Welche Windows-App auf Dokumente, Bilder oder andere Dateien zugreifen kann, wird im System über Berechtigungen gesteuert. Die lassen sich genau einstellen: Man kann sogar einzelnen Apps sämtliche Rechte entziehen, sodass diese auf keinerlei persönliche Daten zugreifen dürfen.
Das ist wichtiger denn je, denn moderne Apps haben oft enormen Datenhunger. Viele wollen Zugriff auf Kamera, Mikrofon, Standort und persönliche Dateien – auch wenn das für ihre eigentliche Funktion gar nicht nötig ist. Wer seine Privatsphäre schützen will, sollte daher regelmäßig die App-Berechtigungen überprüfen und anpassen.
Berechtigungen können für jede App einzeln oder für mehrere Programme gleichzeitig festgelegt werden. Um zu beginnen, geht ihr zu Einstellungen, Apps, Installierte Apps, um die Liste der auf eurem System installierten Apps anzuzeigen. Klickt oder tippt auf die drei Punkte neben einer App aus der Liste und dann auf Erweiterte Optionen.
Alternativ findet ihr diese Option auch über Einstellungen, Apps, Apps & Features – Microsoft hat beide Wege parallel beibehalten, um den Übergang für Nutzer zu erleichtern.
Aktiviert oder deaktiviert auf dem nächsten Bildschirm unter dem Abschnitt App-Berechtigungen die Schalter, für welche Dateien die App Zugriff haben soll. Ihr könnt den Zugriff auf Bibliotheken wie Bilder, Videos, Kontakte oder Dokumente zulassen oder verweigern. Besonders wichtig sind auch die Hardware-Berechtigungen für Kamera, Mikrofon und GPS-Standort.
Berechtigungen für mehrere Apps ändern
Um Berechtigungen für Dateien aus mehreren Anwendungen zu beschränken, geht ihr zu Einstellungen, Datenschutz & Sicherheit. Microsoft hat diesen Bereich in Windows 11 und den neueren Windows 10-Versionen deutlich übersichtlicher gestaltet und um wichtige Sicherheitsfeatures erweitert.
Scrollt dann im linken Bereich nach unten zu App-Berechtigungen und wählt eine Kategorie aus, die ihr einschränken möchtet – also Kamera, Mikrofon, Standort, Dokumente, Videos oder Bilder. Besonders kritisch sind Berechtigungen für Kamera und Mikrofon, da diese für Spionage missbraucht werden können.
Im rechten Bereich habt ihr dann die Möglichkeit, den Zugriff auf alle Apps auf einen Schlag zu deaktivieren. Oder scrollt durch die Liste der Apps und deaktiviert diejenigen, die keinen Zugriff haben sollen. Ein Tipp: Deaktiviert erst alles und gebt dann nur den Apps Rechte, die diese wirklich benötigen.
Neue Sicherheitsfeatures nutzen
Microsoft hat in den letzten Jahren mehrere neue Datenschutz-Features eingeführt. Besonders nützlich ist die Benachrichtigung, wenn Apps auf Kamera oder Mikrofon zugreifen. Ihr findet diese Option unter Einstellungen, Datenschutz & Sicherheit, Kamera bzw. Mikrofon. Dort könnt ihr einstellen, dass Windows euch warnt, wenn eine App diese Hardware nutzt.
Ebenfalls wichtig: Die Berechtigung für den Dateisystem-Zugriff. Viele Apps verlangen heute Vollzugriff auf das gesamte Dateisystem – das solltet ihr nur Apps gewähren, denen ihr absolut vertraut. Messenger, Spiele oder Social Media-Apps brauchen das definitiv nicht.
Microsoft Store vs. Desktop-Apps
Ein wichtiger Unterschied: Apps aus dem Microsoft Store (UWP-Apps) lassen sich viel granularer steuern als klassische Desktop-Programme. Desktop-Software läuft meist mit vollen Benutzerrechten und kann daher schwerer eingeschränkt werden. Das ist ein guter Grund, wo möglich Store-Apps zu bevorzugen.
Bei klassischen Desktop-Programmen hilft oft nur die Deinstallation, wenn sie zu aufdringlich sind. Oder ihr nutzt spezialisierte Tools wie Windows Sandbox, um verdächtige Software isoliert auszuführen.
Regelmäßig überprüfen
Macht es euch zur Gewohnheit, alle paar Monate die App-Berechtigungen zu überprüfen. Besonders nach größeren Windows-Updates oder der Installation neuer Software. Microsoft ändert gelegentlich die Standard-Einstellungen, und neue Apps bekommen oft mehr Rechte, als sie brauchen.
Auch bei Apps, die ihr schon länger nutzt, lohnt sich ein Blick: Viele erweitern mit Updates ihre Berechtigungsanfragen, ohne dass Nutzer das bewusst mitbekommen. Eine Taschenrechner-App braucht beispielsweise definitiv keinen Zugriff auf eure Kontakte oder den Standort.
Die Kontrolle über App-Berechtigungen ist einer der wichtigsten Bausteine für Privatsphäre und Sicherheit unter Windows. Mit wenigen Klicks könnt ihr euer System deutlich sicherer machen und trotzdem alle gewünschten Apps nutzen.
Zuletzt aktualisiert am 07.03.2026

