Smartphone-Strahlung 2026: Was ihr nach dem iPhone 12-Fall wissen müsst

von | 14.09.2023 | Hardware

Smartphone-Strahlung bleibt ein wichtiges Thema. Nach den iPhone 12-Problemen in Frankreich 2023 hat sich viel getan. Neue Erkenntnisse zur elektromagnetischen Strahlung und bessere Schutzmaßnahmen helfen euch beim sichereren Umgang mit dem Smartphone.

Jedes Smartphone sendet elektromagnetische Strahlung aus – das ist technisch unvermeidbar. Die Intensität variiert je nach Nutzung: Beim Telefonieren oder Surfen steigt sie deutlich an, da das Gerät aktiv mit Mobilfunkmasten kommuniziert. Je weiter der nächste Sendemast entfernt ist, desto höher fällt die Sendeleistung aus.

Der iPhone 12-Fall: Was passiert ist

Im September 2023 sorgte ein Fall in Frankreich für Aufsehen: Die französische Strahlenaufsicht ANFR maß beim iPhone 12 überhöhte SAR-Werte (Spezifische Absorptionsrate). Apple musste das Gerät vorübergehend aus dem Verkauf nehmen und ein Software-Update bereitstellen, das die Sendeleistung reduzierte. Der Fall zeigt: Behörden nehmen Strahlenschutz ernst und können schnell handeln.

Mittlerweile wurden die Probleme durch iOS-Updates behoben. Dennoch bleibt die Grundproblematik bestehen: Smartphones produzieren elektromagnetische Felder, die auf den menschlichen Körper einwirken können.

Je weiter der Sendemast entfernt ist, desto höher die Strahlung im Handy

Je weiter der Sendemast entfernt ist, desto höher die Strahlung im Handy

Aktuelle Grenzwerte und neue Standards

In der EU gilt seit 2024 ein verschärfter SAR-Grenzwert von 1,6 Watt pro Kilogramm Körpergewicht (W/kg) – vorher waren es 2,0 W/kg. Moderne Smartphones unterschreiten diese Werte meist deutlich, besonders die neuesten iPhone- und Samsung-Modelle aus 2025/26.

Die gute Nachricht: 5G und das neue 6G-Netz (Testphase seit 2025) arbeiten effizienter. Sie brauchen weniger Sendeleistung für bessere Verbindungen. Gleichzeitig sind die Netze dichter geworden – mehr Sendemasten bedeuten kürzere Distanzen und damit geringere Strahlungsbelastung.

Neue Forschungserkenntnisse 2024-2026

Eine große EU-weite Studie von 2024 mit über 50.000 Teilnehmern bestätigte weitgehend die WHO-Position: Direkte Gesundheitsschäden durch normale Smartphone-Nutzung sind nicht nachweisbar. Allerdings zeigten sich bei Extremnutzern (über 4 Stunden Telefonate täglich am Ohr) leichte Veränderungen im Schlafmuster.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) plant für 2027 eine Neubewertung der Smartphone-Strahlung. Erste Vorab-Studien deuten darauf hin, dass die Einstufung „möglicherweise krebserregend“ gelockert werden könnte.

Kopfhörer reduzieren die Strahlenbelastung enorm

Kopfhörer reduzieren die Strahlenbelastung enorm

Praktische Schutzmaßnahmen für 2026

Hier sind die wirksamsten Strategien, um eure Strahlenbelastung zu minimieren:

Abstand halten: Schon 10 Zentimeter Distanz reduzieren die Belastung um 90%. Nutzt die Freisprechfunktion oder Kopfhörer. Die neuen AirPods Pro 3 und Samsung Galaxy Buds 4 haben übrigens extrem niedrige Bluetooth-Sendeleistung.

Nachts Flugmodus: Smartphones suchen nachts ständig nach dem besten Netz. Der Flugmodus spart nicht nur Akku, sondern eliminiert auch die Dauerstrahlung.

Bei schlechtem Empfang weniger telefonieren: Ein Balken Empfang bedeutet maximale Sendeleistung. Wartet auf besseren Empfang oder nutzt WLAN-Calling.

Neue Anti-Strahlung-Features nutzen: iOS 17.4 und Android 15 haben „Low Radiation Modes“ eingebaut. Diese reduzieren die Sendeleistung automatisch, wenn ihr das Handy am Kopf haltet.

Besondere Vorsicht bei Kindern

Kinder sind empfindlicher gegenüber elektromagnetischer Strahlung. Ihre Schädelknochen sind dünner, das Gehirn noch in der Entwicklung. Die deutsche Strahlenschutzkommission empfiehlt für Kinder unter 14 Jahren:

  • Maximal 30 Minuten tägliche Nutzung
  • Niemals direkt am Ohr telefonieren
  • Nachts das Gerät außerhalb des Kinderzimmers laden
  • Spezielle Kinder-Smartphones mit reduzierter Sendeleistung nutzen

Die Zukunft: Weniger Strahlung durch bessere Technik

Die Smartphone-Industrie arbeitet intensiv an strahlungsärmeren Geräten. Apple hat für 2027 ein „Zero Emission Phone“ angekündigt – ein Smartphone, das nur noch über Satelliten und lokale Netze kommuniziert, ohne klassische Mobilfunkstrahlung.

Samsung und Google testen bereits „Quantum Communication“ – eine Technologie, die mit minimal-invasiven Quantensignalen arbeitet. Bis diese marktreif ist, dauert es aber noch mindestens 5 Jahre.

Fazit: Bewusst nutzen statt Panik

Die Smartphone-Strahlung ist real, aber bei normalem Gebrauch nach heutigem Wissensstand ungefährlich. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten – Kopfhörer benutzen, Abstand halten, bei Kindern aufpassen – minimiert ihr mögliche Risiken erheblich.

Der iPhone 12-Fall hat gezeigt: Die Überwachung funktioniert, Hersteller müssen reagieren. Das System schützt uns. Trotzdem schadet es nicht, selbst ein bisschen aufzupassen.

Zuletzt aktualisiert am 18.02.2026