Die Nachricht ist eingeschlagen wie eine Bombe: Die Schufa plant, Daten aus sozialen Netzwerken zu sammeln und für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit von Verbrauchern zu nutzen. Das Hasso-Plattner-Institut der Universität Potsdam hat den Auftrag bekommen, die technische Machbarkeit zu untersuchen.

Technisch machbar ist alles. Aber muss man wirklich alles machen? Das Ansinnen ist nicht nur unanständig und vielleicht auch illegal, sondern vor allem auch dumm. Denn was sagt es aus, wenn sich jemand online über teure Wagen informiert? Kreditwürdig – oder nicht? Was sagt es aus, mit wem man befreundet ist? Wer will überprüfen, ob das, was jemand in der virtuellen Welt herausposaunt den Tatsachen entspricht oder nicht?

Keine Frage: Man kann sicher etwas über Verbraucher im Netz herausfinden. Knallharte Fakten sind das aber eher nicht, sondern eher Klatsch und Tratsch. Die Fehleranfälligkeit beim Scoring, der Bewertung der Wirtschaftskraft eines Verbrauchers dürfte das zweifellos eher erhöhen. Von moralischen, ehtischen und juristischen Bedenken ganz zu schweigen. Wie man überhaupt auf die Idee kommen kann, so etwas in Erwägung zu ziehen, ist mir schleierhaft.

1 Antwort
  1. Gilhorn
    Gilhorn sagte:

    Je mehr Daten gesammelt werden, desto mehr unwesentliche Daten verfälschen das Bild über eine Person. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Daten eine völlig falsche Aussage machen erhöht sich mit der Menge der Daten. Geht die Menge der Daten gegen Unendlich, strebt die Glaubwürdigkeit der Aussage gegen Null.
    Die Datensammelwut erinnert irgendwie an den Turmbau zu Babel.

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