Früher hat man sich Musikvideos auf MTV und Viva angeschaut. Doch diese Zeiten sind vorbei, heute setzt man sich vor den Computer und sucht in Youtube und Co. nach den besten Videos und postet dann in sozialen Netzwerken seinen Freunden, das, was man gut findet. Jetzt gibt es mit Picotube eine neue Möglichkeit, sich mit anderen über Musik auszutauschen und Musikvideos anzuschauen.

Picotube kann man sich am besten wie einen virtuellen Club vorstellen, in dem rund um die Uhr jede Menge Musik läuft. Besucher können in dem Club umherlaufen und virtuelle Räume betreten, um sich Musik anzuhören. Jeder Raum hat ein bestimmtes Thema, zum Beispiel Musik aus den 80er Jahren, Hiphop, Reggae, Electronic oder Musik von einem bestimmten Künstler.

Jeder kann zum DJ werden und Musik vorspielen

Doch das kennt man von vergleichbaren Diensten. Neu bei Picotube ist, dass hier jeder zum DJ werden kann. Jeder Besucher kann Musik vorspielen, die ihm gefällt. Allerdings legt man bei Picotube keine Platten auf und auch keine CDs ins Laufwerk, sondern man startet Youtube-Videos. Welche Videos zu sehen sind und in welcher Reihenfolge, das kann der Picotube-DJ selbst bestimmen, sobald er einen neuen Raum eröffnet. Andere User können den Raum betreten, sie setzen sich vor eine virtuelle Leinwand und schauen sich die Musikvideos an.

Es gibt keine Playlisten. Das macht den besonderen Reiz von Picotube aus: Man weiß als Besucher nicht, was auf einen zukommt – eben wie in einem echten Club. Gleichzeitig stimmen die Besucher ab, sie geben den DJs Punkte. Je mehr Punkte, desto höher das Ansehen, desto mehr Besucher strömen in die virtuellen Räume, um sich Musik anzuhören. Ein bewährtes Prinzip: Die Besucher belohnen fleißige und einfallsreiche DJs mit Punkten, die bekommen Bestätigung, gleichzeitig können die Besucher erkennen, welche Räume besonders interessant sind, welche DJs einen interessanten Musikmix hinlegen.

Die Idee für Picotube kommt aus Japan

Picotube kommt ausnahmsweise mal nicht aus den USA, sondern aus Japan. Das merkt man dem Dienst auch gleich an, vor allem bei der Gestaltung und dem Design des Portals, das recht poppig wirkt. Jeder, der sich bei Picotube anmeldet, bekommt ein Mangawesen als Avatar verpasst. Damit bewegt man sich in der Welt von Picotube, kann die virtuellen Räume betreten oder bei Bedarf auch einen eigenen virtuellen Raum aufmachen. Die kleinen Mangawesen machen deutlich, wie viele User in einem Raum sitzen. Man kann jederzeit mit den anderen Anwesenden chatten oder auch den Raum wechseln.

Picotube ist gratis. Man kann sich mit seinem Facebook-Account anmelden oder indem man seine E-Mail-Adresse hinterlässt. Sehr praktisch: Picotube merkt sich, welche Musik man gehört hat. So kann man jederzeit noch mal nachschlagen, was einem möglicherweise gefallen hat. Wer selbst Musik präsentiert, der sammelt Punkte. Je mehr, desto besser. Für jeden Kanal, „Pod“ genannt, kann man die Playlist festlegen, die Besucher präsentiert bekommen sollen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich live als DJ zu verdingen und Tracks abzuspielen. Das lohnt sich aber natürlich nur, wenn man genügend Fans hat, die sich zu einem bestimmten Zeitpunkt mobilisieren lassen.

Stärken und Schwächen von Picotube

Picotube kann durchaus überraschen: Wenn man einen Raum betritt, weiß man nicht, welche Musik gespielt wird. Man kann einzelne Stücke überspringen, viel mehr Kontrollmöglichkeiten hat man aber nicht. Das ist fast wie in einem Konzert oder Club. Schön ist auch, dass man live mit anderen plaudern und chatten kann.

Da Picotube auf Youtube-Videos zurückgreift, hat man allerdings das Problem, dass manche Musik sich nicht abspielen lässt. Noch immer gibt es keine Einigung zwischen der Gema und Youtube, deshalb sind viele Musikstücke nicht verfügbar, das kann nerven. Außerdem ist Picotube noch relativ neu, die Besucherzahl hält sich derzeit noch in Grenzen – und die Benutzeroberfläche könnte etwas schicker, eleganter und auch komfortabler sein. Aber: Die Idee ist gut, zum Ausprobieren eine feine Sache.

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