Der Stromverbrauch eines PCs hat unterschiedliche Dimensionen: Bei einem Notebook hat er direkten Einfluss auf die Akkulaufzeit, beim Desktop „nur“ auf die Temperatur und die Stromkosten am Ende eines Monats. Gegebenenfalls noch auf die Auslastung des Systems, denn CPU-hungrige Anwendungen verbrauchen ebenfalls mehr Strom. Windows 11 bietet euch mittlerweile noch mehr und bessere Kontrollmöglichkeiten über den Energieverbrauch von Apps als frühere Versionen.
Der erste und bewährteste Kontrollpunkt bleibt der Task Manager. Drückt gleichzeitig die Tasten Alt + Strg + Entf und wählt dann Task-Manager im sich öffnenden Menü aus. Alternativ könnt ihr auch einfach mit der rechten Maustaste auf die Taskleiste klicken und den Task-Manager direkt starten. Klickt nun auf die Spaltenüberschrift CPU, um die das System am stärksten belastenden Programme oben angezeigt zu bekommen. Hier könnt ihr sie durch Anklicken und Task beenden auch direkt beenden. Das solltet ihr aber nur tun, wenn ihr das Programm definitiv aktuell nicht braucht und alle Inhalte gespeichert habt.
Besonders hilfreich ist die erweiterte Ansicht des Task Managers: Klickt auf „Weitere Details“ falls noch nicht aktiv. Hier seht ihr nicht nur CPU-Verbrauch, sondern auch Arbeitsspeicher, Datenträger und Netzwerk-Auslastung. Moderne CPUs mit E-Cores und P-Cores (wie Intel Core 12th Gen und neuer oder AMD Ryzen 7000er Serie) zeigen sogar getrennte Werte für Effizienz- und Performance-Kerne an.
Für Notebook-Nutzer gibt es deutlich komfortablere Optionen: Klickt in den Einstellungen auf System > Netzbetrieb und Akku. Unter dem Balken der aktuellen Akkuladung könnt ihr auf „Akkunutzung“ klicken. Windows 11 zeigt euch nun detailliert an, welche App für welchen Anteil des Akkuverbrauchs verantwortlich war – sowohl für die letzten 24 Stunden als auch für die vergangene Woche. Die Liste ist chronologisch nach den größten Anteilen geordnet.
Neu in Windows 11 ist die intelligente Akkuoptimierung: Das System lernt eure Nutzungsgewohnheiten und passt automatisch die Energieverteilung an. Apps, die ihr selten nutzt, werden automatisch in einen energiesparenden Modus versetzt. Diese Funktion findet ihr unter „Einstellungen“ > „Apps“ > „Apps & Features“ und dort bei jeder einzelnen App unter „Erweiterte Optionen“.
Erkennt Windows einen extrem starken Verbrauch einer einzelnen App, dann bekommt ihr eine Warnmeldung. In dieser ist dann auch ein Link zu den Einstellungen der App, in der ihr – wenn das geht – den Akkuverbrauch senken könnt. Windows 11 bietet hier auch konkrete Vorschläge, wie ihr den Energieverbrauch reduzieren könnt.

Ein weiteres nützliches Feature ist der neue „Energieeffizienz-Modus“ für einzelne Prozesse. Klickt im Task Manager mit der rechten Maustaste auf einen energiehungrigen Prozess und wählt „Energieeffizienz-Modus“. Das System drosselt dann automatisch die Leistung dieser Anwendung, ohne sie komplett zu beenden.
Für Power-User gibt es auch die Kommandozeile: Mit dem Befehl „powercfg /energy“ erstellt Windows einen detaillierten Energiebericht, der versteckte Stromfresser aufdeckt. Der Befehl „powercfg /batteryreport“ generiert bei Notebooks einen umfassenden Akkubericht mit Verschleißanalyse.
Moderne Grafikkarten sind oft die größten Energieverbraucher. Nvidia RTX 40-Serie und AMD RX 7000-Serie Karten bieten eigene Energieverwaltungstools. Überprüft regelmäßig, ob eure GPU im Leerlauf korrekt in den Energiesparmodus wechselt – manchmal verhindern Hintergrundprozesse oder ein zweiter Monitor das korrekte Heruntertakten.
Bei Desktop-PCs lohnt sich auch ein Blick auf das Netzteil: 80-Plus-zertifizierte Netzteile mit Gold- oder Platinum-Rating arbeiten deutlich effizienter. Ein überdimensioniertes 1000W-Netzteil für ein 300W-System verschwendet unnötig Energie.
Die neuen Energiesparmodi in Windows 11 sind übrigens deutlich intelligenter geworden: Der „Ausbalanciert“-Modus passt sich dynamisch an eure Arbeitsweise an, während „Beste Energieeffizienz“ auch bei anspruchsvollen Aufgaben Energie spart, ohne die Leistung merklich zu beeinträchtigen. Bei modernen CPUs mit variabler Taktung macht das einen spürbaren Unterschied – sowohl bei der Akkulaufzeit als auch bei den Stromkosten.
Zuletzt aktualisiert am 02.03.2026