Exif-Daten am iPhone anzeigen: Native Funktionen und Apps

von | 05.03.2015 | iOS

Die Zeiten, in denen ihr bei iPhone und iPad blind fotografiert habt, sind längst vorbei. Heute wollen viele wissen, welche Kameraeinstellungen verwendet wurden, wo ein Foto entstanden ist oder wie groß die Datei ist. Diese Informationen stecken in den sogenannten Exif-Daten – und die lassen sich auf Apple-Geräten mittlerweile auf verschiedene Weise auslesen.

Exif-Daten direkt in der Fotos-App anzeigen

Seit iOS 15 hat Apple endlich eine native Lösung integriert. Öffnet ein beliebiges Foto in der Fotos-App und tippt auf das kleine „i“ in der rechten oberen Ecke oder wischt nach oben. Dort seht ihr nicht nur Aufnahmedatum und -ort, sondern auch technische Details wie Kameramodell, Brennweite, Blende, ISO-Wert und Belichtungszeit. Bei Live Photos wird sogar angezeigt, ob der Nachtmodus aktiv war.

Besonders praktisch: Wenn ihr auf den Ortsnamen tippt, öffnet sich eine Kartenansicht mit allen Fotos von diesem Standort. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Ortungsdienste für die Kamera aktiviert sind.

Erweiterte Exif-Daten mit Drittanbieter-Apps

Für detailliertere Informationen gibt es nach wie vor spezialisierte Apps. Metapho ist hier der aktuelle Favorit vieler Fotografen. Die App zeigt nicht nur alle verfügbaren Exif-Daten an, sondern kann diese auch bearbeiten oder komplett entfernen – wichtig für die Privatsphäre beim Teilen von Fotos.

Photo Investigator ist eine weitere empfehlenswerte Alternative, die besonders ausführliche Metadaten anzeigt und sogar versteckte Informationen aufspürt, die andere Apps übersehen.

ExifView im App Store installieren

ios-exifview

Shortcuts-App für Power-User

Richtig praktisch wird es mit der Shortcuts-App. Hier könnt ihr eigene Automatisierungen erstellen, die Exif-Daten auslesen und weiterverarbeiten. Zum Beispiel einen Shortcut, der automatisch alle technischen Daten in die Zwischenablage kopiert oder eine Textdatei mit den wichtigsten Informationen erstellt.

Ein beliebter Shortcut extrahiert GPS-Koordinaten und öffnet diese direkt in Maps oder Google Earth. Besonders für Landschaftsfotografen ist das gold wert, um später wieder zu besonderen Locations zurückzufinden.

Datenschutz im Blick behalten

Exif-Daten sind ein zweischneidiges Schwert. Sie helfen beim Lernen und Organisieren, können aber auch ungewollt private Informationen preisgeben. Besonders die GPS-Koordinaten sind heikel – sie verraten exakt, wo ihr wart.

Deshalb solltet ihr vor dem Teilen von Fotos in sozialen Medien prüfen, welche Daten mitgesendet werden. Die meisten Plattformen wie Instagram oder Facebook entfernen Exif-Daten automatisch, aber nicht alle. Bei WhatsApp beispielsweise bleiben sie teilweise erhalten.

Tipps für den Alltag

Um die Exif-Funktionen optimal zu nutzen, aktiviert in den Kamera-Einstellungen die Option „Standorte erfassen“. So werden GPS-Daten automatisch gespeichert. Wer das nicht möchte, kann es jederzeit wieder deaktivieren.

Für Fotografen interessant: Die neueren iPhone-Modelle (ab iPhone 12 Pro) speichern auch Informationen über verwendete Objektive, Fokus-Stacking und andere computational photography Features. Diese Details findet ihr nur in spezialisierten Apps, nicht in der Standard-Fotos-App.

Was die Zukunft bringt

Apple erweitert die Metadaten-Funktionen kontinuierlich. Mit iOS 17 kamen neue Erkennungsfeatures dazu, die automatisch Objekte, Tiere und Personen in den Metadaten vermerken. Diese Informationen helfen bei der Suche und Organisation eurer Foto-Bibliothek.

Die Integration von KI-basierten Beschreibungen direkt in die Exif-Daten ist ebenfalls in Arbeit. Bald könnten eure Fotos automatisch mit Stichworten wie „Sonnenuntergang am Strand“ oder „Familienfeier im Garten“ versehen werden.

Exif-Daten sind längst mehr als nur technische Spielerei. Sie helfen beim Verstehen der eigenen Fotografie, beim Wiederfinden von Locations und beim Schutz der Privatsphäre. Die iPhone-Integration wird immer besser – nutzt sie!

Zuletzt aktualisiert am 16.04.2026