Facebook sammelt eure Daten nicht nur direkt – auch über die Apps eurer Freunde fließen persönliche Informationen an Meta. Diese versteckten Datenlecks lassen sich aber mit den richtigen Einstellungen stopfen.
Ihr achtet penibel darauf, welche Apps Zugriff auf eure Facebook-Daten bekommen? Vorbildlich – aber das reicht nicht. Facebook hat 2026 seine Datensammlung weiter perfektioniert. Wenn eure Freunde sorglos Apps Zugriff gewähren, können diese auch auf eure Daten zugreifen. Das passiert täglich millionenfach, meist ohne dass ihr davon wisst.
Die Mechanik dahinter: Installiert ein Freund eine App wie ein Quiz oder Spiel, fragt diese nicht nur seine Daten ab. Über die „sozialen Verbindungen“ zapft sie auch Informationen seiner Kontakte an – also euch. Name, Profilbild, Freundesliste, Posts und mehr wandern so in fremde Datenbanken.
Facebook macht’s Apps besonders leicht
Meta hat diese Datenteilung 2026 sogar ausgeweitet. Apps können jetzt über die erweiterte Graph API noch granularer auf Freundesdaten zugreifen. Offiziell dient das einem „personalisierten sozialen Erlebnis“ – faktisch monetarisiert Meta so eure Beziehungen.
Besonders problematisch: Viele Apps übertragen diese Daten an Werbenetzwerke und Datenbroker weiter. Euer digitaler Fingerabdruck wird so vervollständigt, auch wenn ihr selbst nie mit der jeweiligen App interagiert habt.
So stoppt ihr das Datenleck
Öffnet zunächst Facebook auf dem iPhone oder Android-Smartphone. Über das Icon mit den drei Strichen jetzt das Menü öffnen und über Einstellungen die Kontoeinstellungen auswählen. Nun den Punkt Apps wählen und Von anderen Nutzern verwendete Apps antippen. Steht neben diesem Punkt „Aktiviert“, solltet ihr dringend einen Blick auf diese Einstellungen werfen.
Granulare Kontrolle über eure Daten
Auf der nächsten Seite folgt eine Auflistung aller Informationen und Daten, die andere Nutzer für Drittanbieter-Apps freigeben können. Facebook hat diese Liste 2026 erweitert – jetzt stehen auch biometrische Daten, Standortverlauf und Kaufhistorie zur Auswahl. Ihr solltet hier ganz genau hinschauen und am besten gleich alle Haken entfernen, um keinerlei Daten preiszugeben.
Besonders kritisch sind die neuen Kategorien „KI-Trainingsdaten“ und „Cross-Platform-Profiling“. Diese erlauben es Apps, eure Daten für maschinelles Lernen zu nutzen oder mit anderen Plattformen abzugleichen.
Nach diesem Schritt einfach unten auf Speichern tippen. Auf der vorherigen Seite sollte neben „Von anderen Nutzern verwendte Apps“ jetzt Gesperrt stehen.
Weitere Schutzmaßnahmen
Seit 2025 bietet Facebook auch eine „Freunde-Audit“-Funktion. Unter Einstellungen > Privatsphäre > App-Berechtigungen von Freunden könnt ihr einsehen, welche eurer Kontakte besonders datenfreudige Apps nutzen. Ein Algorithmus warnt vor Apps mit auffälligen Datenzugriffen.
Zusätzlich empfehlenswert: Aktiviert die „App-Benachrichtigungen“. Facebook informiert euch dann, wenn Freunde Apps installieren, die auf eure Daten zugreifen möchten. Ihr könnt dann gezielt widersprechen oder den Freund sensibilisieren.
Was bringt der Datenschutz wirklich?
Die Einstellungen sind ein wichtiger Baustein, aber kein Allheilmittel. Facebook sammelt weiter massenhaft Daten über Shadow Profiles, Browser-Fingerprinting und Tracking-Pixel. Wer wirklich datensparsam leben will, sollte alternative Messenger wie Signal nutzen und Facebook nur bewusst einsetzen.
Dennoch: Jede Datenquelle, die ihr Facebook vorenthaltet, schwächt das Überwachungskapitalismus-Modell des Konzerns. Die paar Minuten für die Einstellungen sind also gut investiert – auch wenn sie nur einen Teil des Problems lösen.
Zuletzt aktualisiert am 10.03.2026







