Wikileaks musste diese Woche eine ungeheure Datenpanne zugeben: Ausnahmslos alle Depeschen des US-Außenministeriums kursieren mittlerweile im Internet. Unverschlüsselt. Weil ein britischer Journalist das Passwort veröffentlich hat, das zum Öffnen der Depeschen nötig ist.

Ein Datendebakel: Wikileaks-Gründer Julian Assange hätte besser auf die Datensätze mit hochbrisanten Inhalten aufpassen müssen. Ein Passwort zu einer solchen Datenbasis, das zeitlich unbefristet funktioniert – unverzeihlich. Dass ein Journalist das Passwort auch noch publiziert – unfassbar dumm. Dass Mitarbeiter die Wikileaks-Datenbank einfach kopieren und mitnehmen können – unglaublich. Dass diese Datenbasis dann einfach so im Internet vervielfältigt wird – unentschultbar.

Hier haben gleich mehrere Personen einen riesen Fehler gemacht. Die Summe dieser Fehler ist fatal, vor allem für die Informanten der US-Behörden in aller Welt, die nun in Klarnamen im Internet nachlesbar sind.

Dieses Datendebakel wird dem Ansehen von Wikileaks nachhaltig schaden, davon bin ich überzeugt. Eine Whistleblower-Plattform, die nicht in der Lage ist, die sensiblen Dokumente und Daten und die Informanten zu schützen, der bringt man nicht viel Vertrauen entgegen.