Top oder flop, charmant, angesagt oder nur noch nervig? So etwas konnte man früher in In-and-Out-Listen nachschauen. Mittlerweile hat das Internet die Hoheit über solche Themen: Die Community entscheidet, was angesagt ist und was nicht – und sagt es auch. Bislang wurde mehr oder weniger unkontrolliert auf Twitter, Facebook, Youtube und Co. diskutiert.

Doch jetzt ist ein Portal gestartet, das sich als ultimative Instanz für solche Fragen versteht: Amen will klären, was angesagt ist und was nicht, was die Leute mögen und was nicht. Eine Art Trendbarometer und virtuelle Diskussionsrunde in einem. Natürlich kann jeder mitmachen, jeder kann Thesen aufstellen oder gewagte Aussagen machenb, jeder kann sagen, was ihm gefällt und was nicht.

Themen, Orte und Dinge werden diskutiert und bewertet

Taugt der neue Film mit Gwenyth Paltrow etwas? Was ist der coolste Tanzschritt? Was ist der beste Film aller Zeit? Die User von Amen bewerten alles Mögliche, ob Musik, Filme, Mode, Menschen, Dinge oder Orte – aber immer mit einem einfachen Satz. Also nicht “I like”, eine Haltung ist gefragt.

Starten kann man so eine Diskussion mit Sätzen wie: “Es geht doch nichts über den französischen Akzent, es ist einfach der Beste.” Oder: “Lady Gaga ist die beste Musikkünstlerin aller Zeiten.” Oder: “Der Bayern München ist der beste Fußballverein in diesem Jahr.”

Andere Nutzer können diese Aussage entweder bestätigen, nicht mit “I like”, sondern mit einem zustimmenden “Amen”. Das kennt man von Facebook, das Verteilen der Nachrichten funktioniert aber eher wie bei Twitter. Amen kombiniert verschiedene Technologien und Trends und greift das Bedürfnis der Menschen auf, sich auszutauschen und ihre Meinung zu mehr oder weniger wichtigen Dingen des Lebens zu sagen.

Amen bedeutet: Zustimmung – sonst bitte Alternativen nennen

Eins ist aber anders: Während man bei Facebook nur zustimmen kann (oder es lassen), ist bei Amen durchaus Widerspruch möglich. Wenn, dann aber bitte konstruktiv, man muss Alternativen nennen, einen geeigneten Gegenvorschlag machen. Nein, nicht Bayern München ist die beste Mannschaft, sondern der 1. FC Köln. Auf solche gewagten Themen können die User dann wiederum reagieren.

Keine Frage: Amen bietet jede Menge Banalität – aber auch eine Menge Spaß. Das ist bei Twitter und Facebook nicht anders, vor allem ist es gerade anfangs nicht anders gewesen. Amen hat die Technik verschiedener Plattformen übernommen und kombiniert. Von Twitter wurde das Follower-Prinzip kopiert: Wer sich bei Amen registriert, kann anderen Usern folgen, ihre Meinung lesen zu Themen und Thesen auf Amen. Man kann also Status-Meldungen anderer User abonnieren, und so beispielsweise verfolgen, was Ashton Kutcher, seine Frau Demi Moore oder andere Teilnehmer des Trend-Netzwerks denken und sagen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass Amen nicht von einem amerikanischen, sondern von einem deutschen Startup kommt. Trotzdem wird erst mal in englischer Sprache gestartet, denn man will natürlich gleich den weltweiten Markt aufrollen. Amen hat namhafte Interessenten und Investoren neugierig gemacht, so haben zum Beispiel US-Schauspieler Achton Kutcher und Madonna-Manager Guy Oseary in das Projekt investiert.

Warum US-Promis in das deutsche Startup investieren

US-Schauspieler Ashton Kutcher hat in das deutsche Startup investiert, angeblich zwei Millionen Dollar. Das wundert eigentlich nicht, wenn man sich Ashton Kutcher mal genauer anschaut. Er und seine Partnerin Demi Moore haben die Welt der Paparazzi und der Boulevardpresse durcheinander gewirbelt. Sie haben also erste Promis die Initiative ergriffen und den Boulevardmedien die Themenhoheit genommen. Kutcher und Moore twittern zum Beispiel, darunter viele persönliche und private Dinge, auch gerne schon mal Fotos. Das machen sie sehr bewusst und auch sehr intensiv. Kutchers Twitter-Account ist einer der erfolgreichsten auf Twitter, er hat unglaubliche sieben Millionen Follower.

Und damit hat er mehr Leser als die meisten Boulevardmedien, er nimmt den Schmierenblättern die Öffentlichkeit und auch die Chance, etwas vermeintlich Privates über Kutcher/Moore zu publizieren. Die Menschen denken und gehen davon aus, dass Kutcher schon selbst veröffentlicht, was wichtig und relevant ist – ein cleverer Schachzug. Kutcher hat schon früh verstanden, wie die modernen Medien, die Social Networks funktionieren. Er nutzt sie nicht nur bewusst, sondern auch sehr elegant und effektiv.

Wie Amen Geld verdienen könnte

Es gibt verschiedene Ansätze, wie Amen Geld verdienen könnte. Eine Plattform, die regelmäßig Millionen Menschen anzieht, ist grundsätzlich interessant und wertvoll. Man kann Werbung im Umfeld platzieren, auf der Webseite, im Smartphone, in der App.

Amen könnte aber auch für Firmen und Trendforscher interessant sein, weil man die Meinung von Konsumenten frei Haus geliefert bekommt. Solche Informationen lassen sich verkaufen: Was ist die Trendfarbe in diesem Jahr, welche Musikrichtung kommt besonders gut an, wie denken die Menschen über Umweltautos? Markt- und Trendforschung ist eine ziemlich teure Angelegenheit. Wenn erst mal genügend Menschen mitmachen, könnte Amen sehr interessant werden, da Amen dann über reichlich verwertbare Informationen verfügt.

1 Antwort
  1. FatCatPeter sagte:

    Ich dachte, das waere mit ulike.net schon recht gut abgedeckt gewesen. Leider sieht man ausser Ankuendigungen noch nichts, somit kann auch niemand den Unterschied zu ulike.net aufzeigen.

    Gruss
    Peter

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