PDF-Dateien erzeugen ohne teure Zusatzsoftware

von | 05.11.2019 | Internet, Office

Das PDF-Format ist für viele Anwender die optimale Lösung, um Dokumente auszutauschen. Die Dateien sind meist kleiner als die Word-Originale, das Format ist mit dem kostenlosen Adobe Reader plattformübergreifend lesbar und damit ein Standard. Früher war es so, dass ihr nur mit teurer Zusatzsoftware PDFs erzeugen konntet. Das hat sich mit Windows 10 geändert und wurde in Windows 11 nochmals deutlich verbessert: Microsoft hat alle notwendigen PDF-Funktionen direkt ins System integriert.

Der erste Punkt: Ihr könnt keine Zusatzsoftware auf eurem PC installieren, der Adobe Reader ist aber nicht installiert? Kein Problem: Microsoft hat dem PDF-Format Edge als Standardprogramm zugeordnet. Der Browser kann direkt im Auslieferungszustand PDF-Dateien öffnen, bearbeiten und kommentieren. Doppelklickt einfach auf die Datei oder den Mailanhang, und schon öffnet Edge sie. Dabei könnt ihr sogar direkt Anmerkungen hinzufügen, Text markieren, Notizen erstellen und Formulare ausfüllen.

Windows 11 hat diese Funktionen nochmals erweitert: In den neuesten Versionen ist auch ein eigenständiger PDF-Reader integriert, der schneller lädt als Edge und weniger Systemressourcen verbraucht. Dieser findet sich unter den Standard-Apps und bietet alle wichtigen Funktionen zum Betrachten und Kommentieren von PDFs.

Auch das Erzeugen einer PDF-Datei geht mit Bordmitteln: Geht in einem beliebigen Programm auf Datei > Exportieren > PDF/XPS-Dokument erstellen und wählt dann als Dateiformat PDF aus. Diese Funktion steht in praktisch allen Microsoft Office-Programmen, aber auch in vielen anderen Anwendungen zur Verfügung.

Alternativ gibt es seit Windows 10 einen noch universelleren Weg: Den „Microsoft Print to PDF“ Drucker. Dieser virtuelle Drucker verwandelt alles, was ihr drucken könnt, in eine PDF-Datei. Geht einfach auf Datei > Drucken, wählt „Microsoft Print to PDF“ als Drucker aus und klickt auf „Drucken“. Windows fragt euch dann nach einem Speicherort für die PDF-Datei.

Bei der PDF-Erzeugung habt ihr verschiedene Qualitätseinstellungen zur Auswahl. Wenn ihr ein riesiges Dokument umgewandelt habt und auf die Dateigröße schauen müsst, dann wählt Minimale Größe aus. Das Dokument wird klein, die Darstellungsqualität wird dafür bei hochauflösenden Inhalten wie Bildern etwas schlechter, aber noch gut lesbar.

Für professionellere Ansprüche bietet Windows 11 inzwischen auch erweiterte PDF-Funktionen: So könnt ihr PDFs zusammenfügen, einzelne Seiten extrahieren oder mehrere Dokumente in einem PDF kombinieren. Diese Funktionen findet ihr direkt im Kontextmenü, wenn ihr mit der rechten Maustaste auf PDF-Dateien klickt.

Ein besonders praktisches Feature ist die OCR-Funktion (Optical Character Recognition), die Microsoft schrittweise in Windows integriert. Damit könnt ihr Text aus gescannten PDFs extrahieren und durchsuchbar machen. Diese Funktion nutzt die gleiche KI-Technologie, die auch in Microsoft 365 zum Einsatz kommt.

Web-Alternativen haben sich ebenfalls weiterentwickelt: Online-Tools wie SmallPDF, ILovePDF oder PDF24 bieten kostenlos erweiterte PDF-Funktionen direkt im Browser. Diese sind besonders praktisch, wenn ihr unterwegs seid oder auf einem fremden Rechner arbeitet. Aber Vorsicht bei sensiblen Dokumenten: Diese werden auf fremden Servern verarbeitet.

Für Unternehmen gibt es inzwischen auch Microsoft Power Automate-Workflows, die PDFs automatisch erstellen, verschicken oder archivieren können. Das spart bei wiederkehrenden Aufgaben viel Zeit und reduziert Fehlerquellen.

Moderne PDF-Standards wie PDF/A für Archivierung oder PDF/UA für Barrierefreiheit werden ebenfalls von den Windows-Bordmitteln unterstützt. Das macht die PDFs zukunftssicher und compliance-konform.

Fazit: Teure PDF-Software braucht heute niemand mehr. Windows bietet alle wichtigen Funktionen direkt mit, und für spezielle Anwendungsfälle gibt es kostenlose Online-Tools. Die Integration wird mit jedem Windows-Update besser, sodass PDFs inzwischen genauso selbstverständlich funktionieren wie Word-Dokumente.

Zuletzt aktualisiert am 03.03.2026