Die großen Streaming-Anbieter haben ihre Preisstrukturen grundlegend verändert: Wer 4K-Qualität und Premium-Features will, zahlt deutlich mehr. Ein Überblick über die aktuellen Tarife und Tricks zum Sparen.
Die Zeiten einheitlicher Streaming-Abos sind endgültig vorbei. Disney+, Netflix, Amazon Prime Video und andere haben ihre Tarifstrukturen in den letzten Jahren komplett umgekrempelt – mit klarem Ziel: Premium-Qualität kostet extra.
Streaming-Preise sind deutlich gestiegen – Premium-Qualität kostet extra
Disney+: Drei Welten, drei Preise
Disney+ führte bereits 2023 das gestaffelte Preismodell ein und hat es seitdem weiter verfeinert. Aktuell zahlt ihr für Disney+ Standard 9,99 EUR monatlich und bekommt Full-HD auf zwei Geräten gleichzeitig. Downloads sind möglich, Dolby Atmos gibt es nicht.
Der Disney+ Premium-Tarif kostet 13,99 EUR monatlich (139,99 EUR jährlich) und liefert 4K-Qualität, Dolby Atmos und vier parallele Streams. Für Familien mit großem TV und hochwertigem Sound-Setup macht das durchaus einen Unterschied.
Das werbefinanzierte Abo gibt es für 5,99 EUR monatlich – Full-HD, zwei Streams, aber regelmäßige Werbeunterbrechungen und keine Downloads. Netflix machte es vor, Disney zog nach.
Das Angebot von Disney+ mit gestaffelten Tarifen
Netflix: Der teure Platzhirsch
Netflix bleibt der Preisführer – nach oben. Das Standard-Abo kostet mittlerweile 13,99 EUR monatlich (Preiserhöhung 2024) für Full-HD auf zwei Geräten. Das Premium-Abo schlägt mit 19,99 EUR zu Buche – dafür gibt es 4K und vier parallele Streams.
Das Basis-Abo mit Werbung kostet 4,99 EUR, liefert aber nur HD-Qualität mit Werbeunterbrechungen. Netflix hat außerdem das Account Sharing rigoros eingeschränkt: Zusätzliche Nutzer kosten 4,99 EUR extra pro Monat.
Streamen auf mehreren Geräten gleichzeitig wird immer teurer
Amazon Prime Video: Werbung als neuer Standard
Amazon hat 2024 eine drastische Änderung eingeführt: Das reguläre Prime-Abo (8,99 EUR monatlich) enthält seit Januar 2024 Werbung in Filmen und Serien. Wer werbefreies Streaming will, zahlt 2,99 EUR extra – macht zusammen 11,98 EUR monatlich.
Dafür bekommt ihr aber nicht nur Streaming, sondern auch Prime-Lieferungen, Amazon Music Prime, Prime Gaming und Prime Reading. Das Gesamtpaket ist durchaus attraktiv.
Netflix bleibt trotz hoher Preise Marktführer
Neue Player: Apple TV+ und Co
Apple TV+ kostet unverändert 6,99 EUR monatlich, bietet aber auch deutlich weniger Content als die Konkurrenz. Dafür gibt es alles in 4K und Dolby Atmos ohne Aufpreis.
Paramount+ ist für 7,99 EUR monatlich zu haben (mit Werbung 4,99 EUR), WOW (ehemals Sky Ticket) verlangt je nach Paket zwischen 9,99 und 24,99 EUR.
Die Kostenfalle: Mehrere Abos parallel
Das eigentliche Problem: Die meisten nutzen nicht nur einen Dienst. Eine aktuelle Studie zeigt: Deutsche Streaming-Nutzer haben im Durchschnitt 2,8 verschiedene Abos aktiv. Bei Premium-Tarifen kommt ihr schnell auf 40-60 EUR monatlich.
Dazu kommen noch regionale Anbieter wie RTL+, Joyn Plus oder MagentaTV, die jeweils eigene Inhalte haben.
Spar-Strategien für Streaming-Fans
Abo-Hopping ist völlig legal: Aktiviert Abos nur dann, wenn interessante Serien laufen, und kündigt danach wieder. Die meisten Dienste haben keine Mindestlaufzeit.
Jahres-Abos sind oft günstiger als Monats-Zahlungen. Disney+ spart ihr so etwa 20 EUR pro Jahr.
Family Sharing nutzen: Teilt Premium-Abos in der Familie oder WG. Bei vier Nutzern kostet Netflix Premium nur noch 5 EUR pro Person.
Werbefinanzierte Tarife ausprobieren: 2-3 Minuten Werbung pro Stunde sind für viele verschmerzbar und sparen deutlich Geld.
Ausblick: Preise steigen weiter
Die Streaming-Anbieter stehen unter Druck: Teure Eigenproduktionen, Lizenzkosten und sinkende Neukunden-Zahlen treiben die Preise. Netflix kündigte bereits weitere Erhöhungen für 2026 an.
Gleichzeitig wird werbefinanziertes Streaming weiter zunehmen. Disney plant bereits, Werbung auch in Premium-Tarifen zu integrieren – natürlich gegen Aufpreis für die werbefreie Version.
Fazit: Streaming wird teurer, aber ihr habt mehr Kontrolle. Nutzt die Flexibilität der Dienste aus und zahlt nur für das, was ihr tatsächlich schaut. Premium-Qualität ist schön, aber Full-HD reicht für die meisten völlig aus.
Zuletzt aktualisiert am 18.02.2026