Wer weitere Geräte per USB an den Laptop oder PC anschließen will, sollte sichergehen, dass die Schnittstelle genügend Strom liefert. Mit den richtigen Tools lässt sich das ganz einfach herausfinden.
Der USB-Anschluss ist heutzutage die meist verbreitete Schnittstelle an PCs und Laptops, wenn es darum geht, kleinere Geräte mit dem Computer zu verbinden. Smartphones, externe Festplatten oder SSDs, all diese Geräte brauchen Strom, damit Daten übertragen werden können.
Falls ein Gerät mal nicht sofort erkannt wird oder Schwierigkeiten bei der Verbindung auftauchen, kann das unter anderem daran liegen, dass der USB-Port nicht genügend Strom liefert. Außerdem kann die Stromstärke bei jedem USB-Anschluss unterschiedlich sein. Mit kostenlosen Tools könnt ihr recht schnell herausfinden, wie viel Leistung eure Anschlüsse tatsächlich liefern.
Moderne USB-Standards: Von USB-A bis USB4
Bevor ihr ein Tool zur Analyse einsetzt, solltet ihr die verschiedenen USB-Standards kennen. USB-A-Anschlüsse liefern standardmäßig 0,5A (USB 2.0) bis 0,9A (USB 3.0). Die neueren USB-C-Anschlüsse können je nach Standard deutlich mehr: USB-C 3.1 schafft bis zu 3A, während USB-C mit Power Delivery (PD) bis zu 5A bei 20V ermöglicht – das entspricht 100 Watt Leistung.
USB4, der neueste Standard, kann sogar bis zu 240 Watt übertragen und eignet sich damit auch zum Laden von Gaming-Laptops oder Workstations. Thunderbolt 4-Anschlüsse, die oft mit USB-C verwechselt werden, bieten ebenfalls hohe Stromstärken und sind besonders bei MacBooks und High-End-Laptops zu finden.
Windows: USB-Stromverbrauch mit Bordmitteln prüfen
Windows bietet mittlerweile integrierte Möglichkeiten, den USB-Stromverbrauch zu überwachen. Öffnet den Geräte-Manager, erweitert den Punkt USB-Controller und macht einen Rechtsklick auf euren USB-Hub. Unter Eigenschaften > Energie seht ihr, wie viel Strom die angeschlossenen Geräte verbrauchen.
Alternativ nutzt ihr die PowerShell: Der Befehl Get-WmiObject Win32_USBHub | Select-Object Name,DeviceID,Status zeigt alle USB-Hubs an. Für detailliertere Informationen eignet sich das kostenlose Tool HWiNFO, das nicht nur USB-Ports analysiert, sondern auch deren Stromverbrauch in Echtzeit anzeigt.
Charging-Ports lassen Smartphones schneller laden
Nachdem ihr euch einen Überblick verschafft habt, werden alle Geräte aufgelistet, die über USB verbunden sind. Ist beispielsweise ein Smartphone angeschlossen, seht ihr dessen Stromverbrauch. Mit einem Doppelklick lassen sich nun weitere Eigenschaften zum Anschluss aufrufen. Unter Power wird die Stromstärke in Milliampere angezeigt.
Im Falle des angeschlossenen Smartphones lohnt es sich, darauf zu achten, wie hoch der Wert tatsächlich ist. Viele Smartphones unterstützen mittlerweile Fast Charging mit 18W, 25W oder sogar 65W. iPhones ab dem iPhone 12 laden mit bis zu 20W über USB-C, während Samsung Galaxy-Geräte oft 25W oder 45W schaffen.
USB-C Multimeter für präzise Messungen
Für genaue Messungen empfiehlt sich ein USB-C Multimeter wie das „FNIRSI FNB48“ oder „AVHzY CT-3“. Diese kleinen Geräte kosten zwischen 15 und 30 Euro und zeigen Spannung, Stromstärke, Wattage und sogar die übertragene Datenmenge in Echtzeit an.
Solche Multimeter sind besonders nützlich, wenn ihr prüfen wollt, ob euer Ladegerät wirklich die beworbene Leistung liefert. Viele billige USB-Ladegeräte schaffen trotz gegenteiliger Angaben nur einen Bruchteil der versprochenen Wattzahl.
Probleme mit unzureichender Stromversorgung lösen
Stellt ihr fest, dass ein USB-Anschluss zu wenig Strom liefert, gibt es mehrere Lösungsansätze. Powered USB-Hubs haben ein eigenes Netzteil und können anspruchsvolle Geräte wie externe Festplatten oder SSDs zuverlässig mit Strom versorgen.
Für Laptops mit wenigen Anschlüssen sind USB-C Docking-Stations eine gute Wahl. Sie erweitern nicht nur die Anschlussmöglichkeiten, sondern liefern auch genügend Strom für mehrere Geräte gleichzeitig. Achtet dabei auf die Gesamtleistung der Docking-Station – hochwertige Modelle schaffen 90W oder mehr.
Mobile Geräte: Apps zur USB-Analyse
Android-Nutzer können Apps wie „Ampere“ oder „AccuBattery“ verwenden, um den Ladestrom ihres Smartphones zu überwachen. Diese Apps zeigen, mit welcher Geschwindigkeit der Akku lädt und ob der USB-Anschluss optimal funktioniert.
iPhone-Nutzer finden entsprechende Informationen in den Einstellungen > Batterie > Batteriezustand & Laden. iOS zeigt zwar keine Echtzeitwerte an, informiert aber über die optimale Ladegeschwindigkeit und eventuelle Probleme.
Zukunft der USB-Stromversorgung
Die Entwicklung geht klar in Richtung höherer Leistungen. USB-C wird USB-A weitgehend ersetzen, und mit dem neuen USB Power Delivery 3.1 Standard sind bis zu 240W möglich. Das bedeutet: Ein einziger USB-C-Anschluss kann künftig Gaming-Laptops, Monitore und andere stromhungrige Geräte versorgen.
Drahtloses Laden gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Qi2, der Nachfolger des Qi-Standards, soll bis zu 15W drahtlos übertragen können. Für die meisten Anwendungsfälle reicht das völlig aus.
Die Analyse des USB-Stromverbrauchs ist also wichtiger denn je – mit den richtigen Tools und etwas Grundwissen könnt ihr Verbindungsprobleme schnell identifizieren und lösen.
Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026


