Standard-Browser für angeheftete Websites verwenden

von | 06.11.2017 | Windows

Webseiten direkt über die Taskleiste zu erreichen ist praktisch – doch Windows hat dabei seine eigenen Vorstellungen. Seit dem Creators Update könnt ihr zwar Websites an die Taskleiste anheften, aber sie öffnen sich standardmäßig immer in Microsoft Edge, selbst wenn Chrome, Firefox oder ein anderer Browser euer Standard ist. Mit den richtigen Kniffen lässt sich das aber ändern.

So heftet ihr Webseiten an die Taskleiste

Der erste Schritt führt tatsächlich über Edge: Öffnet die gewünschte Website in Microsofts Browser. Klickt dann oben rechts auf die drei Punkte und wählt „Diese Seite an Taskleiste anheften“. Ein neues Icon erscheint in eurer Taskleiste, das ihr per Drag & Drop an die gewünschte Position verschieben könnt.

Das Problem: Klickt ihr auf dieses Icon, startet automatisch Edge – unabhängig davon, welchen Browser ihr normalerweise nutzt. Microsoft hat das bewusst so programmiert, um Edge zu fördern.

EdgeDeflector: Der clevere Umweg

Hier kommt das kostenlose Tool EdgeDeflector ins Spiel. Es fungiert als intelligenter Vermittler zwischen Windows und eurem bevorzugten Browser. Nach der Installation registriert sich EdgeDeflector als Alternative zu Edge für bestimmte Windows-Funktionen.

Sobald ihr das nächste Mal auf eine angeheftete Website klickt, fragt Windows nach, mit welcher App die Seite geöffnet werden soll. Wählt EdgeDeflector aus und bestätigt die Auswahl als Standard. Von nun an leitet das Tool alle Aufrufe an euren Standard-Browser weiter.

https://github.com/da2x/EdgeDeflector

Alternative Methoden für moderne Browser

Mittlerweile bieten auch andere Browser eigene Lösungen: Chrome ermöglicht es seit Version 120, Progressive Web Apps (PWAs) direkt an die Taskleiste zu heften. Diese öffnen sich in einem eigenen Fenster ohne Browserleiste – fast wie native Apps.

Firefox hat mit dem „Pin to Taskbar“-Feature nachgezogen, allerdings nur für Websites, die als PWA konfiguriert sind. Für alle anderen Seiten bleibt EdgeDeflector die zuverlässigste Lösung.

Was ist mit Windows 11?

Unter Windows 11 funktioniert das Anheften von Websites grundsätzlich genauso, aber Microsoft hat die Standard-App-Auswahl verschärft. EdgeDeflector arbeitet auch hier, aber manchmal müsst ihr die Einstellungen nach größeren Windows-Updates erneut anpassen.

Ein Tipp: Überprüft regelmäßig unter „Einstellungen > Apps > Standard-Apps“, ob EdgeDeflector noch als Standardprogramm für „Microsoft Edge“-Links eingetragen ist.

Browser-Apps vs. klassische Tabs

Angeheftete Websites verhalten sich anders als normale Browser-Tabs: Sie öffnen in separaten Fenstern und zeigen oft eine reduzierte Benutzeroberfläche. Das spart Platz und Ablenkung, kann aber gewöhnungsbedürftig sein.

Viele Nutzer kombinieren beide Ansätze: Häufig verwendete Arbeitstools wie E-Mail-Clients, Projektmanagement-Software oder Cloud-Dienste werden angeheftet, während normale Websites über Lesezeichen aufgerufen werden.

Troubleshooting: Wenn EdgeDeflector nicht funktioniert

Falls angeheftete Websites trotz EdgeDeflector weiterhin in Edge öffnen, liegt meist ein Konfigurationsproblem vor. Geht zu „Einstellungen > Apps > Standard-Apps“ und sucht nach „EdgeDeflector“. Klickt darauf und stellt sicher, dass alle relevanten Protokolle (HTTP, HTTPS) zugewiesen sind.

Alternativ könnt ihr EdgeDeflector neu installieren und dabei als Administrator ausführen. Das Tool benötigt Systemrechte, um sich ordnungsgemäß in die Windows-Registry einzutragen.

Fazit: Mehr Kontrolle über euren Browser

Mit EdgeDeflector holt ihr euch die Kontrolle über angeheftete Websites zurück und nutzt weiterhin euren bevorzugten Browser. Das Tool arbeitet zuverlässig im Hintergrund und erfordert nach der einmaligen Einrichtung keine weitere Wartung.

Die Kombination aus angehefteten Websites und dem richtigen Browser-Routing macht das Arbeiten effizienter – ohne dass Microsoft euch seinen Edge aufzwingt.

Zuletzt aktualisiert am 31.03.2026