Die Energiekrise und steigende Strompreise machen auch vor dem PC-Arbeitsplatz nicht halt. Während ein Desktop-PC oder Laptop nur einen Bruchteil eures Haushaltsstroms verbraucht, könnt ihr dennoch aktiv Einfluss nehmen – besonders bei mobilen Geräten macht sich das beim Akku deutlich bemerkbar.
Die allgemeinen Stromspareinstellungen bei einem PC oder Mac regeln pauschal, wo Energie gespart wird – ohne Rücksicht auf euer tatsächliches Nutzungsverhalten. Das frühere Einschalten des Stromsparmodus, das automatische Ausschalten des Monitors und viele weitere Optionen könnt ihr in diesen Einstellungen festlegen. Besonders bei Laptops, Tablets und 2-in-1-Geräten hat das spürbare Auswirkungen: Der Akku hält deutlich länger, ihr müsst seltener nachladen und spart damit Energie.

Stromfresser-Apps im Task Manager aufspüren
Viel gezielter könnt ihr aber vorgehen, wenn ihr den Stromverbrauch einzelner Apps im Blick behaltet. Dieser Begriff ist allerdings irreführend: Apps verbrauchen natürlich nicht direkt Strom. Je intensiver sie jedoch arbeiten, desto mehr beanspruchen sie CPU, GPU, Arbeitsspeicher und andere Komponenten – und das belastet den Akku entsprechend stärker.
Windows 11 zeigt euch diese Informationen detailliert im Task Manager an:
- Drückt Strg + Shift + Esc für den direkten Task Manager-Start (oder alternativ Alt + Strg + Entf und dann Task-Manager)
- Klickt auf den Reiter Prozesse und scrollt in der Spaltenansicht nach rechts
- In der Spalte Stromverbrauch findet ihr die Energieintensität aller laufenden Apps und Programme
- Ein Klick auf den Spaltenkopf sortiert nach Verbrauch – die größten Stromfresser stehen dann ganz oben
Moderne Analyse-Tools für detaillierte Einblicke
Seit Windows 11 22H2 gibt es zusätzlich erweiterte Energieanalyse-Features. In den Einstellungen unter „System > Netzbetrieb“ findet ihr eine detaillierte Aufschlüsselung des Akkuverbrauchs der letzten 24 Stunden und 7 Tage. Diese Übersicht zeigt nicht nur welche Apps viel Energie verbrauchen, sondern auch wann und in welchem Kontext.
Besonders hilfreich: Windows unterscheidet zwischen aktivem Verbrauch (wenn ihr die App nutzt) und Hintergrundaktivitäten. Viele Apps laufen nämlich weiter, auch wenn ihr sie nicht aktiv verwendet – für Updates, Synchronisation oder Benachrichtigungen.
Die häufigsten Stromfresser identifizieren
In der Praxis sind meist diese App-Kategorien die größten Energieverbraucher:
- Browser mit aktiven Tabs: Besonders Chrome, Edge und Firefox mit Video-Streaming, Social Media oder JavaScript-intensiven Seiten
- Kreativ-Software: Adobe Creative Suite, Blender, CAD-Programme oder Videobearbeitung
- Gaming-Plattformen: Steam, Epic Games Launcher oder Xbox App – oft auch im Hintergrund aktiv
- Kommunikations-Tools: Teams, Zoom, Discord mit Videocalls oder Screen-Sharing
- Cloud-Synchronisation: OneDrive, Dropbox, Google Drive beim Upload/Download großer Dateien
- Antivirus-Software: Während Vollsystem-Scans oder Real-Time-Protection
Praktische Stromspar-Strategien
Schaut euch die Liste der energieintensiven Prozesse genau an. Bei Apps, die ihr gerade aktiv nutzt, könnt ihr meist wenig ändern – schließlich braucht ihr sie ja. Aber oft entdeckt ihr Überraschungen:
- Browser-Tabs mit gestoppten Videos oder Streaming-Seiten, die trotzdem weiter Ressourcen verbrauchen
- Vergessene Downloads oder Updates im Hintergrund
- Spiele-Launcher, die automatisch gestartet wurden, aber nicht gebraucht werden
- Apps, die sich unbemerkt in den Autostart geschlichen haben
Diese könnt ihr bedenkenlos beenden, um den Akku zu entlasten. Bei Hintergrund-Apps empfiehlt sich ein Blick in die Windows-Einstellungen unter „Apps > Startup“ – dort könnt ihr festlegen, welche Programme automatisch starten sollen.
Moderne Energieeffizienz nutzen
Windows 11 bringt auch intelligentere Energieverwaltung mit. Features wie „Efficiency Mode“ reduzieren automatisch die Priorität von Hintergrund-Apps. In den Energieeinstellungen könnt ihr außerdem adaptive Helligkeitsregelung aktivieren und moderne Standby-Modi nutzen, die deutlich weniger Energie verbrauchen als frühere Windows-Versionen.
Bei modernen Laptops mit ARM-Prozessoren (wie Surface Pro X) oder effizienten Intel/AMD-Chips sind die Unterschiede noch deutlicher spürbar. Hier kann bewusste App-Verwaltung die Akkulaufzeit um mehrere Stunden verlängern.
Der bewusste Umgang mit energieintensiven Apps schont nicht nur euren Akku und die Stromrechnung, sondern reduziert auch die Wärmeentwicklung und damit die Lüftergeräusche – ein angenehmer Nebeneffekt für ruhigeres Arbeiten.
Zuletzt aktualisiert am 21.02.2026