Wer Texte, Fotos oder Videos ins Netz stellt, der muss aufpassen, welche Nutzungsrechte er beim Hochladen vorgibt. Denn sonst kann es ein böses Erwachen geben. Konkretes Beispiel: Eine Frau aus den USA hat sich darüber gewundert, dass Yahoo Leinwände verkauft, die mit ihren Fotos bedruckt sind. Bei genauerem Hinsehen hat sich herrausgestellt: Yahoo hat Fotos vom Fotodienst flickr verwendet – und diese dann gedruckt. An den Einnahmen wurde die Frau nicht beteiligt. Rechtlich war aber alles rechtens. Deshalb sollte man darauf achten, welche Rechte man beim Hochladen von Fotos einräumt.

Im Online-Bilderdienst flickr sind Hunderte Millionen Fotos gespeichert – von Menschen aus aller Welt. Viele der Fotos sind öffentlich zugänglich. Jeder kann sie sehen – weil es die Fotografen so wollen. Doch man kann sich bei flickr nicht nur Fotos anschauen: Man kann viele davon auch professionell ausdrucken oder auf Leinwand ziehen lassen. Gegen Bezahlung.

Yahoo nimmt also Fotos, die auf flickr gespeichert sind, zieht sie für andere, denen die Fotos gefallen, auf Leinwand – und kassiert dafür Geld.

Creative Commons Lizenz erlaubt kommerzielle Verwertung

Rechtlich ist das völlig in Ordnung. Yahoo darf das machen, weil die Fotografen beim Hochladen die entsprechenden Rechte eingeräumt haben. Creative Commons – so nennt sich das. Die User haben gesagt: Hier sind meine Fotos, und ich erlaube jedem, sich die anzuschauen, sie zu kopieren, sie zu verarbeiten oder sogar kommerziell zu verwerten. Wenn der Name des Urhebers genannt wird – wie hier gut zu sehen in kleiner Schrift bei jedem Foto.

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Auch wenn das also rechtlich korrekt ist, problematisch ist es trotzdem. Vor allem wenn es ein großer Onlinedienst wie Yahoo macht. Und zwar aus einem ganz einfachen Grund: Viele User wissen gar nicht, dass ihre Fotos auch kommerziell genutzt werden dürfen, wenn sie ihre Fotos hochladen und mit entsprechenden Rechten versehen.

Wer seine Fotos nur für sich und seine Freunde freigibt, der muss sich keine Gedanken machen. Diese Fotos werden auf keinen Fall genutzt. Vorsichtig muss man hingegen sein, wenn die Fotos für die Allgemeinheit freigegeben werden – dann kommt es auf die genauen Rechte an.

Rechte rechtzeitig prüfen

Deshalb: Obacht beim Hochladen eigener Fotos – und vor allem wenn es darum geht, die entsprechenden Rechte einzurichten. Denn klickt man aus Versehen die falschen Lizenzrechte an, kann es passieren, dass die eigenen Fotos nicht nur auf fremden Webseiten auftauchen, sondern auch kommerziell verwertet werden. Ohne dass man dafür Geld bekommt.

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Dasselbe gilt auch für andere Portale, etwa Foto-Datenbanken wie Fotolia, Pixabay, Pixelio und andere, wo man seine Fotos veröffentlichen kann. Auch hier muss man genau sagen, welche Rechte man den anderen einräumen möchte – und welche nicht. Und wer solche Fotos nutzen möchte, sollte sich genau die Spielregeln durchlesen – die Nutzungsrechte.

CC ermöglicht Gemeinschaftsprojekte

Im Prinzip ist Creative Commons eine wunderbare Sache, denn sie erlaubt, dass sich Menschen gegenseitig helfen: Der eine kann gut fotografieren, der andere gute Layouts erstellen, wieder jemand anders gut programmieren. Wirft man alles zusammen, kann dabei was Großes herauskommen.

Aber es ist wirklich nicht leicht mit all diesen Verwertungsrechten und Klauseln, selbst für jemanden, der sich ständig damit beschäftigt. Wer unsicher ist und sich informieren möchte, dem kann ich nur eine Broschüre wärmstens ans Herz legen. „Freies Wissen dank Creative Commons Lizenzen“ heißt diese Broschüre, die man kostenlos als PDF bei irights.info herunter laden kann.

Die Broschüre erklärt anschaulich und verständlich die verschiedenen Lizenzarten und sagt auch ganz genau, worauf man achten muss. Auf jeden Fall hilfreich. Es gibt aber noch andere Bereiche, in denen man aufpassen muss.

Was man sonst noch beachten sollte

Beispiel: Wikipedia. Wer hier Texte oder Fotos einstellt, der muss damit leben, dass jeder diese Inhalte weiterverarbeitet – auch in kommerziellen Projekten. Das ist das Prinzip von Wikipedia. Fotos oder Videos hingegen, die man in soziale Netzwerke oder bei Youtube einstellt, dürfen nicht einfach so weiter verwertet oder zu Geld gemacht werden.

Ein Tipp noch: Wer mit der Suchmaschine Google nach Fotos sucht, kann in den erweiterten Optionen auch angeben, welche Art von Fotos er sehen möchte. Zum Beispiel Fotos, die für die freie Weiterverwendung gekennzeichnet sind. Das kann sehr hilfreich sein. Und hier kann man auch sehen, ob vielleicht eigene Fotos auftauchen, von denen man das gar nicht möchte, dass sie jeder sehen und benutzen kann.