Privates Surfen soll zusätzlichen Schutz für die Daten der Benutzer schaffen. Apple hat dies mit iOS 17 überraschend verschärft – und mit iOS 18 und iPadOS 18 noch weiter ausgebaut. Wir zeigen euch, wo ihr die Einstellungen anpassen könnt und was sich bis heute geändert hat.
Privates Surfen – warum überhaupt?
„Ich habe doch nichts zu verbergen“ – das hört man oft zum Thema Privates Surfen. Mag sein, aber es gibt durchaus Situationen, in denen ihr nicht wollt, dass eure Internetaktivitäten aufgezeichnet werden. Sei es am fremden Rechner, bei verdächtigen Webseiten oder wenn ihr ein Überraschungsgeschenk recherchiert und nicht wollt, dass der Partner später im gemeinsam genutzten Browser-Verlauf darüber stolpert.
Der Private Modus verschleiert die meisten euch identifizierenden Informationen und macht es Webseiten schwerer, euch zu tracken. Gleichzeitig speichert er keine aufgerufenen Seiten im Verlauf – ihr bleibt also auch vor anderen Nutzern des Geräts anonym.

Was Apple seit iOS 17 geändert hat
Seit iOS 17 hat Apple dem privaten Surfen eine zusätzliche Sicherheitsebene verpasst. Wenn ihr in Safari auf das Tab-Symbol tippt, dann auf die Anzahl der Tabs und schließlich auf Privat wählt, fordert iOS standardmäßig eine Authentifizierung per Face ID, Touch ID oder Gerätecode an.
Der Gedanke dahinter: Nur der rechtmäßige Besitzer soll private Browsing-Sessions starten können. Das macht durchaus Sinn, wenn das iPhone oder iPad in falsche Hände gerät oder ihr es kurz jemandem leiht.
Neue Features in iOS 18 und darüber hinaus
Mit iOS 18 und den neuesten Updates hat Apple den Schutz noch weiter ausgebaut. Private Tabs werden jetzt automatisch gesperrt, wenn ihr Safari verlasst oder das Gerät längere Zeit nicht nutzt. Außerdem warnt Safari seit iOS 18.1 vor verdächtigen Websites bereits im privaten Modus deutlicher als zuvor.
Besonders praktisch: Seit iOS 18.2 könnt ihr private Tabs auch in Safari-Erweiterungen nutzen, ohne dass diese eure Aktivitäten mitverfolgen können. Content-Blocker funktionieren weiterhin, aber Tracking-Schutz ist noch aggressiver geworden.
So deaktiviert ihr die Authentifizierung
Wenn euch die ständige Authentifizierung zu nervig ist, könnt ihr sie abschalten:
- Öffnet die Einstellungen auf eurem iPhone oder iPad
- Scrollt nach unten bis Safari und tippt darauf
- Sucht den Bereich Datenschutz & Sicherheit
- Deaktiviert dort Face ID zum Entsperren von „Privates Surfen“ anfordern
Danach könnt ihr wieder ohne Authentifizierung private Tabs öffnen.

Weitere Datenschutz-Optionen in Safari
Während ihr schon mal in den Safari-Einstellungen seid, lohnt sich ein Blick auf weitere Datenschutz-Features:
Intelligenter Tracking-Schutz: Verhindert, dass Websites euch über verschiedene Seiten hinweg verfolgen. Solltet ihr aktiviert lassen.
Betrugswarnung: Warnt vor gefährlichen Websites. Auch das sollte an bleiben.
Datenschutzbericht: Zeigt euch, welche Tracker Safari blockiert hat. Findet ihr unter dem Safari-Symbol in den Einstellungen.
Private Relay und Hide My Email
Wer noch mehr Datenschutz will, kann Apples iCloud+ Features nutzen. Private Relay verschleiert eure IP-Adresse und funktioniert auch im normalen Safari-Modus. Hide My Email erstellt Wegwerf-E-Mail-Adressen für Registrierungen.
Beide Features kosten extra, bieten aber deutlich mehr Schutz als der reine private Modus.
Was ihr beachten solltet
Privates Surfen ist kein Allheilmittel. Euer Internetprovider, Arbeitgeber oder Betreiber öffentlicher WLANs können trotzdem sehen, welche Websites ihr besucht. Für echte Anonymität braucht ihr zusätzlich ein VPN.
Außerdem: Private Tabs schützen nur vor lokaler Speicherung von Daten. Downloads landen trotzdem in euren Dateien, und Screenshots oder Bildschirmaufnahmen funktionieren weiterhin.
Fazit: Mehr Sicherheit, aber konfigurierbar
Apples verschärfte Sicherheitsmaßnahmen für privates Surfen sind grundsätzlich sinnvoll. Wer sie nicht braucht, kann sie aber problemlos deaktivieren. Die neuen Features in iOS 18 und neueren Versionen machen Safari zu einem der datenschutzfreundlichsten mobilen Browser – wenn ihr die Einstellungen richtig konfiguriert.
Zuletzt aktualisiert am 17.02.2026