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Was KI kann – und was nicht

04.08.2017 | Von Jörg Schieb

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Facebook musste ein KI-System mit zwei Chat-Bots (Bob und Alice) abschalten, weil sich die Software verselbständigt hat. Die beiden Chat-Bots haben eine eigene Sprache entwickelt. Was zeigt: KI-Systeme gehen manchmal eigenartige Wege. Davor wasrnen immer häufiger Kritiker.

Künstliche Intelligenz (KI) ist derzeit das Schlagwort im Silicon Valley. Alle stürzen sich auf das Thema, weil hier die größten Veränderungen, das größte Wachstum zu erwarten ist. Künstliche Intelligenz – das bedeutet: Computersysteme lernen selbständig, schneller als wir Menschen, um uns behilflich zu sein, um Probleme zu lösen. Das sind die Chancen. Es gibt aber auch Risiken.

Chat-Bots für den Facebook Messenger

Der Facebook Messenger solle schlauer werden. Facebook wollte deshalb einen Chat-Bot entwickeln, mit dem die User reden können. Zwei Bots sind an den Start gebracht: Bob und Alice. Zwei Mal Künstliche Intelligenz. Die beiden KI-Systeme haben aber kurzerhand eine eigene Sprache erfunden. Eine Geheimsprache, die nicht mal die Programmierer verstanden haben.

Facebook musste den Stecker ziehen, weil nicht klar war, was da vor sich geht. Die Chat-Bots wurden abgeschaltet, weil sich die Systeme verselbständigt haben.

Das ist KI. Künstliche Intelligenz. Solche Systeme erfinden schon mal etwas, was unsere Fähigkeiten übersteigt – und davor warnen mittlerweile manche Brancheninsider, etwa Tesla-Gründer Elon Musk.

Wo KI sinnvoll sein kann

Künstliche Intelligenz ist derzeit auf dem Vormarsch. Hohe Erwartungen gibt es zum Beispiel im Bereich der Medizin: KI-Systeme können schneller die Zusammenhänge zwischen Krankheiten begreifen als wir Menschen. Ebenso zu verstehen, wie Medikamente funktionieren und welche Nebenwirkungen entstehen können, wenn mehrere Medikamente gleichzeitig eingenommen werden.

Hier werden derzeit große Fortschritte gemacht – und es gibt große Hoffnung, dass KI der Menschheit nützt.

Der News Explorer: IBM Watson

Sehr interessant auch: Der News Explorer von IBM. Hier untersucht das KI-System Watson die Berichterstattung in den Medien. Wer berichtet wann von wo über welches Thema – und wer bezieht sich auf wen? Hier fließen Millionen von Informationen ein, die alle bewertet werden. Das kann helfen, Fake-News zu enttarnen. Oder tendenziöse Berichterstattung aufzudecken. Ein nützliches Instrument.

Digitale Assistenten

KI dringt aber auch in unseren Alltag vor. Größtenteils, ohne dass wir es merken. Sprachassistenten wie Apples Siri, Microsofts Cortana, der Google Assistant, Samsungs Bixby oder Amazons Alexa sollen unsere Fragen beantworten, uns unterstützen und helfen. Dazu müssen sie uns nicht nur möglichst gut verstehen, sie sollen uns auch kennenlernen.

Ein Anfang. Das Ziel der großen Anbieter, ob Apple, Amazon, Microsoft, Google oder Facebook: Jeden einzelnen von uns noch besser kennenzulernen. Damit wir sie immer öfter benutzen. Auch zu Hause. Browser und Suchmaschinen sollen weitgehend abgeschafft werden. Sollen alles Digitale Assistenten erledigen, mit denen wir sprechen. Und dahinter steckt KI.

KI-Systeme optimieren Fotos

Darum ist eine öffentliche Debatte wichtig, was in Ordnung geht und was nicht. Denn es gibt auch KI-Systeme, die haben einiges zu bieten. Am MIT, der berühmten Technik-Universität in den USA, wurde nun eine Software entwickelt, die für perfekte Fotos sorgt – auf dem Smartphone. Noch bevor wir den Auslöser drücken, untersucht die KI-Software das Motiv und auch die Lichtverhältnisse und sorgt dafür, dass alle Einstellungen perfekt sind. Mit prallen Farben, optimalen Bildausschnitt und idealen Kontrasten.

Erreicht wird das, indem ein KI-System das, was die Kamera sieht, auswertet und mit dem Wissen über optimale Fotoaufnahmen vergleicht und dann entscheidet, was zu tun ist. Innerhalb in Millisekunden. Die üblichen Filter und Retuschen, die oft nachträglich angewendet werden, kommen so sofort zum Einsatz. Eine ganz neue Art von Photoshop, sozusagen.

Google Creatism macht Landschaftsaufnahmen

Ein anderes Beispiel: Google Creatism. Das ist eine KI-Software, die solche beeindruckenden Landschaftaufnahmen hinbekommt. Man staunt über diese Galerie der nahezu perfekten Panoramabilder. Vor allem wenn man erfährt, dass sie im Computer entstanden sind – und nicht etwa, weil ein Fotograf im perfekten Moment den Auslöser gedrückt hat.

Die KI-Software hat Millionen von Fotos untersucht, um die Kriterien für das perfekte Foto zu verstehen. Danach hat das KI-System von Google Hunderte Fotos einer Landschaft angeschaut, die von Google Streetview kommen – und daraus ein neues Foto errechnet. Das Ergebnis: All diese nahezu perfekten Bild – das so nie gemacht wurde. Im Computer entstanden.

Wie gut das funktioniert, wird im direkten Vergleich deutlich: Oben das berechnete perfekte Bild. Unten die Streetview-Aufnahmen, in denen sich jeder umschauen kann. Keine Frage: Künstliche Intelligenz macht derzeit riesige Fortschritte. Meist unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Wir sollten alle darauf achten, dass KI nützlich ist – und nicht schädlich.

 




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