Kennt ihr das? Ihr schreibt einen Artikel für euer Blog, eine Webseite oder in einem Forum. So genau ihr auch nochmal drüber lest, kurz nach Veröffentlichung bekommt ihr den mehr oder minder wohlmeinenden Hinweis, dass ihr einen Rechtschreibfehler übersehen habt. „Kannst du das nicht nochmal durchlesen?!“ heißt es dann schnell. Lasst euch dabei helfen – und zwar von KI!
Zu eurer Beruhigung: Ihr könnt so oft und so genau über den Text gehen, wie ihr wollt, es werden euch trotzdem Fehler entgehen. Einfach deshalb, weil ihr den Text kennt und nicht mehr genau lest, sondern euer Gehirn schon im Vorfeld erkennt, was da stehen sollte, nicht, was da tatsächlich steht. Wenn ihr nun keinen menschlichen Helfer in der Nähe habt, der euch ein unvoreingenommenes Auge leiht, dann sind KI-gestützte Tools die perfekte Lösung.
LanguageTool: Der bewährte Klassiker
LanguageTool.org ist nach wie vor einer der zuverlässigsten Online-Services für die Rechtschreibprüfung. Markiert euren Text in Word oder wo immer ihr ihn geschrieben habt und kopiert ihn in die Zwischenablage. Daraus fügt ihr ihn in das Eingabefenster von LanguageTool.org ein. Innerhalb weniger Sekunden ist dieser analysiert und die Fehler markiert. Klickt unten auf Fehler im Text gefunden, dann zeigt euch die Seite Fehler nach Fehler inklusive Korrekturempfehlungen an.
Wählt die richtige Schreibweise durch einen Klick aus oder lasst die Schreibweise, indem ihr auf In diesem Text ignorieren klickt. Den korrigierten Text könnt ihr dann wieder über die Zwischenablage zurück kopieren oder die Fehler im Quelltext manuell korrigieren.
Browser-Extensions für direktes Arbeiten
Noch praktischer sind Browser-Extensions, die eure Texte direkt während der Eingabe prüfen. Die LanguageTool-Extension funktioniert mittlerweile in allen gängigen Browsern und überprüft eure Texte in WordPress, Gmail, Social Media und praktisch jedem Eingabefeld. Ähnlich arbeitet Grammarly, das allerdings hauptsächlich für englische Texte optimiert ist, aber auch deutsche Texte gut erkennt.
KI-Revolution: ChatGPT und Claude als Korrekturleser
Seit 2023 haben sich KI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Perplexity als hervorragende Korrekturleser etabliert. Ihr könnt euren Text einfach mit der Bitte „Korrigiere bitte Rechtschreibung und Grammatik in diesem Text“ an die KI schicken. Der Vorteil: Diese Tools erkennen nicht nur Fehler, sondern können auch stilistische Verbesserungen vorschlagen und den Text flüssiger machen.
Besonders praktisch ist es, wenn ihr spezifische Anweisungen gebt: „Korrigiere den Text und erkläre mir jeden Fehler“ oder „Verbessere den Stil, aber behalte meinen persönlichen Schreibstil bei“. Die KI liefert oft detaillierte Erklärungen, warum etwas falsch war – so lernt ihr automatisch dazu.
Microsoft Editor und Google Docs
Microsoft hat seinen Editor massiv verbessert. In Word, Outlook und sogar im Browser erkennt das Tool mittlerweile nicht nur Rechtschreibfehler, sondern auch komplexe Grammatikprobleme und Stilschwächen. Google Docs zieht nach: Die Rechtschreibprüfung dort ist deutlich intelligenter geworden und erkennt auch Kontext-abhängige Fehler.
Smartphone-Apps für unterwegs
Für die mobile Textarbeit gibt es mittlerweile ausgereifte Apps. SwiftKey und Gboard haben ihre Rechtschreibkorrektur deutlich verbessert, und spezielle Apps wie „Deutsch Rechtschreibung“ oder „Duden Mentor“ helfen bei längeren Texten auf dem Smartphone oder Tablet.
Profi-Tipps für bessere Texte
Ein bewährter Trick: Lasst den Text eine Weile liegen und lest ihn später nochmal. Oder noch besser: Nutzt die Vorlesefunktion eures Computers oder Smartphones. Beim Zuhören fallen euch Fehler auf, die ihr beim Lesen übersehen habt.
Bei wichtigen Texten kombiniert mehrere Tools: Erst LanguageTool für die Grundkorrektur, dann eine KI für stilistische Verbesserungen und schließlich die Vorlesefunktion für den Feinschliff.
Grenzen beachten
Trotz aller Technik: Kein Tool ersetzt das aufmerksame Lesen. Besonders bei Fachbegriff en, Namen oder sehr speziellem Vokabular können auch die besten KI-Tools daneben liegen. Bei rechtlich relevanten Texten oder wichtigen Publikationen solltet ihr zusätzlich einen menschlichen Korrektor einsetzen.
Die gute Nachricht: Die Zeiten, in denen peinliche Rechtschreibfehler euren Text ruinieren, sind definitiv vorbei. Nutzt die verfügbaren Tools – euer Publikum wird es euch danken!
Zuletzt aktualisiert am 24.02.2026