smartphones erreichen. Die Bewertung basiert auf wissenschaftlichen Methoden und wird regelmäßig aktualisiert. Mittlerweile sind über 500 Geräte bewertet – deutlich mehr als die anfangs wenigen Dutzend Modelle.

Auch Apple und Google sind endlich dabei

Ein großer Fortschritt: Nachdem Apple, Google und Sony anfangs nicht mitmachten, sind heute praktisch alle großen Hersteller dabei. Apple hat 2023 seine Transparenz-Politik geändert und stellt nun detaillierte Daten zur Verfügung. Das iPhone 15 Pro erreichte als erstes Apple-Gerät über 80 Punkte.

Google folgte 2024 mit den Pixel-Smartphones, die besonders bei der Reparierbarkeit punkten. Auch chinesische Hersteller wie Xiaomi, OnePlus und Oppo beteiligen sich aktiv am Programm.

Alte Hardware

Fairphone setzt eigene Maßstäbe

Fairphone entwickelt sich weiter als Vorreiter: Das Fairphone 5, das 2024 erschien, erreicht im Eco-Rating 92 Punkte – Rekord. Der niederländische Hersteller hat seine anfängliche Kritik am Bewertungssystem aufgegeben, nachdem soziale Aspekte wie faire Arbeitsbedingungen stärker berücksichtigt wurden.

Das Unternehmen bietet mittlerweile 8 Jahre Garantie und hat ein eigenes Rückkaufprogramm etabliert. Alte Fairphones werden aufbereitet und als refurbished Geräte verkauft.

EU-Regulierung verstärkt den Trend

Die EU hat 2025 verschärfte Regelungen eingeführt: Ab 2026 müssen alle Smartphones mindestens 5 Jahre Software-Updates erhalten. Hersteller sind verpflichtet, Ersatzteile 7 Jahre lang verfügbar zu halten. Diese Maßnahmen haben das Eco-Rating erheblich beeinflusst.

Auch das „Recht auf Reparatur“ wirkt: Smartphones müssen heute deutlich reparierbarer sein. Samsung und andere Hersteller arbeiten eng mit iFixit zusammen, um Ersatzteile und Reparaturanleitungen bereitzustellen.

Mobilfunkanbieter verbessern eigene Klimabilanz

Die Provider haben auch an ihrer eigenen Öko-Bilanz gearbeitet. Die Deutsche Telekom betreibt ihre Rechenzentren seit 2024 zu 100% mit Ökostrom. Vodafone hat sein Netz bis 2025 klimaneutral gestellt. O2 kompensiert den CO2-Ausstoß vollständig durch zertifizierte Klimaprojekte.

Ein neues „Green Network Rating“ bewertet seit 2025 auch die Nachhaltigkeit der Mobilfunknetze. Kunden können damit bewusst klimafreundliche Anbieter wählen.

Circular Economy gewinnt an Fahrt

Der Trend geht klar zur Kreislaufwirtschaft: Refurbished Smartphones haben 2025 einen Marktanteil von über 25% erreicht. Anbieter wie rebuy, reBuy und Swappie profitieren vom gestiegenen Umweltbewusstsein.

Viele Hersteller bieten eigene Trade-In-Programme: Samsung Galaxy Upcycling, Apples iPhone Upgrade Program und Googles Pixel Pass fördern die Wiederverwendung alter Geräte.

KI optimiert Smartphone-Lebensdauer

Künstliche Intelligenz hilft heute dabei, Smartphones länger zu nutzen: Adaptive Batterieverwaltung lernt euer Nutzungsverhalten und schont den Akku. KI-gestützte Performance-Optimierung verhindert das typische „Langsamer-Werden“ älterer Geräte.

Apples iOS 18 und Android 15 nutzen Machine Learning, um die Hardware-Ressourcen optimal zu verteilen und so die Lebensdauer zu verlängern.

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Nachhaltigkeit beim Handy-Kauf ist heute selbstverständlich geworden

Ausblick: Noch mehr Transparenz kommt

Die nächste Stufe ist bereits in Planung: Ab 2027 soll ein EU-weiter „Digital Product Passport“ detaillierte Informationen über jeden einzelnen Rohstoff enthalten. Blockchain-Technologie macht die gesamte Lieferkette nachverfolgbar.

QR-Codes auf der Verpackung führen zu einer Website mit allen Nachhaltigkeits-Informationen. Ihr könnt dann genau sehen, woher das Kobalt für den Akku stammt oder unter welchen Bedingungen das Display produziert wurde.

Das Eco-Rating war nur der Anfang – die Smartphone-Branche wird transparenter und nachhaltiger. Und das ist auch gut so.

Zuletzt aktualisiert am 25.02.2026