Die geplante Vorratsdatenspeicherung verunsichert viele PC-Benutzer: Sie schauen sich nach Möglichkeiten um, anonym im Web zu surfen. Das geht durchaus – und ist sogar relativ einfach.

Von wegen, das Internet ist anonym: Wer im Web surft, der hinterlässt unbemerkt jede Menge Spuren. Mein Onlineprovider zum Beispiel weiß ganz genau, wann ich online gegangen bin, wie viele Daten ich übertragen habe und welche Dienste im Netz genutzt wurden. Sogar welche Webseiten aufgerufen wurden, lässt sich mühelos nachvollziehen.

Weitrechende Spuren

Doch die Spuren reichen noch weiter. Auch auf den Webservern der angesurften Webseiten bleiben Fußabdrücke zurück. Dort ist penibel dokumentiert, welche Webseite aufgerufen wurden und wann, mit welchem Browser ich unterwegs war, welches Betriebssystem benutzt wurde und einiges mehr. Wer nun die gespeicherten Daten des Onlineproviders und die auf den Webservern zusammenbringt, kann mühelos ein detailliertes Profil erstellen.

Darum sind viele Computerbenutzer dieser Tage nicht grundlos besorgt. Denn durch die geplante Vorratsdatenspeicherung werden nicht nur mehr Daten erhoben und gespeichert, sondern diese vor allem auch deutlich länger als bisher aufbewahrt. Wird das Gesetz tatsächlich umgesetzt, können sich Behörden und Ermittler noch Monate nach einer Surftour ein genaues Bild vom Webausflug machen.

Anonym surfen

Immer mehr Computerbenutzer fragen sich deshalb, wie sie ihre Identität verschleiern können. Das ist ohne großen Aufwand möglich – und völlig legal. Wer seine Datenverbindung „tunnelt“, wie die Fachleute sagen, surft quasi mit Tarnkappe. Dabei wird nicht, wie sonst üblich, eine direkte Verbindung zwischen PC und Web-Server aufgebaut, sondern ein Server zwischengeschaltet. Das reicht, um die Herkunft zu verschleiern.

Wer auf Nummer Sicher gehen will, schaltet sogar mehrere Stationen zwischen. Stehen diese Server dann auch noch in verschiedenen Ländern, ist es vollkommen unmöglich, den Datenverkehr zu protokollieren oder nachzuvollziehen. Das Tunneln ist eine äußerst effektive Methode, die auch in Hackerkreisen weit verbreitet ist. Wer auf diese Weise im Web unterwegs ist, kann unmöglich identifiziert werden. Daran ändert auch eine Vorratsdatenspeicherung nichts.

Kostenlose Webdienste und Programme

Es gibt diverse kostenlose Webdienste, die beim Anonymisieren (Tunneln) behilflich sind, etwa der bekannte Service „Anonymität online“ der TU Dresden (anon.inf.tu-dresden.de) oder der Anonymisierungsdienst Jondonym (http://www.jondos.de). Beide bieten dem Benutzer kostenlos die Möglichkeit, ihre Surfspuren zu verschleiern, indem sie bereitgestellte Zwischenstationen nutzen. Dazu muss der Browser umkonfiguriert werden, was allerdings mit etwas Aufwand verbunden ist.

Ohne jeden Aufwand und auch ohne technische Kenntnisse gelingt das Surfen mit Tarnkappe mit der Software Torpark, die es kostenlos unter http://www.springhin.de/torpark gibt. Eine gute Lösung für Einsteiger, da hier keinerlei Einstellungen am Browser vorgenommen werden müssen. Einfach Torpark laden und durch Doppelklick starten, schon ist man anonym im Web unterwegs. Torpark enthält auch gleich den passenden Browser Firefox, um die anonyme Surftour zu starten. Die Bedienung ist kinderleicht.

Torpark ist besonders praktisch

Torpark lässt sich mühelos auf einem USB-Stick speichern: Einfach auf einen PC stecken, schon kann losgesurft werden.

Allerdings bringt das Surfen mit Tarnkappe auch einige Nachteile mit sich. Vor allem beim Datentempo. Durch das aufwändige „Tunneln“ wird die Surftour spürbar ausgebremst. Angesteuerte Webseiten bauen sich mitunter im Schneckentempo auf. Wer einen kommerziellen Tarnkappendienst in Anspruch nimmt, Jondonym bietet das an, kann den negativen Effekt reduzieren, da hier leistungsfähigere Server zum Einsatz kommen.

Torpark und andere Anonymisierungsdienste belegen eindrucksvoll, wie einfach es ist, seine Identität im Netz zu verschleiern. Das stellt den Sinn der geplanten Vorratsdatenspeicherung in Frage: Wer kriminelle Absichten hat, wird beim Surfen zweifellos solche Tarnkappen aufsetzen – oder gleich ins Internetcafé gehen.