Wo ist meine Geldbörse? SlimTags statt AirTags

von | 09.04.2024 | iOS

Es gibt wenige Momente, die eine solche Panik hervorrufen wie der vermeintliche Verlust der Geldbörse. Da diese immer kleiner werden, ist es schwer, die mit Ortungschips zu versehen. Da helfen die SlimTags!

Ortung per AirTags und das Problem der Dicke

Das Problem bei Ortungs-Chips: Die zu ortenden Gegenstände können sich potenziell überall befinden, wo ihr mit ihnen wart. Dieser Ort kann sich aber ändern, denkt nur an eine im Taxi vergessene Geldbörse oder beim Bezahlen am Restauranttisch liegen gelassene Portemonnaies. Die Ortung steht und fällt also damit, dass die Position regelmäßig aktualisiert wird, und das möglichst automatisiert.

Apple hat mit den AirTags eine Lösung geschaffen, die eine anonyme Ortung mit jedem geeigneten iPhone erlaubt: Die Geräte erkennen alle Airtags (ohne den Besitzer zu kennen) und melden diese anonym ans Netzwerk. Ihr könnte dann die Position über die FindMy-App abfragen. Mit der Präzisionsortung und dem U1-Chip funktioniert das mittlerweile sogar zentimetergenau.

So schön das ist, einen entscheidenden Nachteil haben die AirTags: Sie sind mit 8 mm Dicke relativ klobig und lassen sich in einer schmalen Geldbörse kaum unterbringen, ohne dass diese deutlich aufträgt. Besser wäre die dünne Form einer Kreditkarte mit nur 2-3 mm Dicke. Die gibt es mit den SmartTags, die verschiedene Hersteller wie Chipolo, Eufy und andere anbieten.

SlimTags: Die Alternative für dünne Geldbörsen

Die schlanken Tracker-Karten haben sich seit 2024 deutlich weiterentwickelt. Moderne SlimTags bieten mittlerweile eine Akkulaufzeit von bis zu zwei Jahren und sind wasserdicht nach IP67-Standard. Das macht sie alltagstauglich für den dauerhaften Einsatz in Geldbörsen, Laptoptaschen oder Dokumentenmappen.

  • SmartTags sind über das FindMy-Netzwerk ortbar und in der App mit ihrer zuletzt gemeldeten Position zu sehen.
  • Sie können über die App als verloren gemeldet werden, ebenso kann ein Ton zur Ortung wiedergegeben werden.
  • Eine feine Navigation mit Präzisionsortung, wie die AirTags sie bieten, ist bei den meisten Modellen nicht möglich – das ändert sich aber langsam bei Premium-Modellen.
  • Ein SmartTag sollte nicht in einem Kartenfach aufbewahrt werden, das RFID-Schutz hat, dies behindert die Bluetooth-Ortung erheblich.
  • Die neuesten Modelle unterstützen auch das Google Find My Device-Netzwerk parallel zu Apples FindMy.

Konfigurieren des SmartTags

Im Gegensatz zum AirTag ist das SmartTag zwar mit dem Apple FindMy-Netzwerk kompatibel, wird aber nicht automatisch erkannt. Ihr müsst die Kopplung also manuell durchführen:

  • Schaltet das SmartTag ein, wie in dessen Anleitung beschrieben. Bei den meisten Modellen drückt ihr dafür einen kleinen Button am Rand der Karte.
  • Startet auf dem iPhone die FindMy-App, darin tippt unten auf Objekte.
  • Tippt oben rechts auf das Plus-Zeichen, dann auf Anderes Objekt hinzufügen.
  • Folgt nun den Anweisungen auf dem Bildschirm eures iPhones und gebt dem SlimTag einen Namen und ein Symbol, mit dem ihr es identifizieren könnt.
  • Wichtig: Testet nach der Einrichtung einmal die Tonwiedergabe, um sicherzustellen, dass alles funktioniert.

SlimTag orten und verwenden

Um das SlimTag jetzt zu orten, startet die FindMy-App und ruft die Objekte auf.

  • In der Liste tippt auf den Eintrag des SlimTags, alternativ könnt ihr auch in der Karte auf das Symbol klicken.
  • Im Detailfenster könnt ihr nun eine Route erstellen lassen oder einen Ton abspielen, wenn ihr in der Nähe seid.
  • Bei neueren Modellen funktioniert auch die „Verloren“-Meldung mit Kontaktdaten für ehrliche Finder.

Grenzen und realistische Erwartungen

So praktisch SlimTags sind, ihre Grenzen solltet ihr kennen: Die Reichweite ist auf etwa 30-60 Meter begrenzt, je nach Umgebung. In dicht besiedelten Gebieten funktioniert die Ortung über fremde iPhones besser als auf dem Land. Außerdem ist die Batterielaufzeit begrenzt – nach 1-2 Jahren müsst ihr das Tag austauschen, da die Batterien meist nicht wechselbar sind.

Trotz dieser Einschränkungen sind SlimTags eine sinnvolle Investition für alle, die regelmäßig ihre Geldbörse verlegen oder in Cafés und Restaurants vergessen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich in der Nähe ein iPhone befindet, das den Standort meldet, ist in Deutschland sehr hoch – besonders in Städten praktisch garantiert.

Alternative Tracker-Systeme

Neben den Apple-kompatiblen SlimTags gibt es auch Modelle für Googles Find My Device-Netzwerk, die mit Android-Handys funktionieren. Samsung bietet mit SmartThings Find ein ähnliches System. Wer beide Welten abdecken will, sollte auf Dual-Protokoll-Tags setzen, die sowohl mit Apple als auch Google kompatibel sind.

Für besonders dünne Geldbörsen gibt es mittlerweile sogar Tracker, die als echte Kreditkarten-Attrappen getarnt sind und von außen nicht von einer normalen Bankkarte zu unterscheiden sind. Diese kosten zwar mehr, sind aber praktisch unsichtbar.

Die Technologie entwickelt sich schnell weiter: Erste Hersteller experimentieren bereits mit NFC-basierten Trackern, die noch dünner werden könnten. Bis diese massentauglich sind, bleiben SlimTags die beste Lösung für alle, denen klassische AirTags zu dick sind.

Zuletzt aktualisiert am 17.02.2026