Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) müht sich redlich, die Öffentlichkeit in Sachen IT-Sicherheit aufzuklären. Für Behörden ist das BSI erste Anlaufstelle. Die Behörde bietet mittlerweile ein umfangreiches Portfolio an kostenlosen Weiterbildungsangeboten – von Online-Kursen bis zu interaktiven Lernmodulen, die wichtiges Know-how zeitgemäß und anschaulich vermitteln.
Es vergeht kein Tag, an dem nicht neue Sicherheitsrisiken bekannt werden: Eine Sicherheitslücke hier, ein Bug (Fehler) dort, eine neue Schwachstelle ganz woanders. Software ist nun mal fehleranfällig – und wir setzen heute überall Software ein. Im PC, im Tablet, im Smartphone, in der Smartwatch, im Auto, in E-Autos, im Smart Home, bei KI-Anwendungen, im Küchengerät…
Das erhöht das Risiko exponentiell. Cyberkriminelle werden immer raffinierter und nutzen verstärkt KI-Tools für ihre Angriffe. Deepfakes, KI-generierte Phishing-Mails und automatisierte Hackangriffe sind zur neuen Normalität geworden. Es ist nicht das Internet an sich, das uns all die Probleme bringt, sondern die Kombination aus menschlichen Fehlern, technischen Schwachstellen und professionell organisierten Cybercrime-Netzwerken.

BSI Campus: Die neue Lernplattform
Deshalb ist es wichtiger denn je, einige Grundregeln zu beachten – das gilt vor allem in Unternehmen, Institutionen und Behörden, aber längst auch für Privatnutzer. Es nutzt nichts, wenn nur die IT-Experten im Haus die Regeln kennen. Idealerweise wissen alle, was zu beachten ist. Wie sich moderne Hackangriffe abwehren lassen, Phishing-Angriffe ins Leere laufen und wie ihr euch vor Social Engineering schützt.
Das BSI hat seine Weiterbildungsangebote 2024 komplett überarbeitet und unter dem Namen „BSI Campus“ neu strukturiert. Die Lernplattform bietet verschiedene Kurse für unterschiedliche Zielgruppen – von IT-Grundschutz für Einsteiger bis zu spezialisierten Modulen für Führungskräfte und IT-Verantwortliche.
Besonders empfehlenswert ist der aktualisierte IT-Grundschutz-Kurs, der jetzt auch Themen wie KI-Sicherheit, Cloud-Computing-Risiken und moderne Ransomware-Bedrohungen abdeckt. Das Ganze ist kostenlos und ihr könnt in eurem eigenen Tempo lernen.
Neue Bedrohungen, neue Schutzmaßnahmen
Die Kursinhalte wurden 2025 nochmals erweitert und behandeln jetzt auch:
- KI-basierte Angriffe: Wie ihr Deepfake-Betrug erkennt und euch vor KI-generierten Phishing-Mails schützt
- Zero-Day-Exploits: Verstehen, wie Angreifer unbekannte Sicherheitslücken ausnutzen
- Supply-Chain-Angriffe: Warum auch vertrauenswürdige Software kompromittiert sein kann
- Social Engineering 4.0: Moderne Manipulationstechniken und wie ihr sie durchschaut
- Quantum-Computing-Bedrohungen: Was die Zukunft der Verschlüsselung bedeutet
Am Ende jeder Lerneinheit gibt es interaktive Prüfungsfragen und praktische Übungen. Neu sind auch die Simulationen realer Angriffszenarien, bei denen ihr euer Wissen in sicherer Umgebung testen könnt.
Moderne Trojaner nutzen KI und Zero-Day-Exploits aus
Wissen ist der beste Schutz
Wer lieber offline lernt, kann weiterhin alle Materialien als PDF herunterladen. Neu hinzugekommen sind auch Podcast-Versionen der wichtigsten Module – perfekt für die Fahrt zur Arbeit oder beim Sport.
Der Schwerpunkt liegt nach wie vor auf der Anwendung in Wirtschaft und Verwaltung, aber die Inhalte sind so aufbereitet, dass auch Privatnutzer enormen Nutzen daraus ziehen. Besonders wertvoll sind die praktischen Checklisten und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die sichere Konfiguration von Geräten und Software.
Zusätzliche Lernressourcen nutzen
Wem das BSI-Angebot zu technisch ist, findet bei anderen Institutionen ebenfalls gute Einstiegshilfen. Das Internet-ABC bietet nach wie vor einen soliden Grundkurs für Eltern, Lehrer und Großeltern. Auch die Landesmedienzentralen haben ihre Angebote deutlich ausgebaut.
Besonders empfehlenswert ist auch der neue „Digital-Kompass“ der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen, der sich speziell an ältere Internetnutzer richtet und moderne Bedrohungen altersgerecht erklärt.
Praktische Sofortmaßnahmen
Neben den Kursen solltet ihr einige Basics sofort umsetzen:
- Zwei-Faktor-Authentifizierung bei allen wichtigen Accounts aktivieren
- Regelmäßige Updates für alle Geräte und Software einstellen
- Sichere Passwörter mit einem Passwort-Manager verwalten
- Backup-Strategie etablieren (3-2-1-Regel beachten)
- Phishing-Training regelmäßig durchführen
Sich selbst fit zu machen hilft mehr als jede Schutz-Software oder Firewall! Die beste KI-Firewall nützt nichts, wenn ihr auf einen geschickt gemachten Phishing-Angriff hereinfallt oder unsichere Passwörter verwendet.
Die Investition von ein paar Stunden in solche Kurse zahlt sich garantiert aus – nicht nur beruflich, sondern auch privat. Denn Cyberkriminelle machen keinen Unterschied zwischen Unternehmens- und Privatnutzern. Jeder ist ein potenzielles Ziel.
Zuletzt aktualisiert am 08.03.2026