WhatsApp macht Gruppenchats endlich übersichtlicher: Diese Funktionen sind jetzt da

von | 08.01.2026 | Social Networks

Wer kennt es nicht: Du bist in gefühlt hundert WhatsApp-Gruppen – Familie, Arbeit, der Sportverein, die Nachbarschaft. Und in den meisten davon weißt du nach zwei Tagen nicht mehr, wer eigentlich wer ist. WhatsApp hat dieses Problem erkannt und rollt seit Anfang Januar 2026 gleich mehrere neue Funktionen aus, die das Gruppenchaos endlich ordnen sollen.

Mitgliedslabel: Wer bist du eigentlich?

Die wichtigste Neuerung heißt Mitgliedslabel. Ab sofort kannst du dir in jeder Gruppe eine eigene Bezeichnung geben, die deine Rolle beschreibt. In der Familiengruppe bist du vielleicht „Annas Papa“, im Fußballteam „Torwart“ und in der Eltern-WhatsApp-Gruppe „Klassensprecher-Mama“.

Das Label erscheint direkt unter deinem Namen im Chatverlauf und in der Mitgliederliste. Andere sehen sofort, mit wem sie es zu tun haben – besonders praktisch in größeren Gruppen, wo nicht jeder jeden kennt.

So richtest du dein Label ein:

  1. Öffne den Gruppenchat
  2. Tippe auf den Gruppennamen oben
  3. Scrolle zur Mitgliederliste
  4. Tippe auf „Mitgliedslabel hinzufügen“
  5. Gib deine Bezeichnung ein (maximal 30 Zeichen)
  6. Bestätige mit „Speichern“

Wichtig zu wissen: Sonderzeichen, Häkchen und Links sind nicht erlaubt. Und da jeder sein Label selbst vergeben kann, sollten Gruppen-Admins ein Auge darauf haben, dass sich niemand fälschlicherweise als „Admin“ oder „Moderator“ ausgibt. Die Labels sind nämlich keine offiziellen Bezeichnungen – theoretisch kann sich jeder nennen, wie er will.

Um ein Label zu ändern oder zu löschen, gehst du denselben Weg: Gruppenchat öffnen, auf deinen Namen tippen und „Mitgliedslabel bearbeiten“ wählen.

WhatsApp wird zunehmend mit KI-Funktionen ausgestattet
WhatsApp wird zunehmend mit KI-Funktionen ausgestattet

Text-Sticker: Jedes Wort wird zum Hingucker

Möchtest du in einer lebhaften Gruppendiskussion mal richtig Aufmerksamkeit erregen? Dann verwandle deine Botschaft einfach in einen Sticker. WhatsApp macht das jetzt kinderleicht: Gib einen beliebigen Text in die Sticker-Suche ein, und die App erstellt daraus automatisch einen grafischen Sticker.

Das Praktische daran: Du kannst diese selbst erstellten Text-Sticker direkt in deine Sticker-Sammlung aufnehmen, ohne sie vorher in einem Chat verschicken zu müssen. So baust du dir nach und nach eine persönliche Sammlung auf – perfekt für wiederkehrende Gruppenaktivitäten.

Ereignis-Erinnerungen: Keiner vergisst mehr die Party

Wenn du ein Ereignis im Gruppenchat erstellst – sei es die nächste Geburtstagsfeier, das Teammeeting oder der geplante Videocall – kannst du jetzt individuelle Erinnerungen für alle Eingeladenen festlegen. WhatsApp schickt dann rechtzeitig eine Benachrichtigung an alle Teilnehmer.

Das ist deutlich praktischer als bisher, wo immer jemand kurz vor knapp fragen musste: „War das heute oder morgen?“ Jetzt bekommt jeder automatisch seinen Reminder – ohne dass du einzeln nachhaken musst.

Bald neu: Chatverlauf für neue Mitglieder teilen

Eine weitere Funktion steht kurz vor dem Start und wird derzeit in der Beta-Version getestet: WhatsApp arbeitet daran, dass neue Gruppenmitglieder einen Teil des bisherigen Chatverlaufs sehen können.

Bisher war es so: Wer neu zu einer Gruppe hinzugefügt wurde, sah nur die Nachrichten ab dem Zeitpunkt seines Beitritts. Ältere Absprachen, laufende Diskussionen oder bereits getroffene Entscheidungen blieben unsichtbar. Das führte regelmäßig zu der nervigen Frage: „Könnt ihr mir nochmal zusammenfassen, was ihr besprochen habt?“

Das ändert sich bald. Gruppenadmins können dann beim Hinzufügen neuer Mitglieder festlegen, ob und wie viele frühere Nachrichten geteilt werden. Die Optionen: 25, 50, 75 oder 100 Nachrichten aus den letzten 14 Tagen. Die Freigabe muss aus Datenschutzgründen jedes Mal manuell aktiviert werden – standardmäßig ist sie ausgeschaltet.

Für neue Mitglieder werden die geteilten älteren Nachrichten optisch hervorgehoben, sodass sie klar von aktuellen Beiträgen zu unterscheiden sind. Und keine Sorge um die Sicherheit: Alle übertragenen Nachrichten bleiben Ende-zu-Ende-verschlüsselt.

Wann genau diese Funktion für alle verfügbar sein wird, ist noch nicht bekannt. Der Rollout läuft aktuell über die Android-Beta-Version 2.26.1.28. iOS-Nutzer müssen sich vermutlich noch etwas gedulden.

Das brauchst du für die neuen Funktionen

Um die bereits verfügbaren Features wie Mitgliedslabel, Text-Sticker und Ereignis-Erinnerungen nutzen zu können, solltest du sicherstellen, dass du die aktuellste WhatsApp-Version installiert hast. Die Funktionen werden serverseitig freigeschaltet, aber ein aktuelles Update schadet nie.

Im App Store steht Version 25.37.76 zum Download bereit, im Google Play Store gibt es ebenfalls regelmäßige Updates. Falls du die neuen Optionen noch nicht siehst: Einfach die App aktualisieren und ein paar Tage warten – WhatsApp schaltet die Features schrittweise für alle Nutzer frei.

Die neuen Gruppenfunktionen ergänzen übrigens bestehende Features wie das Teilen großer Dateien bis zu 2 GB, HD-Medien, Bildschirmfreigabe und Sprachchats. WhatsApp macht damit einen deutlichen Schritt, um Gruppenkommunikation strukturierter und übersichtlicher zu gestalten – ohne den lockeren Charakter von Chats aufzugeben.

Warum diese Updates längst überfällig waren

WhatsApp-Gruppen sind für viele von uns zur digitalen Schaltzentrale geworden. Ob Kindergarten-Elterngruppe, Projektteam oder der lose Freundeskreis: Hier werden Termine abgesprochen, Entscheidungen getroffen und manchmal auch heftig diskutiert.

Das Problem war bisher: Je größer die Gruppe, desto unübersichtlicher wurde es. Wer ist nochmal der Trainer? Wer organisiert das Sommerfest? Und was haben die anderen eigentlich letzte Woche besprochen, als ich im Urlaub war?

Mit den neuen Funktionen reagiert WhatsApp endlich auf Wünsche, die Nutzer seit Jahren äußern. Besonders das Teilen des Chatverlaufs für neue Mitglieder wurde von der Community regelrecht herbeigesehnt. Dass diese Funktion standardmäßig deaktiviert ist und bewusst aktiviert werden muss, zeigt, dass WhatsApp den Datenschutz ernst nimmt.

Mein Tipp: Probiere die Mitgliedslabel als Erstes aus. Sie sind sofort verfügbar und machen gerade in größeren Gruppen einen echten Unterschied. Denn nichts ist peinlicher, als jemanden im Chat falsch anzusprechen – nur weil man nicht mehr wusste, wer sich hinter der Handynummer verbirgt.