Warum Multi-Faktor-Authentifizierung wichtig ist und wie Angreifer sie umgehen können

von | 08.05.2023 | Internet

Meine am liebsten wiederholte Empfehlung in punkto Sicherheit für Onlinekonten: Zwei-Faktor-Authentifizierung verwenden. Immer noch wichtig, doch inzwischen versuchen Angreifer, einige Zwei-Faktor-Verfahren trickreich aushebeln.


Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ist eine bedeutende Sicherheitsmaßnahme, die in der IT-Branche weit verbreitet ist. Sie basiert auf dem Konzept, dass die Identität eines Benutzers durch die Kombination von mindestens zwei voneinander unabhängigen Faktoren bestätigt werden kann.

Die Faktoren sind in der Regel etwas, das der Benutzer weiß (wie ein Passwort), etwas, das der Benutzer besitzt (wie ein Smartphone) und/oder etwas, das der Benutzer ist (wie ein Fingerabdruck). MFA bietet zusätzliche Sicherheit, indem sie sicherstellt, dass selbst wenn ein Passwort kompromittiert wird, der Angreifer immer noch nicht auf das Konto zugreifen kann, es sei denn, er hat auch Zugriff auf den zweiten Faktor.

Lästig: Passwörter sind leicht angreifbar und die guten schwer zu merken

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Cyberangreifer nutzen Schwachstellen aus

Trotz der zusätzlichen Sicherheit, die MFA bietet, sind Angreifer stets auf der Suche nach Schwachstellen und Methoden, um diese Sicherheitsmaßnahme zu umgehen. Ein Bericht von Heise (https://www.heise.de/ratgeber/IT-Security-Wie-Angreifer-die-Zwei-Faktor-Authentifizierung-aushebeln-8973846.html) wirft ein Licht auf verschiedene Techniken, die von Cyberkriminellen genutzt werden, um die MFA auszuhebeln und Zugang zu vertraulichen Informationen zu erlangen.

Einige Möglichkeiten, wie sich MFA aushebeln lässt:

  1. SIM-Swapping: Eine der häufigsten Techniken, die von Angreifern verwendet werden, ist das sogenannte SIM-Swapping. Dabei wird die Mobilfunknummer des Opfers auf eine andere SIM-Karte übertragen, wodurch der Angreifer SMS-Nachrichten und Anrufe empfangen kann, die für das Opfer bestimmt sind. Dies ermöglicht es dem Angreifer, MFA-Codes zu erhalten, die per SMS verschickt werden.
  2. Phishing-Angriffe: Ein anderer Ansatz besteht darin, das Opfer dazu zu bringen, die MFA-Informationen direkt an den Angreifer weiterzugeben. Durch geschickte Phishing-E-Mails oder fingierte Websites, die die legitimen Login-Seiten nachahmen, können Angreifer das Opfer dazu verleiten, ihre Anmeldedaten und MFA-Codes einzugeben.
  3. Man-in-the-Middle-Angriffe: Hierbei schaltet sich der Angreifer zwischen das Opfer und die legitime Website und kann so die Kommunikation abfangen. Der Angreifer kann dann die MFA-Codes abfangen und verwenden, um sich bei dem betroffenen Konto anzumelden.
  4. Malware: Schadsoftware, die speziell entwickelt wurde, um MFA-Codes zu stehlen, kann auf dem Gerät des Opfers installiert werden. Diese Malware kann zum Beispiel Bildschirmaufnahmen machen, während der Benutzer den MFA-Code eingibt, oder Tastatureingaben protokollieren.
Oft stecken auch Hacker hinter einem Breach; Sie versuchen sich Zugang zu sensiblen Daten zu verschaffen

Cyberangreifer suchen immer nach neuen Methoden, um Opfer auszuplündern

Geeignete Schutzmaßnahmen

Die gute Nachricht: Es gibt natürlich Schutzmaßnahmen. Um die MFA effektiv zu schützen, sollten Unternehmen und Benutzer einige grundlegende Sicherheitspraktiken befolgen:

  1. Verwendung von App-basierten oder Hardware-Token: Anstelle von SMS-basierten Codes sollten Benutzer App-basierte Authentifizierungsverfahren wie Google Authenticator oder Microsoft Authenticator verwenden, die weniger anfällig für SIM-Swapping und Phishing-Angriffe sind. Hardware-Token wie YubiKeys bieten noch mehr Sicherheit, da sie physisch angeschlossen oder in der Nähe des Geräts sein müssen, um funktionieren zu können.
  2. Sensibilisierung und Schulung der Benutzer: Benutzer sollten regelmäßig geschult und über die Gefahren von Phishing-Angriffen und Social Engineering informiert werden. Sie sollten darauf hingewiesen werden, niemals Anmeldedaten oder MFA-Codes per E-Mail oder Telefon weiterzugeben und immer die URL der Website zu überprüfen, bevor sie ihre Anmeldedaten eingeben.
  3. Aktualisieren und patchen von Software: Unternehmen und Benutzer sollten sicherstellen, dass ihre Software, einschließlich Betriebssysteme, Browser und Anwendungen, stets auf dem neuesten Stand ist, um bekannte Sicherheitslücken zu schließen, die Angreifern den Zugang zu Systemen ermöglichen können.
  4. Verwendung von Sicherheitssoftware: Antiviren- und Anti-Malware-Programme sollten auf allen Geräten installiert und regelmäßig aktualisiert werden, um mögliche Infektionen frühzeitig zu erkennen und zu entfernen.
  5. Überwachung und Reaktion: Unternehmen sollten Systeme zur Überwachung und Erkennung von Sicherheitsvorfällen implementieren und Pläne für den Umgang mit Sicherheitsvorfällen entwickeln, um schnell auf mögliche Angriffe zu reagieren und deren Auswirkungen zu minimieren.

Multi-Faktor-Authentifizierung ist ein wichtiger Bestandteil eines umfassenden Sicherheitskonzepts. Trotz der von Angreifern entwickelten Methoden, um MFA auszuhebeln, bietet sie immer noch ein höheres Maß an Sicherheit als die alleinige Verwendung von Passwörtern. Durch die Einhaltung von Best Practices und die Implementierung von zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen können Unternehmen und Benutzer ihre Systeme effektiv schützen und das Risiko eines erfolgreichen Angriffs minimieren.

 

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