561 Millionen Euro – so viel muss Microsoft an die EU zahlen, weil Nutzer von Windows 7 neben dem hauseigenen Internet Explorer nicht auch andere Browser angeboten wurden, etwa Chrome. Jetzt könnte Microsoft zum Gegenschlag gegen Konkurrenten Google ausholen.

Im aktuell am Münchner Landgericht zur Verhandlung stehenden Fall geht es um ein Patent, das Microsoft bereits im Jahr 1996 in Europa angemeldet hat. Der Inhalt? Ein „Computersystem zum Identifizieren lokaler Hilfsquellen und Verfahren hierfür“. Microsoft gibt an, dass Googles Kartendienst Google Maps gegen ebendieses Patent verstoße.

Fraglich ist, ob Google den Richter vom Gegenteil überzeugen kann, nämlich dass der Patentanspruch von Microsoft in einem parallel laufenden Verfahren als nichtig beurteilt werden wird. Falls Google mit seinen Karten nämlich wirklich gegen das Patent verstößt, kann Microsoft eine Einstweilige Verfügung beantragen.

Die Folge wäre, dass wir bei uns nicht mehr auf Google Maps zugreifen könnten. Weitreichende Konsequenzen wären spürbar. Denn Google Maps würde seinen Dienst nicht nur im Browser einstellen. Auch die meisten Smartphones und Tablet-Computer haben Google Maps eingebaut. Der Kartendienst ist, neben der Suche und Gmail, eines der meistgenutzten Angebote von Google.

Microsoft hat durchaus Interesse daran, Google Steine in den Weg zu legen. Schließlich betreiben die Redmonder ebenfalls einen Kartendienst – Bing Maps. Der könnte von einer Google-Maps-Blockade profitieren.

Anfang Mai wissen wir, wer Recht behält, dann verkündet der zuständige Richter sein Urteil.