Vertrauliche Daten vor neugierigen Blicken zu schützen, ist gar nicht so schwer: TrueCrypt verschlüsselt vertrauliche Daten sicher und schließt sie sicher weg.

Die aktuelle Diskussion um den so genannten Bundestrojaner macht vielen PC-Benutzern klar: Auf der eigenen Festplatte gespeicherte Daten sind nicht so privat, wie man sich das eigentlich wünscht. Gezielt auf den Rechner eingeschleuste Programme können mühelos Daten ausspionieren und via Internet weiter geben.

Daten verstecken – und verschlüsseln

Ob sensible Inhalte oder nicht: Texte, Fotos, Tabellen und Dokumente sind in der Regel gut sichtbar in den Ordnern der Festplatte gespeichert, meist sogar im Ordner „Eigene Dateien“. Ein Doppelklick aufs Dokument – und jeder kann die Inhalte sehen. Schnüffelprogramme brauchen nur die Festplatte zu scannen und können so innerhalb weniger Sekunden unbemerkt sensible Daten einsammeln.

Genau das wird zunehmend zu einem Problem. Während sich der Bundestrojaner noch in der Planung befindet, ist die Gefahr durch Trojaner aus dem kriminellen Milieu längst real: Es kursieren Tausende von Programmen, die gezielt sensible und vertrauliche Daten ausspähen. Ungeschützt auf der Festplatte gespeicherte Daten sind ein gefundenes Fressen für Schnüffelprogramme jeder Art.

Trojaner abwehren reicht nicht

Sich gegen das Eindringen von Trojanern zu schützen, ist eine wirkungsvolle Methode, die Gefahr abzuwehren. Eine andere ist, vertrauliche Daten verschlüsselt auf der Festplatte zu speichern. Die Daten werden dann mit einem vorher vereinbarten Passwort verschlüsselt und können nur damit auch wieder lesbar gemacht werden. Die Profiversion Windows Vista Ultimate macht das dank des Zusatzmoduls Bitlocker auf Wunsch automatisch. Ohne das passende Kennwort kann man auf die Daten nicht zugreifen.

Eine wirklich gute Alternative ist TrueCrypt. Ein kostenloses Verschlüsselungs-Programm für Windows XP und Windows Vista, das beim Verstecken und Verschlüsseln von Dateien behilflich ist. Was mir an TrueCrypt so gut gefällt: Das Bedienkonzept ist denkbar einfach, die Wirkungsweise aber äußerst professionell. Das Programm, das seit kurzem in der Version 5.1a vorliegt, genügt höchsten Sicherheitsansprüchen.

TrueCrypt ist vielseitig und kann eine Menge

Wer seine Daten schützen möchte, lädt unter http://www.truecrypt.org die OpenSource-Software herunter und startet das Programm. Danach führen verständliche Assistenten durchs Angebot. TrueCrypt basiert auf einer einfachen Idee: Man legt auf der Festplatte eine Datendatei in beliebiger Größe an. Diese Datei fungiert quasi als Container für alle Daten, die man verschlüsseln oder verstecken möchte. Klingt kompliziert, ist in der Praxis aber ganz einfach: Ist die Datendatei einmal angelegt, kann man über eine Laufwerkskennung darauf zugreifen. Das Ver- und Entschlüsseln erfolgt „on the fly“, ohne weiteres Zutun.

Um den Datencontainer zu öffnen, muss das Passwort eingegeben werden. Danach kann man auf die Mini-Festplatte zugreifen. Schließt man das Laufwerk wieder, ein Klick auf „Unmount“ in der Software reicht, bleibt nur eine unverdächtige Datendatei zurück, die auch „handelsblatt.doc“ heißen kann ist. Natürlich ist es auch möglich, mehrere solcher Datencontainer anzulegen, für verschiedene Zwecke oder Benutzer. Eine besonders gute Idee ist es, einen USB-Stick zu verwenden: So hat man seine Daten immer dabei – und trotzdem kann niemand darauf zugreifen, der das Passwort nicht kennt.

Komplette Laufwerke verschlüsseln

Auf Wunsch kann TrueCrypt auch vorhandene Laufwerke oder Partitionen komplett verschlüsseln, inklusive der Systempartition. Das sollten allerdings nur geübte Benutzer machen. Es empfiehlt sich, erst mal ein separates Laufwerk einzurichten und damit zu experimentieren. Wer mehrere Container anlegt, braucht verschiedene „Passphrases“, also Kennwörter für diese Container. Die speichert TrueCrypt – verschlüsselt! – in einer Systemdatei, die erfahrene Benutzer auf externen Datenträgern wie gebrannten CDs oder USB-Sticks sichern. Wichtig, denn sollte die Systemdatei mal wegkommen oder beschädigt sein, könnte man anderenfalls nicht mehr auf die verschlüsselt gespeicherten Daten zurückgreifen.

Die Macher von TrueCrypt haben wirklich an alles gedacht. Die Benutzeroberfläche von TrueCrypt ist erst mal in Englisch. Doch auf der Homepage der Software kann auch eine deutsche Sprachdatei geladen werden, die der Software dann deutsche Menüs und Dialogboxen spendiert. So sollte einer Benutzung nichts mehr im Wege stehen.

Download der Software:

http://www.truecrypt.org/

1 Antwort
  1. Warum
    Warum sagte:

    Ich verwende die kostenlose Version Rohos Disk Mini. http://hannes-schurig.de/20/11/2009/usb-stick-ohne-admin-rechte-verschlusseln/
    In der neuen Version ist der Schreibzugriff auch möglich. Ich habe TrueCrypt verwendet und weiss was TCExplorer ist, nach mir da gibt´s wenig Funktionen.
    Wenn ich die Datei (txt) in Rohos Disk Browser öffne und bearbeite, erneuert das Programm sie automatisch in einer Geheimdisk (also schreibt die Datei wieder). Gibt´s so was in TCExplorer?
    Diese Disk kann auch weiter vergrössert werden. Habe das noch nie gemacht, weiß nicht wie das funktioniert.Wenn ich mich nicht irre, das kann TCExplorer auch nicht. Oder?

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