Es ist wieder lauter geworden um Meta (ehemals Facebook). Während der Konzern von Mark Zuckerberg eine Datenschutz-Krise nach der anderen durchstehen musste, sammelt die Plattform weiterhin massive Datenmengen über ihre Nutzer.
Dass Meta eine Unmenge an Daten sammelt, wissen wir mittlerweile. Aber wer hätte gedacht, dass die Plattform auch beobachtet, wie wir den Mauscursor bewegen? Wie voll der Akku ist? Welche anderen Geräte in unserem Heimnetzwerk aktiv sind? Diese und weitere erschreckende Details sind durch Kongressanhörungen und Whistleblower-Berichte ans Licht gekommen.

Jede Mausbewegung wird zur Datengoldmine
Wenn ihr eure Maus über den Monitor schiebt: Meta registriert es. Auch, ob sich euer Browser-Fenster gerade im Vorder- oder Hintergrund befindet. Meta interessiert sich auch dafür, wie voll euer Akku ist, wie stark das WLAN-Signal oder wie viel Speicherplatz auf der Festplatte noch verfügbar ist. Alles wird abgefragt – und in riesigen Datencentern gespeichert.
Diese Verhaltensanalysen sind heute noch ausgefeilter als früher. Moderne KI-Algorithmen können aus euren Mausbewegungen ableiten, ob ihr müde seid, gestresst oder unentschlossen beim Online-Shopping. Diese „Micro-Targeting“-Daten sind für Werbetreibende extrem wertvoll.
Klingt unglaublich? Das kommt einer Komplettüberwachung nah – und es wird immer schlimmer.
Neue Überwachungstechnologien im Einsatz
Seit 2024 nutzt Meta verstärkt „Ghost Profiles“ – Nutzerprofile von Menschen, die gar kein Facebook oder Instagram haben. Durch Schatten-Tracking über Websites mit Meta Pixel, WhatsApp-Kontakte von Freunden und Cross-Device-Tracking entstehen detaillierte Profile von Nicht-Nutzern.
Besonders perfide: Metas „Reality Labs“ entwickelt für die VR-Brillen Meta Quest biometrische Erfassung. Pupillenerweiterung, Herzfrequenz, sogar Schweißproduktion werden gemessen, um emotionale Reaktionen zu analysieren. Diese Daten fließen direkt ins Werbenetzwerk.
Die Schnüffeleien gehen heute deutlich weiter als früher. Ihr werdet bei Dingen beobachtet, die nichts mit Meta-Diensten zu tun haben – durch unsichtbare Tracker auf Millionen von Websites.

geralt / Pixabay
Smart Home wird zur Überwachungszentrale
Meta scannt systematisch, welche WLANs erreichbar sind und welche Geräte sich in eurem Netzwerk befinden. Smart-TVs, Drucker, Alexa-Geräte, sogar euer Saugroboter – alles wird erfasst und catalogisiert.
Durch Bluetooth-Beacons und Wi-Fi-Fingerprinting erstellt Meta detaillierte Karten eurer Wohnungen und Häuser. Die Meta Portal-Geräte (mittlerweile eingestellt, aber die Technologie lebt weiter) konnten sogar Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit messen.
Bedenkt, dass zu Meta auch WhatsApp, Instagram und Threads gehören. Diese Dienste haben zusammen über 4 Milliarden aktive Nutzer. Die dabei entstehenden Datenmengen sind unvorstellbar groß.
KI macht Emotionsanalyse zur Realität
Was früher nur Patent war, ist heute Realität: Metas KI analysiert eure Fotos und Videos auf emotionale Inhalte. Nicht nur Gesichtsausdrücke – auch Körperhaltung, Bildkomposition und sogar die Art, wie ihr tippt, verraten euren emotionalen Zustand.
Die 2023 eingeführte „Empathic AI“ kann aus euren Posts, Kommentaren und sogar der Verweildauer bei bestimmten Inhalten ableiten, ob ihr gerade verliebt seid, Probleme habt oder kurz vor einem Kaufentscheidung steht.
Besonders brisant: Meta experimentiert mit „Predictive Emotional States“ – die KI soll vorhersagen können, wie ihr euch in Zukunft fühlen werdet. Für personalisierte Werbung ist das ein Goldschatz.
Die Konkurrenz schläft nicht
Meta ist nicht allein. TikTok sammelt noch aggressiver Daten, besonders von jungen Nutzern. Google hat mit seinem „Privacy Sandbox“ zwar Third-Party-Cookies abgeschafft, dafür aber noch raffiniertere Tracking-Methoden entwickelt.
Amazon überwacht durch Alexa-Geräte mittlerweile über 100 Millionen Haushalte weltweit. Apple, das sich gern als Datenschutz-Champion präsentiert, sammelt durch iOS und die iCloud ebenfalls Unmengen an Informationen.
Was ihr dagegen tun könnt
Der Digital Services Act (DSA) der EU zwingt seit 2024 große Plattformen zu mehr Transparenz. Ihr könnt in den Meta-Einstellungen unter „Deine Informationen“ downloaden, was über euch gespeichert ist – bereitet euch auf einen Schock vor.
Effektive Gegenmaßnahmen: Verwendet Tracking-Blocker wie uBlock Origin, wechselt zu datenschutzfreundlichen Browsern wie Firefox oder Brave, und nutzt VPN-Dienste. Für WhatsApp-Alternativen eignen sich Signal oder Threema.
Die wichtigste Erkenntnis: Kostenlose Dienste sind nie wirklich kostenlos. Ihr bezahlt mit euren Daten – und zwar mehr, als ihr euch je vorgestellt habt. Die Überwachungskapitalismus-Maschinerie läuft auf Hochtouren, aber mit dem richtigen Wissen könnt ihr euch schützen.
Zuletzt aktualisiert am 09.03.2026



