Spotify, Apple Music, YouTube Music, Amazon Music, Tidal: Das sind nur einige der Musik-Streamingdienste, die es gibt. Musik bis zum Abwinken, überall und jederzeit alles hören: Das ist das Konzept der Streaming-Anbieter. Und wer gerne Filme oder Serien schaut, greift zu Video-Streaming-Angebote wie Netflix, Disney+, Prime Video und Co. Einziges Problem: Unterwegs verbrauchen Streamingdienste schnell das Datenkontingent, das im Mobilfunktarif inkludiert ist. Die Telekom hat dafür seit Jahren eine Lösung im Programm.
StreamOn ist schon lange verfügbar. Telekom-Kunden in bestimmten Magenta-Tarifen können StreamOn kostenlos dazu buchen – und von diesem Augenblick an werden die Daten beim Streaming nicht mehr vom Datenkontingent abgezogen. Das heißt, ihr könnt so viel Musik hören wie ihr möchtet, so viele Videos abrufen wie ihr wollt, das Datenkontingent schrumpft nicht. Das ist natürlich eine tolle Sache, wenn ihr gerne streamt.
Welche Dienste sind dabei?
Mittlerweile ist die Liste der unterstützten Anbieter deutlich gewachsen. Bei der Musik gehören dazu: Spotify, Apple Music, Amazon Music, YouTube Music, Deezer und SoundCloud. Bei Videos sind es Netflix, YouTube, Amazon Prime Video, Disney+, Joyn, RTL+, Sky Go, die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Sender und viele andere.
Wichtig zu wissen: Nur der Datenverbrauch der Streaming-Inhalte selbst wird nicht vom Kontingent abgezogen. Werbung, die etwa in Spotify gezeigt wird, geht vom Kontingent runter. Auch geladene Albumcover, Grafiken oder Songtexte zählen mit. Bei Videos werden die Inhalte standardmäßig auf mobil-optimierte Qualität heruntergerechnet – etwa Full-HD-Auflösung, aber nicht 4K.
Die Einschränkungen im Detail
Wer 4K-Qualität schauen will, kann StreamOn temporär für 24 Stunden abschalten und sieht dann Videos in voller Auflösung – allerdings auf Kosten des Datenkontingents. Das kostenlose Streaming funktioniert außerdem nur im Inland, nicht im EU-Ausland oder außerhalb Europas. Eine weitere wichtige Einschränkung: Hat man sein reguläres Datenkontingent aufgebraucht und surft nur noch mit gedrosseltem Tempo, ist auch StreamOn gedrosselt.
Diese Beschränkungen machen durchaus Sinn, wenn man bedenkt, dass 4K-Streams schnell mehrere Gigabyte pro Stunde verbrauchen können. Die Telekom muss ihre Netzkapazitäten im Blick behalten, auch wenn StreamOn „kostenlos“ angeboten wird.
Netzneutralität bleibt Diskussionsthema
Die Bundesnetzagentur und EU-Regulierer haben solche Zero-Rating-Angebote über die Jahre immer wieder kritisch geprüft. Der Vorwurf: Sie könnten gegen die Netzneutralität verstoßen, weil bestimmte Inhalte bevorzugt behandelt werden. Tatsächlich musste die Telekom 2017 StreamOn anpassen, nachdem die Bundesnetzagentur Bedenken geäußert hatte.
Heute ist das Angebot etabliert und wird von den Behörden toleriert, solange die technischen Parameter stimmen. Die Telekom argumentiert, dass alle Partner-Dienste gleich behandelt werden und neue Anbieter sich um Aufnahme ins Programm bewerben können.
Konkurrenz zieht nach
Mittlerweile haben auch andere Anbieter nachgezogen. Vodafone bietet mit „Pass“ ähnliche Optionen an, Telefónica/O2 hat entsprechende Tarife im Portfolio. Sogar kleinere Provider wie Congstar (eine Telekom-Tochter) haben eigene Streaming-Optionen entwickelt.
Die Entwicklung zeigt: Der Markt hat erkannt, dass Streaming längst nicht mehr Zusatz-Feature ist, sondern Kernnutzung vieler Smartphone-User. Entsprechend haben sich die Tarifstrukturen angepasst.
Was bringt die Zukunft?
Interessant wird, wie sich das Thema mit dem Ausbau von 5G entwickelt. Die höheren Geschwindigkeiten und größeren Datenmengen könnten Zero-Rating-Angebote überflüssig machen – wenn echte Unlimited-Tarife bezahlbar werden. In anderen Ländern wie den USA oder Südkorea sind wirkliche Flatrates längst Standard.
Bis dahin bleiben Angebote wie StreamOn eine praktische Lösung für alle, die viel unterwegs streamen. Gerade für Pendler oder Vielreisende kann das den Unterschied zwischen einem brauchbaren und einem völlig unzureichenden Mobilfunktarif machen.
Wie findet ihr solche Angebote?
Auf jeden Fall zu begrüßen. Es wäre schön, wenn alle Mobilfunkanbieter solche Optionen hätten und wir uns weniger Gedanken machen müssen, wenn wir Streamingdienste unterwegs nutzen. Langfristig wären aber echte Unlimited-Tarife die bessere Lösung – ohne Wenn und Aber.
Zuletzt aktualisiert am 03.04.2026



