Die Zeiten, in denen ihr euch kritiklos über Facebook oder Google bei anderen Diensten einloggt, sind definitiv vorbei. Die Datenskandäle der letzten Jahre haben gezeigt: Wer seine persönlichen Daten den Tech-Giganten anvertraut, verliert nicht nur die Kontrolle über seine Privatsphäre, sondern füttert auch noch deren Geschäftsmodell. Mit europäischen Identity-Providern wie Verimi und neueren Alternativen gibt es inzwischen deutlich bessere Optionen für sicheres Single Sign-On.
Seit den Cambridge Analytica-Enthüllungen und unzähligen weiteren Datenskandalen ist klar geworden: Facebook, Google und Co. sammeln nicht nur eure Daten bei der direkten Nutzung ihrer Plattformen. Auch wenn ihr euch über „Login mit Facebook“ oder „Mit Google anmelden“ bei anderen Diensten registriert, fließen wertvolle Informationen an die Konzerne. Sie erfahren, welche Apps ihr nutzt, wie oft ihr dort aktiv seid und können so detaillierte Profile eures Verhaltens erstellen.
Dabei ist das Prinzip des Single Sign-On durchaus sinnvoll: Einmal registrieren, überall anmelden. Keine doppelten Eingaben, keine endlosen Passwort-Listen. Das Problem liegt nicht am Konzept, sondern an den Anbietern, die eure Daten als Währung betrachten.
Verimi: Europäische Alternative mit Datenschutz-Fokus
Genau hier setzt Verimi an. Der 2018 gestartete Identity-Provider hat sich als ernsthafte Alternative zu den US-Giganten etabliert. Hinter dem Dienst stehen namhafte deutsche und europäische Unternehmen wie Allianz, Axel Springer, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Lufthansa und Samsung. Das Geschäftsmodell ist völlig anders: Statt eure Daten zu verkaufen oder für Werbezwecke auszuwerten, finanziert sich Verimi über Gebühren der teilnehmenden Unternehmen.
Der entscheidende Vorteil: Alle Server stehen in Deutschland und anderen EU-Ländern. Damit gelten die strengen europäischen Datenschutzbestimmungen der DSGVO. Eure persönlichen Informationen werden weder verkauft noch für Profiling-Zwecke missbraucht. Das steht im krassen Gegensatz zu den Geschäftsmodellen von Facebook, Google oder Apple, die auf der Monetarisierung eurer Daten basieren.
Die Registrierung bei Verimi ist kostenlos und ihr behaltet die vollständige Kontrolle über eure Daten. Ihr entscheidet selbst, welche Informationen ihr hinterlegt und welcher Dienst auf welche Daten zugreifen darf. Diese granulare Kontrolle ist ein wichtiger Baustein für digitale Selbstbestimmung.
Von einfacher Anmeldung bis zur Behörden-Identifikation
Inzwischen hat Verimi seine Dienste deutlich erweitert. Neben der einfachen Anmeldung bei Partnerunternehmen könnt ihr auch amtliche Dokumente wie den Personalausweis hinterlegen. Die Verifikation erfolgt über ein sicheres WebID-Verfahren – eine Art Videosession, in der ihr euch ausweist und eure Dokumente überprüfen lasst.
Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten: Mit einer verifizierten Verimi-Identität könnt ihr euch bei Behörden anmelden, Bankgeschäfte abwickeln oder andere Dienste nutzen, die eine sichere Identifikation erfordern. Damit positioniert sich Verimi als ernsthafte Alternative zu staatlichen Lösungen wie dem eID-System des Personalausweises, das bisher nur wenig Akzeptanz gefunden hat.
Die Partner-Liste von Verimi ist in den letzten Jahren stetig gewachsen. Neben den Gründungsunternehmen nutzen inzwischen zahlreiche weitere Dienste das System. Von Online-Banking über Versicherungen bis hin zu E-Commerce-Plattformen – die Akzeptanz steigt kontinuierlich.
Weitere europäische Alternativen im Überblick
Verimi ist nicht die einzige europäische Alternative. Mit der eIDAS-Verordnung hat die EU den Rahmen für grenzüberschreitende digitale Identitäten geschaffen. Verschiedene Mitgliedsstaaten arbeiten an nationalen Lösungen, die europaweit funktionieren sollen.
Auch die geplante European Digital Identity Wallet, die bis 2030 in allen EU-Ländern verfügbar sein soll, verspricht eine sichere und datenschutzfreundliche Alternative zu den US-Anbietern. Diese staatlich unterstützten Lösungen werden voraussichtlich eine noch höhere Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit bieten als private Anbieter.
Für den Alltag gibt es bereits jetzt praktikable Alternativen: Neben Verimi setzen einige Unternehmen auf dezentrale Identity-Lösungen oder verwenden etablierte europäische Standards. Die Auswahl wird größer – und damit auch die Chance, der Datensammelwut der Tech-Konzerne zu entkommen.
Warum der Wechsel sich lohnt
Der Umstieg auf europäische Identity-Provider wie Verimi ist mehr als nur ein symbolischer Akt. Es geht um digitale Souveränität und den Schutz der Privatsphäre. Jede Anmeldung über Facebook oder Google stärkt deren Marktposition und füttert ihre Datensammlung.
Europäische Alternativen bieten nicht nur besseren Datenschutz, sondern auch mehr Transparenz und Kontrolle. Ihr könnt genau nachvollziehen, welche Daten gespeichert werden und wer darauf zugreift. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu den undurchsichtigen Praktiken der US-Konzerne.
Zudem stärkt die Nutzung europäischer Dienste die digitale Infrastruktur in Europa. Nur wenn wir diese Alternativen auch nutzen, können sie langfristig erfolgreich sein und eine echte Konkurrenz zu den etablierten Platzhirschen darstellen.
Der Name Verimi steht übrigens für Verify me – überprüfe mich. Ein treffender Name für einen Dienst, der Vertrauen durch Transparenz schaffen will, statt durch Intransparenz zu profitieren.
Zuletzt aktualisiert am 10.03.2026

